Priming beeinflusst unsere Entscheidungen

Hans-Otto Thomashoff weiß: „Andauern nimmt unsere Psyche unbewusst äußere Reize auf und passt sich an sie an. Meist, ohne dass wir das merken.“ Jugendliche bekamen einen Text zu lesen, der Wörter enthielt, die man mit einem hohen Lebensalter assoziiert, wie „schwerhörig“, „Schmerzen“, „geschwächt“, „behindert“, „Hautfalten“ oder „Bridge“. Anschließend brauchten diese Jugendlichen signifikant länger für den Weg zu einem Gedächtnistest in einem Nebengebäude und schnitten auch deutlich schlechter als eine Vergleichsgruppe. Man spricht bei einer solchen Beeinflussung durch unbewussten Anker von Priming. Ohne dass man es bewusst realisiert, ist man durch Priming beeinflussbar. Wer eine wärme Tasse Kaffee in Händen hält, schätzt andere Menschen als warmherziger ein. Hans-Otto Thomashoff ist Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychoanalyse in eigener Praxis in Wien.

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Angst braucht als Emotion immer die Zukunft

Eine äußerst effektive Maßnahme der Manipulation besteht in der einfachen Aufstellung einer Behauptung. Thorsten Havener fügt hinzu: „Einen der spannendsten Aspekte dieser Methode beinhaltet die sogenannte „selbsterfüllende Prophezeiung“. Paul Watzlawick, der Kärtner Godfather of Communication, definiert in seinem Beitrag „Selbsterfüllende Prophezeiungen“ folgendermaßen: „Eine sich selbsterfüllende Prophezeiung ist eine Annahme oder Voraussage, die rein aus der Tatsache heraus, dass sie gemacht wurde, das angenommene, erwartete oder vorhergesagte Ereignis zur Wirklichkeit werden lässt und so ihre eigene „Richtigkeit“ bestätigt.“ Das Bemerkenswerte an der selbsterfüllenden Prophezeiung ist, dass das klassische Ursache-Wirkung-Denken hier versagt. Es wird umgedreht. Allein die Behauptung sorgt dafür, dass ein zukünftiges – noch nicht eigetretenes – Ereignis einen Effekt in der Gegenwart hat, in der das vorhergesagte Ereignis eintritt. Thorsten Havener ist Deutschlands bekanntester Mentalist.

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Suggestionen besitzen eine ungeheure Kraft

Suggestionen haben eine ungeheuer beeinflussende Wirkung. Thorsten Havener erläutert: „Jede Suggestion wird Teil unserer Realität, sobald wir sie akzeptiert haben. Damit werden diese Suggestionen zu Programmen in unseren Gedanken. Sie sind Teil unserer mentalen Software. Damit ist unser Leben immer nur so gut wie unsere Gedanken.“ Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten, eine Suggestion so zu verpacken, dass sie ihre ungeheure Kraft entfalten kann: Timing, Wiederholung und Präsentation. Wie in vielen anderen Lebensbereichen auch ist der richtige Zeitpunkt das Fundament einer gelungenen Suggestion. Man sollte niemandem erzählen, dass etwas passieren wird, bevor es passiert. Man nimmt auf, was schon passiert ist und verknüpft die Suggestion mit bereits eingetretenen Faktoren. Sehr gut ist es auch, diese Eigenschaften zu erwähnen und zu bestätigen. Thorsten Havener ist Deutschlands bekanntester Mentalist.

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Worte können sämtliche Emotionen auslösen

Worte unterscheiden den Menschen von allen anderen Lebewesen, mit denen sie die Erde teilen. Thorsten Havener stellt fest: „Worte können uns zum Weinen bringen oder zum Lachen. Sie können uns wütend machen oder glücklich. Allein durch Worte können sämtliche Emotionen in uns ausgelöst werden.“ Jeder gute Drehbuchautor weiß, wie er durch Worte die Gefühlswelt der Zuschauer anspricht. Große Führungspersönlichkeiten und Denker haben durch ihre Worte dafür gesorgt, dass Menschen in einer bestimmten Weise fühlen und dann folglich handeln – oder eine Handlung verweigern. Suggestionen haben – in den Händen und Mündern eines Meisters – eine unglaubliche Wirkung und sind eines der mächtigsten Mittel der Beeinflussung. Nach dem amerikanischen Hypnotiseur Ormond McGill ist eine Suggestion die unbewusste Ausführung einer Idee. Thorsten Havener ist Deutschlands bekanntester Mentalist.

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Manipulation ist so alt wie die Menschheit

Albert Kitzler definiert Philosophie wie folgt: „Sie ist die Disziplin, die nach dem Wesen von Mensch und Welt in ihrer Ganzheit fragt.“ Er sagt weiter, dass die Lehren von Menschen wie von Seneca oder auch Aristoteles heute noch genauso anwendbar sind wie zu deren Lebzeiten, ja sie sind bis heute unübertroffen. Das hat Thorsten Havener überzeugt, zumal vor allem Seneca ihn schon seit vielen Jahren begleitet und bereits so einige gute Gedanken in ihm ausgelöst hat. Also hat er sich auf die Suche gemacht, was die Philosophie über Manipulation und Überzeugung zu sagen hat. Fündig wurde Thorsten Havener bei Aristoteles. Schon er unterscheidet drei Arten der Überzeugung: Logos, Pathos und Ethos. Oder auch: Überzeugungen durch Logik, Emotionen und Ethik. Thorsten Havener ist Deutschlands bekanntester Mentalist.

