Es war einmal ein Mann, der glaubte, wenn er genügend Geld habe, würde er nicht nur Herr seiner Probleme werden, sondern endlich auch ein glückliches Leben führen. Maren Urner fügt hinzu: „Er würde endlich den Wünschen und Ansprüchen seiner Frau und seinen Kindern genügen, würde sich das leisten können, wonach ihm ist, und sorgenfrei alt werden.“ Mit dieser Vorstellung ist beziehungsweise war der Mann alles andere als allein. Ohne an dieser Stelle Begriffe wie Markt, Kapitalismus und Leistungsgesellschaft bemühen zu wollen: Diese Vorstellung ist grundlegend für das Funktionieren der modernen Gesellschaften, in der viele Menschen leben. Runtergebrochen lässt sich der Gedanke ungefähr so zusammenfassen: Die meisten Probleme lassen sich mit Geld und der damit verbundenen Macht beseitigen oder zumindest verkleinern. Dr. Maren Urner ist Professorin für Medienpsychologie an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in Köln.