Alles in allem entsprechen die Möglichkeiten der Sozialen Medien der Organisation des Liebeslebens für eine flexiblere Zeitplanung und damit der Steigerung der individuellen Möglichkeiten. Peter Trawny schränkt ein: „Die Wahrheit dieser Möglichkeiten liegt in dem, was das Soziale Medium dann nicht leisten kann: in der leibhaftigen Begegnung.“ In ihr werden sich die uralten Kräfte der Liebe melden und die Unabhängigkeit der gematchten Partner kollabieren lassen. Oder es wird diese Begegnung nicht mehr geben. Die Kultur der Kommunikation hat sich in den letzten zwanzig, dreißig Jahren auf eine Weise verändert, die auch das Beziehungsleben erreicht. Peter Trawny erinnert sich noch an die Zeit vor dem PC, an eine Zeit vor dem Internet und all jenen Apps, die heute die persönlichen Kontakte organisieren. Peter Trawny gründete 2012 das Martin-Heidegger-Institut an der Bergischen Universität in Wuppertal, das er seitdem leitet.