Lebensziele sollen erfüllen und begeistern

Wer in seinem Leben eine Berufung gespürt hat, der kann sie erneuern und auf die zweite Lebenshälfte ausrichten. Im Wort Berufung steckt das Wort „Ruf“, deshalb nennt man es im Englischen „Calling“. Andreas Salcher betont: „Sind wir bereit, diesem Ruf zu folgen, kommen wir dem höheren Sinn unseres Lebens näher.“ Die Frage „Was ist mein Lebensziel?“ soll einen Menschen ermutigen, darüber nachzudenken, was er weitergeben und hinterlassen will. In der zweiten Lebenshälfte ist man viel freier, sich neue Ziele zu setzen, die einen wirklich erfüllen und begeistern. Vielleicht hilft es, die Frage konkreter zu stellen: „Wofür lebe ich in der zweiten Lebenshälfte?“ Ein Mensch sollte einen Lebensmittelpunkt haben, etwas, worin er gut ist und was andere Menschen brauchen. Dr. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Bestseller-Autor und kritischer Vordenker in Bildungsthemen.

Den Sinn des Lebens findet niemand in sich selbst

Sobald das eigene Leben nicht mehr primär von der Rolle in der Arbeitswelt bestimmt wird, muss man seinen Lebenszweck neu bestimmen. Andreas Salcher erklärt: „Je besser wir unser Wesen, unsere Werte, unsere spirituellen Überzeugungen und unsere Gaben kennen, desto leichter werden wir uns damit tun.“ Zu tun gibt es genug auf dieser Welt. Nach Viktor E. Frankl findet man den Sinn des Lebens nicht, indem man diesen in sich selbst sucht, sondern in der Arbeit und Liebe.

Das Sich-Einlassen auf die Sinnfrage bedeutet den Beginn eines spannenden Abenteuers, das einen nie wieder ganz loslassen wird, ja das mit zunehmendem Lebensalter sogar noch an Bedeutung gewinnt. Viktor E. Frankl spielt in den Büchern von Andreas Salcher eine wichtige Rolle, weil er ihm wie Millionen anderer Menschen geholfen hat, Antworten auf brennende Fragen des Lebens zu finden. Andreas Salcher hat verstanden, dass er seinen Sinn nicht in sich finden kann, weil das nur zu einer Verstrickung mit seinem Innenleben führt.

In jedem Augenblick kann man den Sinn des Lebens entdecken

Andreas Salcher stellt fest: „Erfüllung habe ich daher immer dann gefunden, wenn ich etwas riskiert und umgesetzt habe – und vor allem wenn ich geliebt habe.“ Andreas Salcher hat einige der wesentlichen Prinzipien von Viktor E. Frankl kurz zusammengefasst: „Wir können unsere Einstellung gegenüber allem frei wählen, was uns widerfährt. Wir können unseren Willen zum Sinn erfüllen, wenn wir uns bewusst und authentisch für sinnvolle Werte und Ziele engagieren. Wir können in jedem Augenblick unseres Lebens Sinn entdecken.“

Weitere Prinzipien lauten: „Wir können lernen, nicht gegen uns selbst zu arbeiten und unseren eigenen Intentionen nicht zuwiderhandeln. Wir können uns von uns selbst distanzieren, um Einsichten und neue Perspektiven zu entwickeln, und über uns lachen. Wir können unsere Aufmerksamkeit so lenken, dass wir auch sehr schwierige Situationen bewältigen. Wir können über uns hinauswachsen und die Welt verändern, und sei es nur ein ganz kleines bisschen.“ Quelle: „Das ganze Leben in einem Tag“ von Andreas Salcher

Von Hans Klumbies

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