Die Angst vor dem Terror ist weit verbreitet

Die Angst sitzt in den Köpfen vieler Menschen und hat sich, teilweise unbemerkt, in ihren Alltag geschlichen. Auch wenn sie sich dessen manchmal gar nicht bewusst sind oder es sogar abstreiten: Sie schlägt sich in ihrem Lebensgefühl, ihrem Verhalten und ihren Entscheidungen nieder. Georg Pieper fügt hinzu: „Wir bewegen uns nicht mehr so frei und unbeschwert, wie wir es bislang gewohnt waren.“ Veränderungen in der Lebensgestaltung und im Verhalten der Menschen beobachtet Georg Pieper besonders deutlich im Zusammenhang mit der Angst vor islamistischen Terror. Vieles, was vormals für Freiheit, Lebensfreude, Genuss, Leichtigkeit, für Dolce Vita stand, hat durch die Angst vor Terror einen bitteren Beigeschmack und eine Schwere bekommen. Dr. Georg Pieper arbeitet als Traumapsychologe und ist Experte für Krisenintervention.

Weiterlesen …

Richard E. Nisbett denkt über das Denken nach

Der psychologischen Forschung verdankt die Menschheit drei zentrale Erkenntnisse über die Funktionsweisen des menschlichen Geistes. Diese verändern das Denken über die Art, wie man denkt. Richard E. Nisbett erklärt: „Die erste Erkenntnis lautet, dass unser Verständnis der Welt immer mit einer Deutung einhergeht – mit Folgerung und Interpretation.“ Die Bewertungen von Menschen und Situationen, ja sogar die Wahrnehmung der physikalischen Welt beruhen stets auf gespeichertem Wissen und verborgenen geistigen Prozessen und spiegeln die Realität nie direkt wieder. Sobald man begreift, wie umfassend das menschliche Weltverständnis von Schlussfolgerungen geprägt ist, wird deutlich, wie wichtig es ist, die Werkzeuge zu verbessern, mit deren Hilfe wir zu diesen Folgerungen gelangen. Zweitens: Die Situationen, in denen sich ein Mensch befindet, beeinflussen die Gedanken und das Verhalten weitaus mehr, als er bemerkt. Richard E. Nisbett ist Professor für Psychologie an der University of Michigan.

Weiterlesen …

Ein selbstbestimmtes Leben erfordert Mut

Neben der Disziplin, auf die eigene Stimme zu hören, braucht man den Mut, ihr zu folgen. Menschen, die die Welt verändert haben wie Mahatma Gandhi, Nelson Mandela, Martin Luther King, Mutter Teresa, hatten zwar keine Macht, keine Position, keine Legitimation, keine protzige Visitenkarte, keine riesige Organisation. Was sie aber hatten, war ein großes Ja und jede Menge Mut. Anja Förster und Peter Kreuz erklären: „Sie begannen ihre Mission mit nichts als ihrer Persönlichkeit, mit außergewöhnlicher Integrität und mit der Beharrlichkeit, die einen Menschen vorantreibt, der sich auf dem richtigen Weg weiß.“ Mut zum selbstbestimmten Leben erfordert Antrieb und Ausdauer: Dabei werden sich Widersacher und Besserwisser in den Weg stellen und versuchen den Mutigen vom selbigen abzubringen. Anja Förster und Peter Kreuz nehmen als Managementvordenker in Deutschland eine Schlüsselrolle ein.

Weiterlesen …

Es gibt unterschiedliche Sichtweisen auf das Leben

Manche Menschen sind flexibler als andere. Diese sind sich in höherem Maße der Tatsache bewusst, dass eine kleine Veränderung der eigenen Denkmuster auch noch im Erwachsenenalter die Perspektive erweitern kann. Das bereichert das Leben und macht es letztlich vielleicht sogar leichter. Judith Glück fügt hinzu: „Sie sind öfter bereit, etwas Neues auszuprobieren, und haben dadurch aus gelernt, dass es sehr unterschiedliche Sichtweisen auf das Leben gibt.“ Diese Bereitschaft ist bis zu einem gewissen Grad angeboren. Menschen kommen bereits unterschiedlich ängstlich, mit einem mehr oder weniger ausgeprägten Bedürfnis nach Struktur und Sicherheit zur Welt. Ein gewisses Maß an Flexibilität kann aber auch noch im Laufe des Lebens erlernt werden. Manchmal wird man aber auch von Erfahrungen geradezu gezwungen, seine Perspektive zu verändern. Judith Glück ist seit 2007 Professorin für Entwicklungspsychologie an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.

Weiterlesen …

Selbststeuerung führt zu einem guten Leben

Selbststeuerung soll dem Menschen dienen, ein gutes Leben zu führen, sie ist kein Selbstzweck. Zu ihren mächtigsten Potentialen zählt ihr Einfluss auf die biologischen Systeme und damit auf die körperliche Gesundheit des Menschen. Joachim Bauer erklärt: „Beim Einfluss der Selbststeuerung auf die Gesundheit sind zwei Mechanismen im Spiel. Ein offensichtlicher, sozusagen äußerer, und ein verborgener, innerer.“ Unmittelbar einleuchtend ist das erste der beiden Wirkprinzipien. Es beruht darauf, dass ein gesunder Lebensstil Krankheitsrisiken vermindert. Beim zweiten Wirkmechanismus geht es um eine innere Grundhaltung, ein gutes Selbstgefühl, um Vertrauen in die eigenen Kräfte. Man könnte von Selbstkräften sprechen und so etwas wie einen inneren Mut. Hier steht also nicht das konkrete gesundheitliche Verhalten im Vordergrund, sondern etwas Tiefergehendes. Der Neurobiologe, Arzt und Psychotherapeut Joachim Bauer lehrt an der Universität Freiburg.

