Das Wichtige und Wertvolle verleiht Sinn

Nach dem Sinn suchen – das heißt, nach dem zu suchen, was wirklich wichtig und wertvoll ist. Dabei will man das große Ganze verstehen und sich auf seinen eigenen Beitrag dazu ausrichten. Nach Exzellenz streben – dies meint, sich auf hohe Standards und Qualität in der eigenen Ethik, im Verhalten, in der Leistung und in den erstellten Produkten auszurichten. Wachsen bedeutet schließlich, Wissen zu erwerben, Einsichten und Fertigkeiten, das eigene Potenzial zu verwirklichen und als Mensch zu reifen. Michaele Brohm-Badry erläutert: „Eudaimonisches Leben zeigt sich also darin, zu sich selbst zu stehen, auch in schwierigen Situationen, etwas Gutes beizutragen.“ Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry ist Professorin für Lernforschung. Sie war langjährige Dekanin des Fachbereichs Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie und Psychologie an der Universität Trier.

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Der Job erfüllt junge Menschen nicht mehr

Kerstin Kullmann stellt fest: „Die „Generation Z“ sucht nicht mehr nur Erfüllung im Beruf, sondern setzt auch auf Work-Life-Balance. Aber macht mehr Freizeit wirklich zufriedener? Eine Glücksstudie aus Harvard zeigt, wie wichtig der Job ist.“ Therese Kruse ist Psychotherapeutin. Sie besucht in Leipzig Patienten in Lebenskrisen zu Hause, und sie berät Menschen, die unter Depressionen, Ängsten oder Psychosen leiden, in der Praxis. Sie hört oft von großer Leere und von der Sinnfrage, ob der Beruf nicht mehr bringen müsste als Geld. Die Psychotherapeutin sieht immer häufiger, dass junge Menschen keinen Sinn mehr darin sehen, ihre Erfüllung in der Arbeit zu suchen. Beides zu vereinbaren – Engagement im Job und Zeit fürs Private –, empfindet insbesondere die „Generation Z“ als Herausforderung. Um die Jahrtausendwende geboren, haben die jungen Erwachsenen andere Vorstellungen als ihre Eltern.

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Der Purpose ist Opium des Volks

Überall spüren Menschen die negativen Folgen einer allgemeinen Überforderung. Doch anstatt das Problem an der Wurzel zu packen und die Arbeit wieder humaner zu gestalten, klebt man das Purpose-Pflaster darüber und hofft, dass die Wunde sich von selbst schließt. Ingo Hamm weiß: „Das tut sie nicht. Der Purpose beseitigt keine Missstände, er vertuscht sie. Der Purpose ist Opium des Volks und damit in bester Gesellschaft.“ Während der gesamten Kulturgeschichte der Menschheit haben staatliche, gesellschaftliche und religiöse Institutionen sich aufgeschwungen, den Menschen einen Lebenssinn aufzudrängen. Erschöpft sich der Sinn eines Menschenlebens etwa darin, alle vier Jahre eine technische Errungenschaft zu kaufen, welche die Welt retten soll? Das ist doch keine Sinngebung. Dr. Ingo Hamm ist Professor für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Darmstadt.

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Gute Gefühle erzeugen kluge Entscheidungen

Eine zentrale Frage ist für Maren Urner, unter welchen Bedingungen Menschen ein gutes und zufriedenstellendes Leben führen können. Bei der Positiven Psychologie geht es im Kern darum, Faktoren zu identifizieren, die glückliche und gesunde Menschen auszeichnen. Maren Urner stellt fest: „Stress, Angst und das Gefühl von Machtlosigkeit sind keine guten Berater. Wenn wir uns hingegen sicher, befähigt und gut fühlen, sind wir in der Lage, clevere und weise Entscheidungen zu treffen.“ Es sind ebendiese Gefühle, die Menschen lösungs- und zukunftsorientiert denken und handeln lassen. Außerdem fällt es ihnen leichter, Gewohnheiten zu entwickeln, die sie befähigen und helfen, mutig zu sein. Vor allem geht es dabei darum, sich selbst besser zu verstehen. Dr. Maren Urner ist Professorin für Medienpsychologie an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in Köln.

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Die Generation Z sucht einen Sinn im Job

Die Angehörigen der Generation Z, die zwischen 1997 und 2012 zur Welt gekommen sind, arbeitet nicht, um Geld zu verdienen. Sondern sie wollen in ihrem Job Sinn finden und stiften. Sie lehnen klassische Hierarchien und ihre Machtspielchen ab. Und damit ihre direkten Vorgesetzten, von denen sie verlangen, dass sie „besser“ sein müssen. Ingo Hamm erklärt: „Ein Chef erhält von dieser Generation nicht mehr Respekt aufgrund seiner Position, sondern nur noch Anerkennung für etwaige Sinnstiftung. Früher haben die Gläubigen das von Pfarrer, Kirche und Papst erwartet. Oder vom Kommen des Messias. Das ist kein Witz.“ Das hat bereits einen Paradigmenwechsel bei der Bewerbersuche von Unternehmen ausgelöst. Könnte die Sinnfrage, die sich viele Menschen heute stellen, nicht auf ein tiefes liegendes Problem hindeuten? Ingo Hamm ist Professor für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Darmstadt.

