Viele Eltern bedrohen und mobben Lehrer

Viele Lehrer Klagen über Eltern, die sogar Drohungen oder Mobbing einsetzen, wenn ihnen die Benotung ihrer Kinder nicht passt. Freia Peters stellt fest: „Ob im Lehrerzimmer, auf Zeugniskonferenzen oder im Gespräch mit Freunden: Wenn Lehrer erzählen, dauert es nicht lange, bis das Gespräch auf eines der zunehmenden Übel ihres Berufes kommt: anstrengende Eltern, die sich überall einmischen.“ Diese betrachten die Schule ihrer Kinder als pädagogischen Servicebetrieb, der zu liefern habe, allem voran gute Noten. Der ehemalige Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, prägte vor 15 Jahren den Begriff der Helikopter-Eltern, die ständig um ihren Nachwuchs kreisen. Mittlerweile hat sich die Definition verfeinert: Kampfhubschrauber gibt es, die beim kleinsten Hindernis ihre Gefechtsrohre ausfahren. Und Rasenmäher-Eltern, die alle Unebenheiten im Lebensweg ihrer Kinder beseitigen, um sie vermeintlich zum Erfolg zu führen.

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Hermann Hesse hatte eine üble Schulzeit

Im März 1892 flüchtete Hermann Hesse aus dem Seminar Maulbronn. Er wurde erst einen Tag später auf freiem Feld aufgegriffen. Andras Salcher fügt hinzu: „Es folgten heftige Konflikte mit den Eltern und eine Odyssee durch verschiedene Schulen.“ Seine Eltern steckten ihn mit 15 Jahren in eine Anstalt für Geistesschwache und Epileptiker. Dort musste er beim Unterricht geistig behinderter Kinder helfen. Seine tragische Schulzeit arbeitete er schon in jungen Jahren in seiner Erzählung „Unterm Rad“ auf. Welterfolge wie „Siddharta“, „Der Steppenwolf“, „Narziß und Goldmund“ oder „Das Glasperlenspiel“ führten 1946 zur Verleihung des Nobelpreises für Literatur. Paulo Coelho war ein Rebell, der gegen Vorstellungen und Ziele seiner Eltern aufbegehrte. Sie wiesen ihn mit 17 Jahren zweimal in die psychiatrische Anstalt Cas de Saúde Dr. Eiras ein. Denn sie dachten, er sei geisteskrank. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Bestseller-Autor und kritischer Vordenker in Bildungsthemen.

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Eltern müssen den Kindern die Welt zeigen

Im öffentlichen Schulsystem wird in der Regel sehr nachlässig mit den Talenten der Kinder umgegangen. Deshalb versuchen viele Eltern, selbst Verantwortung zu übernehmen. Andreas Salcher betont: „Das kann durchaus etwas Positives und sogar Notwendiges sein.“ Nun, hoffentlich mit der nötigen Vorsicht gegenüber zu viel Ehrgeiz der Frühförderung den eigenen Kindern gegenüber gewappnet, möchte Andreas Salcher auch die Gegenposition von Alice Mille darstellen. „Um uns in der Welt schrittweise einzuquartieren, sind wir darauf angewiesen, dass man sie uns zeigt,“ schreibt Donata Elschenbroich in ihrem Bestseller „Weltwissen der Siebenjährigen“. Die Autorin stellt die Frage: Was sollen Eltern ihren Kindern in den ersten Lebensjahren vermitteln, womit sollen sie in Berührung kommen? Dr. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Bestseller-Autor und kritischer Vordenker in Bildungsthemen.

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Schulen sollten Freude bereiten

Schulen brauchen kein Lob der Disziplin, denn Disziplin ist kein Selbstzweck, sie gehört gemäß der Definition des griechischen Philosophen Platon nicht zum kleinen Kreis der großen Tugenden. Joachim Bauer fordert: „Schulen sollen den Kindern und Jugendlichen durchaus möglichst viel Freude bereiten. Schulen sollen Lebensräume, junge Menschen motivierende Biotope sein.“ Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass nicht alles, was sich ein Kind oder Jugendlicher in der Schule aneignen sollte, nur Spaß machen kann. Kinder und Jugendliche, die einer Laissez-faire-Pädagogik ausgesetzt waren, sind im späteren Leben weniger selbstbewusst. Und zwar nicht, weil sie keine inspirierenden Selbst-Elemente in sich tragen, sondern auch deswegen, weil sie sich nicht an gesteckten Zielen bewähren konnten. Joachim Bauer ist Arzt, Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Bestsellerautor von Sachbüchern.