Weiterlesen …

Begeisterung beim Lernen schlägt alles

Kinder lernen, weil sie neugierig sind. Allerdings macht das Lernen von Formeln oder Vokabeln selten Spaß. Dabei wird Spaß mit Freude verwechselt. Andreas Salcher weiß: „Anstrengung beim Erlernen einer neuen Fähigkeit ist eine ganz wesentliche Voraussetzung dafür, um bei deren Ausübung Freude empfinden zu können. Diese Freude ist wiederum Antriebsfeder, um die nächste Stufe der Kompetenz zu erklimmen.“ Sonst würde fast niemand die von ständigen Fehlern gekennzeichneten Anfangsphasen beim Erlernen von Tennis, Skifahren oder einer Fremdsprache überwinden. Wer beim Radfahren unsicher wackelt, wird nicht auf den Tretroller zurückgesetzt. Sondern man motiviert ihn, mehr zu üben und sich über den Erfolg zu freuen. Voraussetzung für das Funktionieren jenes Grundprinzips der Eigenmotivation ist das Erkennen, warum eine Anstrengung Sinn macht. Dr. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Bestseller-Autor und kritischer Vordenker in Bildungsthemen.

Weiterlesen …

Es gibt Alternativen zur Aggressivität

Es gibt viele Wege zur Minderung von Aggression, aber keinen Königsweg. Denn naturgemäß hängt es von der Art des Problems ab, welches Vorgehen Erfolg verspricht. Hans-Peter Nolting nennt Beispiele: „Für friedliches Spielen im Kindergarten zu sorgen ist eine andere Aufgabe, als Frieden zwischen Bürgerkriegsparteien zu stiften, und das Klima in einer Paarbeziehung zu verbessern ist etwas anderes, als eine Sozialtherapie mit kriminellen Gewalttätern durchzuführen.“ Aus der Tatsache, dass geringe Aggressivität grundsätzlich möglich ist, wie man an vielen Menschen sehen kann, ergibt sich fast von selbst die Frage: Worauf beruht sie, und lässt sie sich zumindest in gewissem Ausmaß gezielt herbeiführen? Dr. Hans-Peter Nolting beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Themenkreis Aggression und Gewalt, viele Jahre davon als Dozent für Psychologie an der Universität Göttingen.

Weiterlesen …

Intimität ist ist nichts anderes als Verletzlichkeit

Für Männer und Frauen ist es eine große Herausforderung, offen über ihre Beziehung zu Sexualität zu reden. Intimität ist eine Übersetzung des Begriffs Verletzlichkeit. Andreas Salcher weiß: „Traumatisierte Kinder haben damit riesige Probleme, weil sie schon so oft und so tief verletzt wurden, dass intime Beziehungen nur schwer möglich sind.“ Die Folge ist, niemanden an sich heranzulassen. Der Aufbau intimer Beziehungen kann allerdings wieder erlernt werden. Als Erwachsen neigen viele Menschen dazu, ihre Ängste und Kontrollversuche zu besänftigen. Sie fühlen sich sicherer, sobald es ihnen gelingt, die Distanz zum anderen zu halten. Umso mehr reizt sie das Verbotene. Das Verbotene ist das nicht Alltägliche, es lässt sich in der Fantasie aufladen. Dr. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Bestseller-Autor und kritischer Vordenker in Bildungsthemen.

Weiterlesen …

Shirley P. Glass kennt die Alarmsignale für Untreue

Manchmal ist es schlichtweg unmöglich zu wissen, ob der Partner eine Affäre hat, weil alles, was er oder sie tut, vollkommen normal zu sein scheint. Er oder sie schafft es möglicherweise, dem Partner direkt in die Augen zu schauen und ihn davon zu überzeugen, dass alles in Ordnung ist. Shirley P. Glass rät: „Manchen Sie sich keine Vorwürfe, wenn Sie hinters Licht geführt worden sind.“ Auf der anderen Seite kann es für verdächtige Zeichen ganz andere Erklärungen geben, wie zum Beispiel Depressionen oder Veränderungen in den Wechseljahren. Den besten Hinweis liefert wahrscheinlich das eigene Bauchgefühl, vor allem wenn man vorher nie misstrauisch oder eifersüchtig war. Dr. phil. Shirley P. Glass war niedergelassene Psychologin und Familientherapeutin. Sie starb im Jahr 2003 im Alter von 67 Jahren an einer Krebserkrankung.

Weiterlesen …

Nur zehn Prozent der Massenmörder sind psychisch gestört

Gar nicht so wenige Menschen fürchten sich vor dem eigenen Bösen. Sie fragen sich, ob jeder Mensch unter bestimmten Bedingungen zum Verbrecher werden kann und ob ganz normale Menschen zu bösen Taten fähig sind. Man hat auch darüber spekuliert, ob die Massenmörder der NS-Zeit, der Stalin-Diktatur oder des Pol-Pot-Regimes psychisch abnorm gewesen sind oder nicht. Reinhard Haller weiß: „Die erstaunliche Antwort ist, dass nach allen wissenschaftlichen Untersuchungen nur fünf bis zehn Prozent der Massenmörder psychisch gestört sind.“ Bei dieser kleinen Gruppe handelt es sich um sadistische, narzisstische oder emotional instabile Persönlichkeiten. Diese konnten unter dem Schutz einer Autorität oder dem Schirm eines Krieges die ganze Bösartigkeit ihres Charakters ausleben. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender.

Weiterlesen …