Jeder Mensch hat Lösungskompetenzen

Jeder Mensch ist lösungsbegabt. Zur Umsetzung dieser Begabung in eine Leistung, also die erfolgreiche Lösung eines Problems, bedarf es eines bestimmten Wissens und Übung. Markus Hengstschläger betont: „Um ein konkretes Problem zu lösen, braucht es außerdem den Erwerb und die Perfektionierung allgemeiner und zusätzlich für jedes Problem ganz spezifischer Lösungskompetenzen.“ Kompetenzen sind ja Fähigkeiten und Fertigkeiten, die es jemandem ermöglichen, Aufgaben auszuführen und Probleme zu lösen. Zusätzlich muss die genetisch mitbestimmte Lösungsbegabung mit dem entsprechenden Mut, neue Wege zu gehen, in einem kreativen Prozess, durch motivierte harte Arbeit, umgesetzt werden. Um konkrete kreative Ideen- und Lösungsfindungsprozesse umzusetzen, muss man die Lösungsbegabung des Menschen fördern, entfalten und immer wieder inspirieren. Professor Markus Hengstschläger ist Vorstand des Instituts für Medizinische Genetik an der MedUniWien.

Seit rund 300.000 Jahren gibt es den Homo sapiens

Es muss ein primäres Anliegen einer Gesellschaft sein, die Lösungsbegabung eines jeden Individuums zu fördern und ihre Entfaltung laufend zu unterstützen. Markus Hengstschläger stellt fest: „Nur so versetzen wir Menschen uns in die Lage, die vorhersehbaren und auch unvorhersehbaren Probleme der Zukunft zu bewältigen.“ Und zusätzlich trägt die Umsetzung der Lösungsbegabung in unvergleichbarer Weise zu Persönlichkeitsentfaltung bei. Ob im Beruf oder im Privatleben – was gibt es Spannenderes und Befriedigenderes als eine gute Idee?

Der Mensch ist wohl das lösungsbegabteste Wesen des Planeten Erde. Schon frühe archaische Menschen lernten, Feuer zu entfachen, und läuteten damit einen entscheidenden Wendepunkt in der Evolution der Menschheit ein. Seit mindestens 300.000 Jahren gibt es nun den Homo sapiens in Afrika. Und vor circa 180.000 Jahren hatte er diesen Kontinent auch schon wieder verlassen. Nach dem Ende der letzten Eiszeit vor rund 11.500 Jahren wurden aus Jägern und Sammlern im Zuge der sogenannten neolithischen Revolution Siedler und Ackerbauern.

Geniale Erfinder gab es zu allen Zeiten

Markus Hengstschläger weiß: „Die Mitte des vierten Jahrtausend vor Christus wird gerne angegeben, wenn es um die Entdeckung der Bedeutung des Rades geht.“ Es folgten die Entwicklung des Schießpulvers im neunten Jahrhundert in China, um 1450 die Erfindung des modernen Buchdrucks durch Johannes Gutenberg und 1769 das Patent für die verbesserte Dampfmaschine von James Watt. 1785/86 hat Edmond Cartwright den ersten mechanischen Webstuhl entwickelt, und Richard Trevithick baute 1804 die erste Lokomotive.

Im Jahr 1796 gelang die erste Entwicklung eines Impfstoffes gegen einen Erreger lebensbedrohlicher Epidemien – Edward Jenner entwickelte den Pockenimpfstoff. Schon 1837 erfand Charles Babbage die „Analytical Engine“, einen ersten Vorläufer von Computern, 1886 folgte das Automobil von Carl Benz, 1903 hat sich ein Flugzeug der Gebrüder Wright aus eigener Kraft in die Luft erhoben, und 1928 leistete Alexander Fleming einen wesentlichen Beitrag für die spätere medizinische Verwendung des Antibiotikums Penicillin. Quelle: „Die Lösungsbegabung“ von Markus Hengstschläger

Von Hans Klumbies

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