Die Generation Z sucht einen Sinn im Job

Die Angehörigen der Generation Z, die zwischen 1997 und 2012 zur Welt gekommen sind, arbeitet nicht, um Geld zu verdienen. Sondern sie wollen in ihrem Job Sinn finden und stiften. Sie lehnen klassische Hierarchien und ihre Machtspielchen ab. Und damit ihre direkten Vorgesetzten, von denen sie verlangen, dass sie „besser“ sein müssen. Ingo Hamm erklärt: „Ein Chef erhält von dieser Generation nicht mehr Respekt aufgrund seiner Position, sondern nur noch Anerkennung für etwaige Sinnstiftung. Früher haben die Gläubigen das von Pfarrer, Kirche und Papst erwartet. Oder vom Kommen des Messias. Das ist kein Witz.“ Das hat bereits einen Paradigmenwechsel bei der Bewerbersuche von Unternehmen ausgelöst. Könnte die Sinnfrage, die sich viele Menschen heute stellen, nicht auf ein tiefes liegendes Problem hindeuten? Ingo Hamm ist Professor für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Darmstadt.

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Mut und Angst sind nicht unvereinbar

Grundsätzlich ist der Mensch ein sehr soziales, vernunftbegabtes und lösungsorientiertes Wesen. Markus Hengstschläger fordert: „Und gerade in unserer heutigen Zeit braucht es Menschen, die sich einbringen.“ Zudem braucht es mutige Menschen, die neue Wege gehen und durch Kooperation Veränderungen bewirken wollen. Auch wenn Angststörungen und krankhafte Ängstlichkeit in der westlichen Welt extrem zunehmen, so ändert das nichts daran, dass Angst grundsätzlich ein wertvoller und rettender Instinkt ist. Sätze wie „Wir brauchen mehr Mut zu Neuem!“ führen bei so manchen Menschen zu der Annahme, dass ängstliche Menschen grundsätzlich nicht bereit sind, Neuland zu betreten. Dieses Widerspruchsverhältnis zwischen Angst und Mut existiert aber so nicht, und diese beiden Zustände sind nicht unvereinbar. Professor Markus Hengstschläger ist Vorstand des Instituts für Medizinische Genetik an der MedUniWien.

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Schon Babys reagieren eifersüchtig

Der deutsche Psychologe und Psychotherapeut Rolf Merkle sagt: „Eifersucht zeugt nicht von Liebe, sondern von Angst vor dem Verlust der Liebe.“ Bereits Charles Darwin beobachtete das Phänomen der Eifersucht in frühester Kindheit. Reinhard Haller erklärt: „Sein Sohn William habe, so geht aus seinen Aufzeichnungen aus dem Jahr 1877 hervor, schon im Alter von 15 Monaten eifersüchtig reagiert, sobald sich der Vater intensiv mit einer großen Puppe befasst habe.“ Diese Beobachtung wurde in jüngster Zeit durch systematische Studien bestätigt. Forscher der Texas Tech University in Lubbock wiesen nach, dass Babys schon im Alter von sechs Monaten weinerlich reagieren und die Aufmerksamkeit der Mutter auf sich lenken wollen, wenn diese ein lebensechtes Püppchen hätschelt. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender.

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Es gibt eine nichtrepressive Kultur

In seinem Buch „Eros und Kultur“ zieht Herbert Marcuse Sigmund Freuds pessimistische Vision dessen heran, was Kultur mit sich brachte, um eben jene Möglichkeit zu umreißen, die Sigmund Freud ausgeschlossen hatte: nämlich eine nichtrepressive Kultur. Stuart Jeffries erklärt: „Das klingt sehr stark nach neofreudianischem Revisionismus. Sein Buch aber endet mit einem Epilog, der mit „Kritik des Neo-Freudianischen Revisionismus“ überschrieben ist.“ Er beschuldigt darin mehrere berühmte Psychoanalytiker, Sigmund Freuds Werk so verändert zu haben, dass dessen kritische Implikationen weggefallen seien. Zu denen, die ins Visier Marcuses geraten, gehört ein weiteres Mal auch Erich Fromm. Marcuse war der Meinung, Fromm und die anderen Neofreudianer hätten sich von bestimmten entscheidenden Erkenntnissen Freuds getrennt. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“.

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Mensch und Natur gehören zusammen

Weil sie jahrelang gelernt haben, den Menschen in seine Organe und molekularen Einzelteile zu zerlegen und zu analysieren, vergessen viele Ärzte, dass ihr Patient keine „Sache“ ist, sondern ein lebendiges Wesen. Joachim Bauer betont: „Mit einem lebendigen Gegenüber ist man, ob einem das behagt oder nicht, immer in einer Beziehung.“ Aus der modernen Neurowissenschaft und Psychosomatischen Medizin kommt die Erkenntnis, dass die Art der Beziehung reale Auswirkungen auf die „Sache“, also auf die materiellen Aspekte des Körpers haben kann. Auch die einen Menschen umgebende natürliche Welt ist – jedenfalls in großen Teilen – keine leblose „Sache“, selbst wenn man sie wissenschaftlich in ihre Einzelteile zerlegen und analysieren kann. Ein Großteil der Menschen hat leider den Kontakt zur Natur verloren. Prof. Dr. Med. Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Arzt.

