Die meisten Ängste sind überflüssig

Angst ist ein wichtiges Gefühl, das dem Überleben dient. Heinz-Peter Röhr weiß: „Angst hat die Aufgabe, uns zu warnen, wenn eine Situation gefährlich ist. Angst löst Fluchtimpulse aus, das ist tief in den Genen des Menschen angelegt. Flucht ist dann richtig, wenn man sich aus einer wirklich gefährlichen Situation entfernt.“ Nicht selten stellt einen Menschen Angst jedoch vor eine andere Aufgabe: Hier ist ein Problem zu lösen! Nicht das Ausweichen vor der Angst ist dann die Lösung, sondern das beherzte Zugehen auf das Problem. Oft ist Angst ein Signal, das zum Handeln auffordert: etwas an der Situation zu ändern. Die meisten Ängste sind jedoch völlig überflüssig. Heinz-Peter Röhr ist Pädagoge und war über dreißig Jahre lang in der Fachklinik Fredeburg/Sauerland für Suchtmittelabhängige psychotherapeutisch tätig.

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Probleme bei Paaren sind notwendig

Offensichtlich haben viele Paare miteinander Probleme. Diese Tatsache beurteilt man gewöhnlich als nachteilig. Michael Lehofer weiß: „In Wahrheit ist es aber notwendig, in Paarbeziehungen Probleme zu haben. Denn nur bei Problemen können wir reifen. Die Reifung bedeutet Wachstum und ist daher ein Lebenszeichen wie kein anderes.“ Wenn man in einer Paarbeziehung ein gravierendes Problem hat, hadert man gewöhnlich mit seinem Schicksal. Im Grunde poppt in diesem Zusammenhang aber meist nur ein bisher verdeckter Konflikt des Paares auf. Nicht das Konflikt ist das Problem, sondern die Weise, wie das Paar mit ihm umgeht. Wenn das Leben wie geschmiert läuft, kann man sich nicht entwickeln. Univ.-Prof. Dr. med. Dr. phil. Michael Lehofer ist ärztlicher Direktor und Leiter der einer Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Landeskrankenhaus Graz II.

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Geld allein macht nicht glücklich

Es war einmal ein Mann, der glaubte, wenn er genügend Geld habe, würde er nicht nur Herr seiner Probleme werden, sondern endlich auch ein glückliches Leben führen. Maren Urner fügt hinzu: „Er würde endlich den Wünschen und Ansprüchen seiner Frau und seinen Kindern genügen, würde sich das leisten können, wonach ihm ist, und sorgenfrei alt werden.“ Mit dieser Vorstellung ist beziehungsweise war der Mann alles andere als allein. Ohne an dieser Stelle Begriffe wie Markt, Kapitalismus und Leistungsgesellschaft bemühen zu wollen: Diese Vorstellung ist grundlegend für das Funktionieren der modernen Gesellschaften, in der viele Menschen leben. Runtergebrochen lässt sich der Gedanke ungefähr so zusammenfassen: Die meisten Probleme lassen sich mit Geld und der damit verbundenen Macht beseitigen oder zumindest verkleinern. Dr. Maren Urner ist Professorin für Medienpsychologie an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in Köln.

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Der Umgang mit Leid ist unterschiedlich

Große Enttäuschungen, schwere Schicksalsschläge, Verluste, Trennung, der Tod wichtiger Menschen können zur Minderung der Lebensfreude führen und das Dasein nachhaltig belasten. Der Umgang mit Leid ist jedoch unterschiedlich. Heinz-Peter Röhr erläutert: „Da es immer auf den Blickwinkel ankommt, unter dem ein Problem betrachtet wird, sind es möglicherweise auch weniger schwerwiegende Ereignisse, die eine überwertige Bedeutung bekommen.“ Um die Dinge gleich ins rechte Licht zu rücken, betont Heinz-Peter Röhr, dass betroffene Menschen tatsächlich sehr leiden. Auffällig sind jedoch die Übertreibungen nach dem Motto: „Mein Schmerz ist so groß, dass niemand ihn verstehen kann; ich werde das Problem nie hinter mir lassen können; diese Enttäuschung werde ich nie verzeihen; ich kann mich nie mehr freuen …“ Heinz-Peter Röhr ist Pädagoge und war über dreißig Jahre lang in der Fachklinik Fredeburg/Sauerland für Suchtmittelabhängige psychotherapeutisch tätig.