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Lebensziele sollen erfüllen und begeistern

Wer in seinem Leben eine Berufung gespürt hat, der kann sie erneuern und auf die zweite Lebenshälfte ausrichten. Im Wort Berufung steckt das Wort „Ruf“, deshalb nennt man es im Englischen „Calling“. Andreas Salcher betont: „Sind wir bereit, diesem Ruf zu folgen, kommen wir dem höheren Sinn unseres Lebens näher.“ Die Frage „Was ist mein Lebensziel?“ soll einen Menschen ermutigen, darüber nachzudenken, was er weitergeben und hinterlassen will. In der zweiten Lebenshälfte ist man viel freier, sich neue Ziele zu setzen, die einen wirklich erfüllen und begeistern. Vielleicht hilft es, die Frage konkreter zu stellen: „Wofür lebe ich in der zweiten Lebenshälfte?“ Ein Mensch sollte einen Lebensmittelpunkt haben, etwas, worin er gut ist und was andere Menschen brauchen. Dr. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Bestseller-Autor und kritischer Vordenker in Bildungsthemen.

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Alle reden vom Sinn des Lebens

Sinn ist im Trend. Das fordern die Angestellten und das bieten die Arbeitgeber seit kurzem in rauen Mengen an: Sinn. Ingo Hamm stellt fest: „Alle reden davon. Alles stellen plötzlich die Sinnfrage. Bei der Arbeit. Früher haben wir dem Boss die Gehaltsfrage gestellt, heute stellen wir uns und ihm die Sinnfrage.“ Sinn ist in. Aber nicht die Sinnfrage entscheidet Schlachten, Karrieren und das Schicksal der Welt, sondern gewissenhafte Arbeit. Arbeit, die man gerne macht und deswegen gut erledigt. Nicht der Sinn entscheidet, sondern die Tat. Nicht das, was sinnvoll ist, verändert die Welt – sonst gäbe es keine Klimakrise – sondern das, was getan wird. Daher die Klimakrise; es wird zu wenig getan, obwohl das allen Sinn der Welt machen würde. Dr. Ingo Hamm ist Professor für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Darmstadt.

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Den Pessimisten plagen Furcht und Trauer

Wenn man sich das Leben als großen Abreißkalender für jeden Tag vorstellt, dann sieht der Pessimist mit Furcht und Trauer, wie die verbleibenden Tage immer weniger werden. Die Schicht der restlichen Tage am Kalender wird immer dünner. Im Gegensatz zu einem Kalender kann er sich nie sicher sein, dass das Blatt, das er abgerissen hat, nicht das letzte gewesen sein könnte. Andreas Salcher vergleicht: „Der Optimist hat den gleichen Kalender vor sich, blickt nur mit einer anderen Perspektive darauf. Jedes abgerissene Blatt legt er mit Freude auf den Stoß, der sein bisheriges Leben dokumentiert.“ Dankbar notiert er auf der Rückseite jedes Blattes tagebuchartig, war er an diesem Tag erlebt, gelernt, geschafft hat. Dr. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Autor von Bestsellern und kritischer Vordenker in Bildungsthemen.

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Krankheit kann immer etwas Sinnvolles sein

Krankheit bringt laut Viktor Frankl keineswegs eine Sinnverlust, eine Sinnverarmung des Daseins notwendig mit sich: „Sie ist die Möglichkeit nach vielmehr immer etwas Sinnvolles.“ Die Krankheit kann mitunter sogar einen Gewinn bedeuten. Es gibt sogar Menschen, die in Krankheit und Tod nicht nur keinen Verlust und nicht nur einen Gewinn sehen, sondern geradezu ein „Geschenk“. Dem Sinn, der sich aus Kranksein und Sterben ergeben mag, kann alle äußere Erfolglosigkeit und alles Scheitern in der Welt nichts anhaben. Hier handelt es sich vielmehr um einen inneren Erfolg, der trotz äußerer Erfolgslosigkeit besteht. Viktor E. Frankl war Professor für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Wien und 25 Jahre lang Vorstand der Wiener Neurologischen Poliklinik. Er begründete die Logotherapie, die auch Existenzanalyse genannt wird.

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Ein Liebender gibt seinem Leben Sinn

Nicht nur mit seinem Tätigsein kann man seinem Leben insofern Sinn geben, wenn man seine konkreten Fragen verantwortungsbewusst beantwortet. Aber nicht nur als Handelnder kann ein Mensch die Forderungen des Daseins erfüllen, sondern auch als Liebender. Und zwar in liebender Hingabe an das Schöne, das Große, das Gute. Viktor Frankl stellt folgendes Gedankenexperiment vor. Ein Mensch sitzt in einem Konzertsaal und lauscht seiner Lieblingssymphonie. Diese Person ist von der Musik so ergriffen, dass es ihr kalt über den Rücken läuft. Jetzt muss man sich vorstellen, diesen Menschen zu fragen, ob sein Leben in diesem Augenblick einen Sinn habe. Viktor E. Frankl war Professor für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Wien und 25 Jahre lang Vorstand der Wiener Neurologischen Poliklinik. Er begründete die Logotherapie, die auch Existenzanalyse genannt wird.

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