Behauptungen dienen der Beeinflussung

Thorsten Havener vertritt die These, dass das Aufstellen einer Behauptung eine der grundlegendsten Methoden der Beeinflussung ist. Es ist in vielen Fällen tatsächlich so einfach. Der Manipulator stellt einfach voller Selbstbewusstsein irgendeine Behauptung auf und schaut, was passiert. Thorsten Havener betont: „Eine einfache Behauptung ist ein unglaublich starkes Mittel der Einflussnahme. Das Schöne daran: Mit genügend Selbstbewusstsein vorgetragen wird derjenige, der die Behauptung aufstellt, nie nach Beweisen für seine Prognosen gefragt.“ Ein wahrer Meister im selbstbewussten Aufstellen wilder Behauptungen ist der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump. Er hat, so die Tagesschau, in seiner vierjährigen Amtszeit über 22.000 falsche Behauptungen aufgestellt. Danach hat er die wohlbekannte Technik der Wiederholungen genutzt, um die falschen Aussagen immer wieder zu repräsentieren und so Glaubwürdigkeit zu suggerieren. Thorsten Havener ist Deutschlands bekanntester Mentalist.

Gaslighting ist eine emotionale Manipulation

Donald Trump tat das mit Erfolg. Die Aussagen standen im Raum, die Angegriffenen waren damit beschäftigt, die Aussagen zu widerlegen, was aber nicht alle Menschen erreicht hat, die zuvor den Schwachsinn von Trump gelesen hatten. Trump hat zum Beispiel über 260 Mal behauptet, die Mauer zwischen den USA und Mexiko werde von den Mexikanern gezahlt werden – völliger Unsinn. Solche Behauptungen sind gewöhnlich schwammig formuliert und sie werden gewöhnlich einfach mal stehen gelassen. Der „Experte“ beweist die Richtigkeit seiner Aussage einfach nicht.

Das scheint Thorsten Havener eine geeignete Stelle zu sein, einen Begriff zu erwähnen, der in den letzten Jahren immer stärker Beachtung gefunden hat, das sogenannte Gaslighting oder auch der Gaslight-Effekt. Der Begriff wurde geprägt durch die Psychoanalytikerin und Autorin Dr. Robin Stern. Sie hat ein sehr gutes Buch darüber geschrieben. Gaslighting ist eine „emotionale Manipulation, bei der ein Gaslighter versucht, einen anderen davon zu überzeugen, dass er sein Verhalten oder seine Beweggründe falsch erinnert, falsch versteht oder interpretiert.

Natürliche Manipulationen werden oft nicht erkannt

„So sät er Zweifel, weshalb sie sich verletzlich und verwirrt vorkommen“, so Stern wörtlich in ihrem Buch. Eine Behauptung muss übrigens nicht immer laut ausgesprochen werden. Sie kann durch einen anderen Satz auch durch die Hintertür auf den Plan treten. Thorsten Havener erklärt: „Das kann bis zur Erpressung in der Partnerschaft reifen. Wenn der manipulative Partner etwa eine Forderung stellt und dann – meist ungefragt – hinzufügt: „Aber du liebst mich doch!“ Wenn der andere nicht macht, was man will, liebt er einen nicht. Das ist extrem manipulativ.

Je natürlicher sich eine Manipulation in eine Situation einfügt, desto eher wird sie vom Opfer angenommen und nicht als solche erkannt. Zum Beispiel hat der Webberater Jacob Nielsen in vergleichenden Versuchen herausgefunden, dass Internetuser bei Bestellungen überwiegend die obere von zwei Optionen nehmen. Thorsten Havener findet so etwas ja unglaublich spannend. Warum das so ist, weiß kein Mensch. Es scheint eine natürliche Standardeinstellung bei den meisten Menschen zu sein. Quelle: „Mach doch, was ich will“ von Thorsten Havener

Von Hans Klumbies

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