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Amokläufer scheinen ganz normal zu sein

Immer wieder kommt es zu Amokläufen in Schulen. Wo liegen die Wurzeln dieser neuzeitlichen Geißel der gutbürgerlichen Gesellschaft? Welche Umstände treiben einen meist in wohlhabenden Verhältnissen lebenden Jugendlichen an, wenn er sich zum Herrn über Leben und Tod aufschwingt? Warum erschießen sie mit unglaublicher Kälte junge Menschen, bevor sie sich selbst zur Strecke bringen? Reinhard Haller antwortet: „Die äußeren Fakten sind rasch aufgezählt: Lebensgeschichte, Beziehungsmuster, soziale Umstände und Verhalten der jungen Amokläufer und Massakristen weisen große Ähnlichkeiten auf.“ Meist handelt es sich um unauffällig lebende, als zurückhaltend und einzelgängerisch geltende Individuen. In deren Familien sind keineswegs die sonst angeschuldigten dissozialen Strukturen und Tendenzen der Verwahrlosung anzutreffen. „Das wirklich Abnormale an diesen Tätern und ihrem Milieu ist das Normale“, schreiben die Profiler. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender.

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Der klassische Unterricht stößt Schüler ab

Die positive Wirkung einer harmonischen Familie, die ihr Kind fördert und unterstützt, kann von demotivierenden negativen Lernerfahrungen in der Schule unterminiert werden. Andreas Salcher erläutert: „Der Einfluss der Schule kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, wenn es darum geht, ob Talente in der schwierigen Zeit der Pubertät überleben oder im Schwarzen Loch versinken.“ Es ist keineswegs mangelndes Interesse, zu lernen, sondern offensichtlich die Art des klassischen Schulunterrichts, die Schüler so abstößt. Die Zeit im regulären Unterricht empfindet die überwiegende Mehrzahl als langweilig. Überspitzt formulier kann man sagen, das Positive an der Schule sind für die Schüler die Pausen sowie die gemeinsame Zeit mit den Klassenkameraden auf dem Weg nach Hause. Dr. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Bestseller-Autor und kritischer Vordenker in Bildungsthemen.

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Viele Kinder werden immer verhaltensauffälliger

Die Psychotherapeutin Martina Leibovici-Mühlberger sieht überall Symptome der Überindividualisierung in der Gesellschaft. Andreas Salcher erklärt: „Das heißt, es wird nur die Verantwortlichkeit für das eigene Leben gespürt.“ Martina Leibovici-Mühlberger meint, die individuelle Lebensplanung der Eltern hat Toppriorität bekommen. Verbindliche Erziehungsnormen gibt es dagegen nicht mehr. Vor allem Lehrer der Volks- und Mittelschulen klagen, dass sich die Anzahl der verhaltensauffälligen Kinder in den letzten Jahren dramatisch erhöht hat. Und die Eltern wollen ihnen auch dann noch die Verantwortung dafür zuschieben. Diese Probleme lasten wie Mühlsteine auf den Schultern der Direktoren und Lehrer. Zudem erschweren sie den Unterricht und kosten Unmengen von Energie. Natürlich sind diese Probleme nicht neu. Nur wurden sie früher durch ein autoritäres Schulsystem unterdrückt. Dr. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Bestseller-Autor und kritischer Vordenker in Bildungsthemen.

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Kinder sollten sich selbst erziehen

Das Erziehungsideal von Anne Franks Vater Otto lautete, dass Kinder sich am besten selbst erziehen sollten. Er hat das mündige Kind in Anne entdeckt und gefördert. Er hat sie zu etwas gemacht, das auch bei der zehnten Lektüre ihres Tagebuchs begeistert, erschüttert und verstört. Ulf Poschardt stellt fest: „Mehr Mündigkeit ist schwer vorstellbar.“ Und das unter Umständen, in denen jede Form der pathologischen Unmündigkeit nachvollziehbar gewesen wäre. Ähnlich beeindruckend entwickelte der Mediziner und Pädagoge Janusz Korczak eine Utopie der Mündigkeit für eine Erziehung der Zukunft. Auch er entwickelte sie unter denkbar schwierigsten und unmenschlichsten Bedingungen. Den von ihm geschilderten Klassenkampf zwischen Erwachsenen und Kindern löst er in einer Frühforderung jeglicher Mündigkeitsimpulse der Kinder auf. Seit 2016 ist Ulf Poschardt Chefredakteur der „Welt-Gruppe“ (Die Welt, Welt am Sonntag, Welt TV).

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Howard Gardner fordert eine Schule des tiefen Verstehens

Der Harvard-Psychologe Daniel Goleman definiert die „Emotionale Intelligenz“ wie folgt: die eigenen Emotionen kennen, Emotionen beeinflussen, Emotionen in die Tat umsetzen, Empathie und Umgang mit Beziehungen. Andreas Salcher weiß: „Wer Erfolg im Leben haben will, muss dieses emotionale Alphabet beherrschen.“ Daniel Goleman macht klar, dass formale Ausbildung und ein entsprechender Intelligenzquotient notwendig sind, um einen bestimmten Job zu bekommen. Dann aber ist die Emotionale Intelligenz die wichtigste Voraussetzung dafür, um diesen Job auch erfolgreich erfüllen zu können. Je höher ein Mensch in einer Organisation aufsteigt, desto wichtiger wird der Faktor Emotionale Intelligenz. Deshalb haben mittlerweile sechs von sieben Bewertungskriterien, nach denen Firmen neue Mitarbeiter aussuchen, im weitesten Sinn mit Emotionaler Intelligenz zu tun. Dr. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Bestseller-Autor und kritischer Vordenker in Bildungsthemen.

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