Äußere Anreize können innere Reize zerstören

Auch wenn niemand einen Menschen von außen antreibt, treibt es ihn von innen voran – falls er nicht Depression, Lethargie, Burnout oder der komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung verfallen ist. Woher sollten natürliches Interesse, menschliche Neugier, Forscherdrang und Spontanität kommen und sich für alle sichtbar immer wieder in Alltag und Beruf entfalten? Ingo Hamm erklärt: „Neugier und Interesse kennt jeder und entwickeln wir alle – ohne äußere Anreize. Im Gegenteil: Äußere Anreize können diese inneren Reize kaputtmachen.“ Ergo braucht der Mensch, wenn man ihn motivieren möchte, nicht per se oder ausschließlich eine externe Steuerung – Belohnung, Bestrafung, Überwachung. Die meisten Menschen, insbesondere Kinder, sind von Haus an neugierig und an der Welt interessiert, wenn man sie nicht allzu sehr stresst oder gängelt. Dr. Ingo Hamm ist Professor für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Darmstadt.

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Das Glück ist keine Insel

Erstens ist Geld ist am Ende des Tages nicht nur ein leeres Glücksversprechen, sondern scheint sogar das Gegenteil zu bewirken. Maren Urner weiß: „Wir kennen sie alle, die Vorstellung, dass Geld dafür sorgt, dass wir die kleinen Freuden des Lebens weniger genießen.“ Und hier ist vielleicht am ehesten der Ausdruck des „Verlernens“ angebracht. Zum ersten Mal wissenschaftlich belegt hat die Idee, dass Geld den Zugang zu den kleinen Freuden im Leben erschwert oder gar verwehrt, ein internationales Forscherteam im Jahr 2010. Je wohlhabender ihre Probanden, desto geringer ihre Fähigkeit, alltägliche positive Erfahrungen zu würdigen. Mit anderen Worten: Ein Zugang zu den vermeintlich besten Dingen im Leben wie der Spritztour im Privatjet zur Pariser Weinprobe verschlechtert die Fähigkeit, die kleinen Freuden des Lebens zu genießen. Dr. Maren Urner ist Professorin für Medienpsychologie an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in Köln.

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Geld allein macht nicht glücklich

Es war einmal ein Mann, der glaubte, wenn er genügend Geld habe, würde er nicht nur Herr seiner Probleme werden, sondern endlich auch ein glückliches Leben führen. Maren Urner fügt hinzu: „Er würde endlich den Wünschen und Ansprüchen seiner Frau und seinen Kindern genügen, würde sich das leisten können, wonach ihm ist, und sorgenfrei alt werden.“ Mit dieser Vorstellung ist beziehungsweise war der Mann alles andere als allein. Ohne an dieser Stelle Begriffe wie Markt, Kapitalismus und Leistungsgesellschaft bemühen zu wollen: Diese Vorstellung ist grundlegend für das Funktionieren der modernen Gesellschaften, in der viele Menschen leben. Runtergebrochen lässt sich der Gedanke ungefähr so zusammenfassen: Die meisten Probleme lassen sich mit Geld und der damit verbundenen Macht beseitigen oder zumindest verkleinern. Dr. Maren Urner ist Professorin für Medienpsychologie an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in Köln.

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