Unterschiedliche Interessen lösen sich nicht einfach auf, sondern sind im Regelfall nur zu vermitteln. Dabei wird man beide Seiten etwas „verraten“ müssen. Reinhard K. Sprenger erklärt: „Es geht darum, bei einheitlicher Materie, aber divergierender Meinung ein Gleichgewicht von Gewinn und Verzicht zu erzielen.“ Das nennt man „Kompromiss“. Der hat jedoch keinen guten Leumund: Das Adjektiv „faul“ ist schnell zur Stelle, auch als „kompromisslerisch“ will niemand gelten. Alle Kompromisse seufzen. Zu Unrecht, meint Reinhard K. Sprenger. Wenn ein Mensch schon etwas Leben angehäuft hat, dann ist ihm klar, dass es im Leben vor allem um Ausgleich geht. Nicht jede Regel ist Reglementierung, nicht jede Bindung ist Behinderung. Reinhard K. Sprenger ist promovierter Philosoph und gilt als einer der profiliertesten Managementberater und Führungsexperte Deutschlands.