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Menschen müssen sich ständig entscheiden

Entscheiden ist anstrengend. Man denkt nach, überlegt, wägt ab, prüft Pro und Kontra. Wie schön ist es da, wenn jemand einem hilft, eine Entscheidung zu treffen. Und Menschen entscheiden ständig. Thorsten Havener fordert: „Schauen Sie sich doch mal in Ihrem Zuhause um – alles, was sich dort befindet, ist dort aufgrund einer getroffenen Entscheidung. Die Farbe an den Wänden, die Möbel, die Bücher und der Inhalt der Regale und, und, und.“ Irgendwer hat zu irgendeinem Zeitpunkt in der Vergangenheit entschieden, dass es genau so aussehen soll und nicht anders. Dabei hat derjenige sich genau für die Dinge entschieden, die sich jetzt dort befinden, und damit haben sich genau die Sachen gegen viele andere durchgesetzt, die nicht gekauft wurden. Thorsten Havener ist Deutschlands bekanntester Mentalist.

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Priming ist eine Methode der Manipulation

Beim Priming werden Menschen wichtige Informationen in versteckter oder unterschwelliger Form vermittelt, um deren Verhalten zu beeinflussen. Als Vater des Primings gilt der Wissenschaftler John Bargh, dessen Buch „Vor dem Denken“ ein Klassiker ist. Thorsten Havener erklärt: „Bargh hat zum Beispiel nachgewiesen, dass Studienteilnehmer sich messbar langsamer bewegten, wenn sie zuvor mit Wörtern wie „alt“, „runzlig“ oder auch „Rente“ konfrontiert wurden. Offensichtlich lässt uns allein der Gedanke ans Altern langsamer werden.“ Durch Priming wurde gezeigt, dass die Beurteilung von Ereignissen und die Wahrnehmung von unbewusst wahrgenommenen vorangehenden Erfahrungen beeinflusst werden können. Priming kann Menschen über all ihre Sinne erreichen. Auch Alltagserfahrungen können Menschen ganz unwillkürlich primen und damit stark beeinflussen. Bargh hat sogar bewiesen, dass Erfahrungen Menschen noch lange nach dem jeweiligen Ereignis beeinflussen, wenn sie sie schon lange vergessen haben und sie sich in völlig anderen Situationen befinden. Thorsten Havener ist Deutschlands bekanntester Mentalist.

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Die Wiederholung dient der Manipulation

Sich doof stellen und den anderen seine Argumente zigmal wiederholen zu lassen, ist sehr effektiv, wenn man sein Gegenüber schwächen will. Vorausgesetzt, man bringt die entsprechende Renitenz mit. Thorsten Havener weiß: „Auch wenn die Wiederholung einer der Grundpfeiler der Manipulation ist, so hat sie in einigen Bereichen doch ihre Grenzen. Bei mir zu Hause scheint sie nur in Ausnahmefällen zu greifen.“ Dort liegen beispielsweise trotz gebetsmühlenartiger Wiederholungen überall Schuhe und Jacken rum. Und auch das Licht ist ganz gerne mal über Nacht eingeschaltet. Das menschliche Gehirn ist nicht immer rational. Das Denken hat den Drang, optimal zu reagieren. Paradoxerweise lässt es sich gerade dadurch besonders gut täuschen. Der Nobelpreisträger Daniel Kahneman beschreibt in seinem epochalen Werk „Schnelles Denken – Langsames Denken“ sehr detailliert, wie sich das Denken täuschen lässt und wie das Gehirn ausgerechnet in den Momenten, in denen es optimal reagieren will, oft suboptimal reagiert. Thorsten Havener ist Deutschlands bekanntester Mentalist.

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Erfolg benötigt den richtigen Zeitpunkt

Der wichtigste Faktor für Erfolg ist die passende Situation. Es ist nicht der Wille eines Menschen und es sind auch nicht seine Fähigkeiten und Fertigkeiten allein, die über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Das sind zwar alles wichtige Faktoren für das Gelingen eines Vorhabens. Genau wie eine Prise Glück. Thorsten Havener betont: „Aber der wichtigste Faktor ist der richtige Moment. Versuchen Sie einmal, im Winter auf einer schneebedeckten Wiese Blumen zu pflücken … Da helfen auch Wille und Fähigkeiten nicht weiter.“ Auch der geschickte Manipulator wartet auf den richtigen Moment. Oder er schafft ihn. Manchmal wartet er den Moment der Entspannung seiner Zuschauer ab und handelt dann. Es gibt einige weitere Möglichkeiten, mit denen sich die Gedanken der Zuschauer einschränken lassen. Thorsten Havener ist Deutschlands bekanntester Mentalist.

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Behauptungen dienen der Beeinflussung

Thorsten Havener vertritt die These, dass das Aufstellen einer Behauptung eine der grundlegendsten Methoden der Beeinflussung ist. Es ist in vielen Fällen tatsächlich so einfach. Der Manipulator stellt einfach voller Selbstbewusstsein irgendeine Behauptung auf und schaut, was passiert. Thorsten Havener betont: „Eine einfache Behauptung ist ein unglaublich starkes Mittel der Einflussnahme. Das Schöne daran: Mit genügend Selbstbewusstsein vorgetragen wird derjenige, der die Behauptung aufstellt, nie nach Beweisen für seine Prognosen gefragt.“ Ein wahrer Meister im selbstbewussten Aufstellen wilder Behauptungen ist der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump. Er hat, so die Tagesschau, in seiner vierjährigen Amtszeit über 22.000 falsche Behauptungen aufgestellt. Danach hat er die wohlbekannte Technik der Wiederholungen genutzt, um die falschen Aussagen immer wieder zu repräsentieren und so Glaubwürdigkeit zu suggerieren. Thorsten Havener ist Deutschlands bekanntester Mentalist.

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