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Das Bewusstsein braucht das Nervensystem

Jede Theorie, die das Vorhandensein von Geist und Bewusstsein erklären will, dabei aber das Nervensystem umgeht, ist zum Scheitern verurteilt. Antonio Damasio erklärt: „Das Nervensystem leistet den entscheidenden Beitrag zur Verwirklichung von Geist, Bewusstsein und den von beidem ermöglichten kreativen Überlegungen.“ Aber jede Theorie, die sich ausschließlich auf das Nervensystem beruft, um Geist und Bewusstsein zu erklären, muss ebenfalls scheitern. Das gilt heute leider für die meisten Theorien. Die hoffnungslosen Versuche, Bewusstsein ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der Nerventätigkeit zu erklären, sind zum Teil eine Ursache für die Vorstellung, das Bewusstsein sei ein unerklärliches Geheimnis. Zwar stimmt es, dass Bewusstsein, wie die Wissenschaft es kennt, in vollem Umfang nur in Lebewesen entsteht, die mit einem Nervensystem ausgestattet sind. Antonio Damasio ist Dornsife Professor für Neurologie, Psychologie und Philosophie und Direktor des Brain and Creativity Institute an der University of Southern California.

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Der Krieg ist der Vater des Bösen

Die schlimmste, folgenschwerste und grauenhafteste Form der Rache ist der Krieg. Reinhard Haller erklärt: „Der Vater des Bösen ist auch deshalb so verhängnisvoll, weil hier nicht nur das Aggressive und Grausame autorisiert ist, sondern weil die Psychologie des Krieges den Durchbruch aller sonst kontrollierten und zurückgehaltenen negativen Impulse zulässt, darunter auch jenen der Rache.“ Rache ist eines der Hauptmotive für Kriege, Angriffe und Gegenschläge. Sie intensiviert und prolongiert kriegerische Auseinandersetzungen. Durch nichts lässt sich die Kriegsbegeisterung eines Volkes oder einer Nation mehr stimulieren als durch Appelle an Demütigungsgefühle und an Rachebedürfnisse, die zu den wichtigsten Steuerungsfaktoren in der Massenpsychologie zählen. Im Krieg können aggressiv-sadistische Psychopathen ihre Rachebedürfnisse meist ohne Konsequenzen ausleben. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender.

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Die Lebenserwartung steigt ständig

Im Jahr 1900 in Deutschland oder Österreich Geborene hatten eine durchschnittliche Lebenserwartung von 63 Jahren. Andreas Salcher ist am 18. Dezember 1960 geboren. Von damals bis heute ins Jahr 2018 stieg die durchschnittliche Lebenserwartung um 16 Jahre. Andreas Salcher betont: „Diese 16 Jahre sind ein wunderbares Geschenk, wenn wir es rechtzeitig auspacken und wertschätzen.“ Dabei geht es nicht darum dem Leben mehr Jahre abzuringen, sondern jeden Tag mit mehr Leben zu erfüllen. Wer kein Zen-Mönch ist, schafft diesen Anspruch nur selten. Dabei könnte jeder Tag viele Leben haben. Diese besonderen Tage gilt es zu leben und zu sammeln. Das Geschenk der gewonnenen Jahre wird umso größer, je mehr man dafür tut, indem man gesund lebt und seinem Leben immer wieder Sinn gibt. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Bestseller-Autor und kritischer Vordenker in Bildungsthemen.

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Der IQ bestimmt die Intelligenz

Lange Zeit stritt man in Fachkreisen herum, ob die Dummheit Voraussetzung oder Folge psychischer Erkrankungen sei oder ob die Intelligenzstörung als Prinzipienfrage zu behandeln wäre. Heidi Kastner erläutert: „Manche erblickten ihren Ausgangspunkt im Auftreten von Wahnideen mit derart verquerer Logik, wie sie ein gesundes, mit allen üblichen Fähigkeiten ausgestattetes Gehirn wohl unmöglich ersinnen konnte.“ Der Mensch wurde also wahnsinnig und erst dadurch dumm. Andere wie der Psychiater Theodor Kirchhof, Ende des 19. Jahrhunderts, sahen den Schwachsinn als unabdingbare Voraussetzung solcher Phänomene. Der Mensch war also schwach-sinnig und entwickelte deshalb wahn-sinnige Ideen. Der Psychiater Eduard Hitzig schrieb 1895 dazu: „Die beim Querulanten beherrschende Wahnvorstellung, rechtlich benachteiligt zu sein, kann Folgen wie den eigenen Ruin natürlich nur nach sich ziehen, wenn ein gewisser Schwachsinn zugrunde liegt, der eine vorurteilslose Abwägung der Verhältnisse unmöglich macht.“ Heidi Kastner ist Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie. Seit 2005 ist sie Chefärztin der forensischen Abteilung der Landesnervenklink Linz.

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Die Gedanken entstehen im Gehirn

Man kann jede psychische Störung, aber auch jede gesunde psychische Reaktion unter biologischer Perspektive sehen. Manfred Lütz weiß: „Zweifellos gehen mit jedem Gedanken biologische Gehirnvorgänge einher. Wenn wir uns freuen, drehen irgendwelche Neurotransmitter Kapriolen. Wenn wir traurig sind, werden andere chemische Substanzen in unserem Gehirn aktiviert.“ Neben der Welt der Gedanken spielt sich im menschlichen Gehirn eine zweite Welt aus Molekülen ab. Da stellt sich für Manfred Lütz die alte Frage, ob zuerst die Henne oder zuerst das Ei da war. Sind also das Ursprüngliche die organischen Vorgänge im Gehirn – und die psychischen Phänomene sind nur die notwendige Folge davon? Sind Menschen demnach Marionetten ihres Gehirns? Oder ist es umgekehrt, dass sich der Mensch für seines psychischen Reaktionen seines Gehirns bedient, dessen Aktivitäten bloß ein äußeres Zeichen dafür sind, dass man denkt? Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz ist Psychiater, Psychotherapeut, Kabarettist und Theologe.

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