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Grausamkeit macht den anderen zur Beute

Wolfgang Müller-Funk stellt fest: „Die These, dass es sich bei der Grausamkeit um einen Selbst-Kulturalisierungseffekt handelt, enthält ein erhebliches Irritationspotenzial.“ Sie widerspricht der Vorstellung einer ursprünglichen Gewaltsamkeit des Menschen und begreift diese als ein prekäres Ergebnis kulturellen Fortschritts. Jenes Abstraktum namens „Menschheit“ hat zum ersten Mal in seiner Geschichte in Gestalt durchaus mundaner „Hochkulturen“ Macht und Gewalt großräumig und zum Teil auch dauerhaft etabliert und organisiert. Für Walter Benjamin ist „Barbarei“ stets im Spiel, wo es um Triumpf und Herrschaft geht. Grausamkeit ließe sich sagen, ist jenes Moment, das den…

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Urlaub ist ein mentaler Zustand

Endlich Urlaub, endlich durchatmen, endlich Freizeit. Endlich auch einmal Zeit für sich selbst. Oder geht sie doch wieder für alles andere drauf? Susanne Zita stellt fest: „Jeder redet neuerdings von etwas, das für unsere Eltern noch ein Fremdwort war – „Me Time“. „Ich-Zeit“. Dass sie so wichtig ist und nicht zu kurz kommen soll.“ Auch im Familienurlaub. Tun, was einem guttut. So simpel das klingen mag, so schwierig ist es umzusetzen. Schließlich geht es oft auch um die Familie. Und endlich sind sie da – die lang ersehnten Ferien für…

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Tobias Haberl beschreibt gekränkte Männer

Als Mann hat man heute drei Möglichkeiten: Man kann resignieren, aggressiv oder nachdenklich werden. Tobias Haberl hat mal eine Psychoanalyse gemacht, vier Jahre lang, zwei Stunden pro Woche. Seither schafft er es nicht mehr, sich selbst zu belügen. Das macht sein Leben nicht leichter, glücklich wird er schon gar nicht. Tobias Haberl betont: „Wer über gekränkte Männer schreibt, kann vom Feminismus nicht schweigen.“ Er weiß nicht, ob Männer und Frauen von Natur aus verschieden sind oder nur unterschiedlich erzogen werden. Er hat keine Ahnung, ob Frauen weniger Kriege führen würden,…

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Gute Taten bringen viele Vorteile

„Tu Gutes und sprich darüber.“ Überall begegnet man diesem Treiber moralischen Handelns. Es handelt sich dabei um den Wunsch, vor anderen und vor sich selbst gut dazustehen. Armin Falk fügt hinzu: „Unsere Bereitschaft, Gutes zu tun, hängt maßgeblich davon ab, ob wir ein einer Situation handeln, in der andere unser Verhalten beobachten. Aber auch davon, wie wir über uns selbst denken oder gerne denken wollen.“ Wenn man beobachtet wird, erzeugt eine prosoziale Handlung nicht nur einen Nutzen für andere, sondern auch für sich selbst. Weil es einem Menschen in der…

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Selbstbestimmung ist ein Glücksbringer

Morgan Housel betont: „Selbstbestimmung über die eigene Zeit ist die größte Dividende überhaupt.“ Der größte Reichtum besteht darin, jeden Morgen aufzuwachen und sich zu sagen: „Ich kann heute tun, was ich möchte.“ Viele Menschen wollen immer reicher werden, weil sie glauben, das mache sich glücklicher. Aber Glück ist eine komplizierte Sache, weil jeder etwas anderes darunter versteht. Eines jedoch haben alle Definitionen von Glück gemein: Jeder möchte selbst über sein Leben bestimmen. Selbstbestimmung ist ein universaler Glücksbringer. Die Möglichkeit, zu tun, was man will und so lange man will, ist…

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Narzissmus kann auch vulnerabel sein

