Die Widerwärtigkeiten des Lebens bedrohen den Menschen

Um Verantwortung für ein Fehlverhalten übernehmen zu können, muss eine Person laut Rotraud A. Perner erst wissen, was als Fehlverhalten in der jeweiligen Gesellschaft, der er angehört, definiert ist. Rotraud A. Perner ist Juristin, Psychotherapeutin, Psychoanalytikerin und absolvierte postgraduale Studien in Soziologie und evangelischer Theologie. Eines ihrer aktuellen Bücher heißt „Die reuelose Gesellschaft“ und ist im Residenz Verlag erschienen. „Wissen ist Macht“, dieser Ausspruch von Francis Bacon (1561 – 1626) wird gerne zitiert oder auch Karl Liebknecht (1871 – 1919), der sagte: „Macht ist Wissen“. Das Wissen über die eigenen Verhaltensmuster oder auch das persönliche So-geworden-Sein dagegen stößt bei den meisten Menschen auf weniger Interesse, liefert es doch kaum das Lustgefühl der persönlichen Überlegenheit. Rotraud A. Perner erklärt: „Das Erlangen des Wissens davon, wie andere handeln und wie dies bewertet wird, bedeutet Sicherheit, zumindest solange man sein eigenen Unsicherheitsgefühle nicht liebevoll integriert hat.“

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Die Wurzel der Gewalt ist für Rotraud A. Perner der Vergleich

Die Konkurrenz benötigt immer drei Protagorksamkeit und Gunsterweis.“ Bei Kain in der Bibel ist es die Idee eines ungerechten Gottes, dem man das „lieber Gehabte“ zerstören muss. Aus ähnlichen Motiven fahren Kinder die Autos ihrer Eltern zu Schrott, legen am Arbeitsplatz Erniedrigte ganze Fabriken in Schutt und Asche und töten rachsüchtige Männer die Haustiere oder Kinder ihrer Partnerinnen. Rotraud A. Perner ist Juristin, Psychotherapeutin, Psychoanalytikerin und absolvierte postgraduale Studien in Soziologie und evangelischer Theologie. Eines ihrer zahlreichen Bücher heißt „Die reuelose Gesellschaft“ und ist im Residenz Verlag erschienen.

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Größerer Reichtum führt nicht zu mehr Glück

Das Easterlin-Paradox beruht darauf, dass Menschen sich und ihr Einkommen immer mit anderen Menschen vergleichen. Sie fühlen sich glücklich, wenn sie mehr haben. Der Jagd nach einem höheren Einkommen opfern viele Menschen im exzessiven Ausmaß jene Dinge, die sie wirklich zufriedener machen. Sie büßen Beziehungen ein, belasten ihr Familienleben und haben Stress mit ihren Arbeitskollegen. Richard Layard kritisiert: „Unsere Gesellschaft misst Menschen immer stärker daran, wie sie im Wettbewerb mit anderen abschneiden.“ Viele Menschen vergleichen sich außerdem selbst ständig mit anderen und bei allen möglichen Dingen.

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Gute Gespräche können das Arbeitsklima stark verbessern

Ohne Stress wären wir lebendig tot und wahrscheinlich auch nicht in der Lage, uns längere Zeit am Leben zu halten.“ Schon der Vater der Stressforschung Hans Selye unterschied zwischen Eustress, der dem Menschen gut tut und Dysstress, der sich schädlich auf ein Individuum auswirkt. Laut Erwin Ringel kann alles was Freude macht, dem Menschen kaum schaden. Nur bei großer Übertreibung überfordert er sein vegetatives Ausgleichssystem. Was dagegen dem Menschen Kummer und Erbitterung beschert, wird vom krankmachenden Stress begleitet.

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Die Eifersucht fällt bei Männern und Frauen unterschiedlich aus

Wenn eine monogame Beziehung innerhalb einer Partnerschaft vereinbart ist, verfällt das Recht auf Sexualität mit anderen Frauen oder Männern. Selbst wenn diese Einschränkung gegeben ist, bleiben die Partner auch dann noch autonome Wesen. Denn jede Einengung der persönlichen Autonomie führt zu Belastungen in der Beziehung – sehr häufig sogar zu deren Ende. Grenzen in der Partnerschaft sollten nur dort festgelegt werden, wo es an die Substanz der Beziehung geht. Zu einem der häufigsten Themen, die in der Sprechstunde eines Sexualtherapeuten angesprochen werden, zählt die Eifersucht.

