Der Umgang mit Leid ist unterschiedlich

Große Enttäuschungen, schwere Schicksalsschläge, Verluste, Trennung, der Tod wichtiger Menschen können zur Minderung der Lebensfreude führen und das Dasein nachhaltig belasten. Der Umgang mit Leid ist jedoch unterschiedlich. Heinz-Peter Röhr erläutert: „Da es immer auf den Blickwinkel ankommt, unter dem ein Problem betrachtet wird, sind es möglicherweise auch weniger schwerwiegende Ereignisse, die eine überwertige Bedeutung bekommen.“ Um die Dinge gleich ins rechte Licht zu rücken, betont Heinz-Peter Röhr, dass betroffene Menschen tatsächlich sehr leiden. Auffällig sind jedoch die Übertreibungen nach dem Motto: „Mein Schmerz ist so groß, dass niemand ihn verstehen kann; ich werde das Problem nie hinter mir lassen können; diese Enttäuschung werde ich nie verzeihen; ich kann mich nie mehr freuen …“ Heinz-Peter Röhr ist Pädagoge und war über dreißig Jahre lang in der Fachklinik Fredeburg/Sauerland für Suchtmittelabhängige psychotherapeutisch tätig.

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Ein Liebender gibt seinem Leben Sinn

Nicht nur mit seinem Tätigsein kann man seinem Leben insofern Sinn geben, wenn man seine konkreten Fragen verantwortungsbewusst beantwortet. Aber nicht nur als Handelnder kann ein Mensch die Forderungen des Daseins erfüllen, sondern auch als Liebender. Und zwar in liebender Hingabe an das Schöne, das Große, das Gute. Viktor Frankl stellt folgendes Gedankenexperiment vor. Ein Mensch sitzt in einem Konzertsaal und lauscht seiner Lieblingssymphonie. Diese Person ist von der Musik so ergriffen, dass es ihr kalt über den Rücken läuft. Jetzt muss man sich vorstellen, diesen Menschen zu fragen, ob sein Leben in diesem Augenblick einen Sinn habe. Viktor E. Frankl war Professor für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Wien und 25 Jahre lang Vorstand der Wiener Neurologischen Poliklinik. Er begründete die Logotherapie, die auch Existenzanalyse genannt wird.

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Die Gefühle beeinflussen den Geist

Wenn ein Mensch verletzt ist und Scherzen hat, kann er etwas dagegen tun. Ganz gleich, was die Ursache der Verletzung ist oder wie sich der Schmerz im Einzelnen anfühlt. Antonio Damasio fügt hinzu: „Das Spektrum der Situationen, die beim Menschen Leid verursachen können, umfasst nicht nur körperliche Wunden. Sondern sie umfasst auch die Verletztheit, die wir empfinden, wenn wir einen geliebten Menschen verloren oder eine Demütigung erlitten haben.“ Die Fülle derartiger Erinnerungen erhält das Leiden aufrecht und verstärkt es zugleich. Das Gedächtnis trägt dazu bei, dass ein Mensch die Situation in eine imaginäre Zukunft projizieren und sich die Folgen ausmalen kann. Antonio Damasio ist Professor für Neurowissenschaften, Neurologie und Psychologie an der University of Southern California und Direktor des dortigen Brain and Creative Institute.

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