Auf den ersten Blick wirken Menschen mit vulnerablem Narzissmus alles andere als von sich überzeugt. Turid Müller fügt hinzu: „Möglich sogar, dass sie uns idealisieren. Oder die Verantwortung fürs eigene Leben nicht übernehmen. Sie erscheinen eher unsicher oder sogar depressiv. Und tatsächlich sind sie das zuweilen auch.“ Die innere Leere, die flachen Gefühle, die Langeweile und die mangelnde Lebenslust weisen große Schnittmengen zu depressiven Symptomen auf und gehen auch häufig mit Depressionen einher. Und tatsächlich wird vulnerabler Narzissmus nicht selten übersehen oder fehldiagnostiziert – oft als Depression. Die Scham, die…

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Geld allein macht nicht glücklich

Es war einmal ein Mann, der glaubte, wenn er genügend Geld habe, würde er nicht nur Herr seiner Probleme werden, sondern endlich auch ein glückliches Leben führen. Maren Urner fügt hinzu: „Er würde endlich den Wünschen und Ansprüchen seiner Frau und seinen Kindern genügen, würde sich das leisten können, wonach ihm ist, und sorgenfrei alt werden.“ Mit dieser Vorstellung ist beziehungsweise war der Mann alles andere als allein. Ohne an dieser Stelle Begriffe wie Markt, Kapitalismus und Leistungsgesellschaft bemühen zu wollen: Diese Vorstellung ist grundlegend für das Funktionieren der modernen…

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Menschen müssen sich ständig entscheiden

Entscheiden ist anstrengend. Man denkt nach, überlegt, wägt ab, prüft Pro und Kontra. Wie schön ist es da, wenn jemand einem hilft, eine Entscheidung zu treffen. Und Menschen entscheiden ständig. Thorsten Havener fordert: „Schauen Sie sich doch mal in Ihrem Zuhause um – alles, was sich dort befindet, ist dort aufgrund einer getroffenen Entscheidung. Die Farbe an den Wänden, die Möbel, die Bücher und der Inhalt der Regale und, und, und.“ Irgendwer hat zu irgendeinem Zeitpunkt in der Vergangenheit entschieden, dass es genau so aussehen soll und nicht anders. Dabei…

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Reinhard Haller kennt die Mythen des Hasses

Der Schriftsteller Graham Green schreibt: „Hass ist ein unwillkürliches Echo der Angst, denn Angst erniedrigt.“ Sucht man in den psychologischen Wissenschaften Rat, ist es ein bewährtes Mittel, bei den alten Mythen, den Märchen und Sagen, den uralten Überlieferungen einzukehren. Reinhard Haller weiß: „Darin sind die Erfahrungen und Weisheiten ganzer Völker und Generationen zu finden, in verdichteter, oft symbolischer und rätselhafter Weise. Tatsächlich werden wir im so reichen Schatz der griechischen Mythologie auf beim Hassthema fündig.“ Am eindrücklichsten wird Hass dort in der Erzählung von „Atreus und Thyestes“ geschildert. Hier werden…

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Der Umgang mit Leid ist unterschiedlich

Große Enttäuschungen, schwere Schicksalsschläge, Verluste, Trennung, der Tod wichtiger Menschen können zur Minderung der Lebensfreude führen und das Dasein nachhaltig belasten. Der Umgang mit Leid ist jedoch unterschiedlich. Heinz-Peter Röhr erläutert: „Da es immer auf den Blickwinkel ankommt, unter dem ein Problem betrachtet wird, sind es möglicherweise auch weniger schwerwiegende Ereignisse, die eine überwertige Bedeutung bekommen.“ Um die Dinge gleich ins rechte Licht zu rücken, betont Heinz-Peter Röhr, dass betroffene Menschen tatsächlich sehr leiden. Auffällig sind jedoch die Übertreibungen nach dem Motto: „Mein Schmerz ist so groß, dass niemand ihn…

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