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Viele Menschen verdrängen gerne Krisen

Seit jeher ist die Menschheit überzeugt, dass alles immer schlimmer wird. Jakob Hein ergänzt: „Und auch jetzt gerade erscheint es uns so schlimm und ausweglos wie nie zuvor. Die Krisen schieben sich förmlich übereinander, bedingen und verstärken einander. Wenn wir eine von ihnen gerade nicht beobachten, scheint sie sich in diesem Schatten heimlich zu verstärken.“ Deshalb wollen viele Deutsche überhaupt keine Nachrichten mehr sehen oder hören. Mit Krisen, die zwar real existieren, mit denen aber die betroffenen Menschen keinen anderen Umgang finden als den hilflosen Versuch, sie zu verdrängen, kenne psychotherapeutisch arbeitende Menschen sich aus. Sie wissen nicht mehr als andere von Waffen, Viren oder dem Klimawandel, aber sie kennen Menschen in Krisensituationen. Jakob Hein ist Psychiater für Kinder und Erwachsene und Schriftsteller. Seit 2011 führt er seine eigene Praxis.

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Grübeln verursacht psychische Störungen

Wie sehr Grübeln für viel psychischen Störungen und psychosomatische Krankheiten verantwortlich ist, wurde lange Zeit unterschätzt. Gerade der Umgang mit negativen Gedanken ist für viele Menschen ein Problem, für das sie keine geeignete Lösung haben. Heinz-Peter Röhr erklärt: „Nachdenken ist ein Instrument, um Probleme zu lösen. Finden wir keine Lösung, suggeriert nicht selten ein unbestimmtes Gefühl, dass durch intensiveres Nachdenken doch noch eine Lösung gefunden werden könne.“ Liegt die Lösung für ein Problem in der Zukunft beziehungsweise ist nicht möglich, kann noch so viel Nachdenken nicht weiterhelfen, sondern läuft ins Leere. In diesem Fall ist Nachdenken schädlich! Man gerät in einen Teufelskreis und fängt an zu grübeln. Heinz-Peter Röhr ist Pädagoge und war über dreißig Jahre lang in der Fachklinik Fredeburg/Sauerland für Suchtmittelabhängige psychotherapeutisch tätig.

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Viele alltägliche Ängste sind völlig überflüssig

Wer Ängste erlebt, nimmt sie auf seine Weise wahr. Und zunächst spielt es für den Betroffenen keine Rolle, ob es sich um eine reale Gefahr handelt oder um Relikte aus einer anderen Zeit. Die Angst ist dominant und wird als belastend empfunden. Heinz-Peter Röhr weiß: „Das erfolgreichste Rezept gegen unrealistische Ängste ist: Genau das zu tun, wovor man Angst hat. Wenn dies erledigt ist, stellt sich Erleichterung ein.“ Man darf jetzt mit Recht stolz auf sich sein. Die technisierte Welt der Gegenwart ist arm an Abenteuern. Die Bewältigung von Ängsten kann ein kostenloser Nervenkitzel und ein Abenteuer sein. Wer seine Ängste besiegt, verschafft sich ein Plus an emotionaler Stabilität. Heinz-Peter Röhr ist Pädagoge und war über dreißig Jahre lang in der Fachklinik Fredeburg/Sauerland für Suchtmittelabhängige psychotherapeutisch tätig.

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Jeder Mensch hat Lösungskompetenzen

Jeder Mensch ist lösungsbegabt. Zur Umsetzung dieser Begabung in eine Leistung, also die erfolgreiche Lösung eines Problems, bedarf es eines bestimmten Wissens und Übung. Markus Hengstschläger betont: „Um ein konkretes Problem zu lösen, braucht es außerdem den Erwerb und die Perfektionierung allgemeiner und zusätzlich für jedes Problem ganz spezifischer Lösungskompetenzen.“ Kompetenzen sind ja Fähigkeiten und Fertigkeiten, die es jemandem ermöglichen, Aufgaben auszuführen und Probleme zu lösen. Zusätzlich muss die genetisch mitbestimmte Lösungsbegabung mit dem entsprechenden Mut, neue Wege zu gehen, in einem kreativen Prozess, durch motivierte harte Arbeit, umgesetzt werden. Um konkrete kreative Ideen- und Lösungsfindungsprozesse umzusetzen, muss man die Lösungsbegabung des Menschen fördern, entfalten und immer wieder inspirieren. Professor Markus Hengstschläger ist Vorstand des Instituts für Medizinische Genetik an der MedUniWien.

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