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Helm Stierlin analysiert die Beziehungen innerhalb der Familie

Wie die Beziehung zwischen Mutter und Kind wurde auch die Bedeutung der Familie für die menschliche Entwicklung und Weltbewältigung oft verkannt oder sogar bestritten. Sigmund Freud dagegen war gegenüber der Problematik der Familie nicht blind. Er erkannte, dass Störungen in der Familie einen Anteil bei der Entstehung von Neurosen haben und deren Therapie im Wege stehen. Sigmund Freud schreibt: „Wer überhaupt weiß, von welchen Spaltungen oft eine Familie zerklüftet wird, der kann auch als Analytiker nicht von der Wahrnehmung überrascht werden, dass die dem Kranken Nächsten mitunter weniger Interesse daran verraten, dass er gesund werde als dass er so bleibe, wie er ist.“ Für Helm Stierlin wird die große Bedeutung der Familie als einer Institution für die Erziehung der Kinder besonders deutlich, wenn er sie mit Einrichtungen vergleicht, die die Familie ersetzen wollen.

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Cordelia Fine stellt die Eigenschaften des Selbstkonzepts vor

Das Selbst eines Menschen hat viele Facetten. Es ist ein reiches, komplexes Netz mit einer je unterschiedlichen Nuance für alle möglichen Gelegenheiten. Cordelia Fine zitiert Walt Whitman, der dies mit folgendem Satz ausgedrückt hat: „Ich bin groß: In mir wohnen viele.“ Aber während ein Selbst, das Viele einschließt, mit hoher Wahrscheinlichkeit eine feine Sache ist, kann jeder auch sofort erkennen, dass es nicht optimal oder sogar unmöglich wäre, alle verschieden Nuancen des Selbst gleichzeitig zu aktivieren. Cordelia Fine schreibt: Ratsam ist es, jeweils nur einige wenige Selbstkonzepte aus dem riesigen Schrank, der unser Selbst ist, herauszuziehen.“ Cordelia Fine studierte Psychologie und Neurowissenschaften in London und Toronto. Heute forscht sie an der Marquarie University in Australien und unterrichtet an der Melbourne Business School.

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Sigmund Freud hegt ein Unbehagen an der Kultur

Das Alterswerk von Sigmund Freud kann fast durchgehend als eine Art Kulturkritik aufgefasst werden. Deutlich zeigt sie sich beispielsweise in seinem Buch „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ aus dem Jahre 1921. Sigmund Freud will darin begreiflich machen, wie der Mensch sein Wesen innerhalb einer Massenversammlung verwandelt. Zur Veranschaulichung wählt er die beiden organisierten Massen der Kirche und des Heeres. In beiden Fällen geht er von einer libidinösen Bindung der Massenmitglieder an ihren Führer aus. Die Ich-Ideale werden dabei durch den Führer als kollektives Ich-Ideal ersetzt.

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Christa Schirl weist auf die wichtige Rolle der Väter hin

Christa Schirl ist fest davon überzeugt, dass sowohl Mütter als auch Väter für eine gesunde Entwicklung der Kinder wichtig sind. Die Psychologin erklärt: „Vaterlos aufwachsende Kinder können Einschränkungen in ihrer Identitäts- und Selbstwertentwicklung, in ihrer Bindungs- und Beziehungsfähigkeit aufweisen.“ Für Christa Schirl gibt es keinen wichtigen oder unwichtigen Elternteil. Zudem bedauert sie sehr, dass viele Väter gar nicht wissen, wie wichtig sie bei der Erziehung ihres Nachwuchses sind. Die Väter sind deshalb für die Identitätsentwicklung so bedeutsam, da eine der biologischen Grundaufgaben des Vater-Seins im Schützen und Anerkennen der Kinder liegt. Christa Schirl ist Klinische und Gesundheits-Psychologin sowie Psychotherapeutin des Kinderhilfswerks. Außerdem hat sie eine eigene Praxis.

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