Theodor Reik stellt eine Theorie des Liebeslebens auf

Mit seinem Buch „Geschlecht und Liebe“ trennte sich der Analytiker Theodor Reik von der Psychoanalyse Sigmund Freuds, obwohl er den Begründer dieser Wissenschaft immer noch bewunderte und verehrte. In diesem Werk formuliert er eine Theorie des Liebeslebens, die stark von der psychoanalytischen Libidotheorie abweicht. Die Liebe ist bei Theodor Reik kein Derivat der Sexualität mehr und kann auch nicht aus der postulierten Entfaltung von angeblichen Libidophasen abgeleitet werden. Liebe und Sexualität sind seiner Meinung nach von verschiedener Art und Abstammung. Er erkennt aber an, dass es neben den Sexualtrieben autochthone Ichtriebe gibt, die nicht aus der Triebhaftigkeit entspringen und ihre eigenen Ziele verfolgen.

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Psychovampire sind sehr anstrengende Zeitgenossen

Es gibt Menschen, die saugen von ihren Arbeitskollegen übermäßig viel Energie ab. Der Psychiater Hamid Peseschkian erklärt, wie man mit ihnen umgehen sollte. Für ihn ist die Arbeitswelt ein kleines Transsylvanien, das von Psychovampiren bevölkert ist. Hamid Peseschkian sagt: „Jeder und jede hat in seinem Umfeld Personen, die auf unerklärliche Art und Weise negative Gefühle erzeugen, Personen, die irgendwie anstrengend sind. Das kommt im Berufs- wie auch im Privatleben vor.“ Der Psychiater nennt Archetypen von Vampiren, die in der Berufswelt besonders häufig vertreten sind. Dazu zählt er an erster Stelle den so genannten Kühlschrank-Vampir. Das sind Menschen, die alles auf die rationale Ebene herunterbrechen, weil ihnen zur emotionalen Ebene der Zugang verwehrt ist.

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Jeder Mensch hat die Veranlagung zur Empathie

Ein Individuum kann durchaus mit einem anderen mitfühlen und sich in seine Emotionen hineinversetzen. Da Frans de Waal die Menschen als Tiere betrachtet, darf man seiner Meinung nach auch die Erkenntnisse der Tierforschung auf den Menschen übertragen. Er sagt: „Sie mögen komplizierte Tiere sein, aber bei Veranlagungen, die wir mit vielen anderen Tieren teilen – Wettbewerbsstreben, Dominanz, Empathie, Altruismus, Territorialität – ist schwer vorstellbar, dass sie nichts mit unserer Evolution zu tun haben sollen. Das neueste Buch von Frans de Waal heißt „Das Prinzip Empathie. Was wir von der Natur für eine bessere Gesellschaft lernen können“ ist kürzlich im Hanser Verlag erschienen.

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Die Persönlichkeit bestimmt über Erfolg und Gehalt

Kindern aus benachteiligten Wohnvierteln werden außerhalb der Schule speziell gefördert. Eigentlich wollte man damit ihre intellektuellen Fähigkeiten steigern, doch man konnte keinen dauerhaften Effekt auf den Intelligenzquotienten ausüben. Dennoch waren die Kinder später erfolgreicher im Leben und Beruf als Kinder ohne Förderung. Sie hatten häufiger einen Schulabschluss und sogar ein eigenen Haus und lebten seltener vom Staat. Den Forschern zufolge hat das Perry-Vorschulprogramm etwas anderes gefördert als die Intelligenz, nämlich die Persönlichkeit. Sie ist ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, erfolgreich im Beruf zu sein und ein hohes Gehalt zu beziehen.

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Mörderische Abgründe gibt es in allen Menschen

Wie krank ist Anders Behring Breivik, der in Norwegen mutmaßlich 76 Menschen ermordet hat? Im Fall Breivik sprechen die akribische Planung und die Kühle der Durchführung gegen eine schwere psychische Erkrankung. Nahlah Saimeh, Ärztliche Direktorin des Zentrums für Forensische Psychiatrie in Lippstadt, ist davon überzeugt, dass eine Diagnose einer Psychopathie bei terroristischen Attentätern in der Regel falsch ist. Sie erklärt: „Häufig steht ein massives narzisstisches Selbstwertproblem dahinter, aber keine Persönlichkeitsstörung im krankheitswertigen Sinne. Massenmörder und Amokläufer sind häufig von einer großen inneren Leere geprägt.“

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Das langsame Sterben der Sängerin Amy Winehouse

Amy Winehouse litt an Drogen- und Alkoholsucht und wurde zudem von Depressionen gequält. Typisch für Borderline-Erkrankte ist laut Borwin Bandelow auch ein Gefühl der Leere und des Unwohlseins. Er erklärt: „Die Patienten versuchen mit einem Verhalten dagegen anzugehen, das wir „Sensation-seeking Behaviour“ nennen: Man macht riskante Dinge, fährt zum Beispiel sehr schnell Auto oder Motorrad.“ Die Betroffen wollen damit ihre innere Leere bekämpfen. Borderline-Patienten konsumieren häufig alle Drogen durcheinander, einschließlich Alkohol und Nikotin.

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Erwin W. Straus beschreibt die sexuelle Perversion

Erwin W. Straus lehnt die psychoanalytische Theorie der Perversionen und Neurosen ab, weil diese zu sehr die infantile Triebhaftigkeit in diesen Krankheitsbildern betont. Darin erkannte er den Hauptfehler in Sigmund Freuds Lehre von den sexuellen Partialtrieben. Laut Sigmund Freud gibt es schon im Kind perverse Triebregungen. Das Kind wird willkürlich zu einem kleinen Perversen, der Perverse im Erwachsenenalter zu einem großen Kind. In der schlichten Beschreibung der perversen Phänomene zeigt sich für Erwin W. Straus, dass Perversionen und Neurosen unter den Begriff der Deformierung fallen.

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Erich Fromm benennt drei Formen der Destruktivität

Erich Fromm kritisiert den Behaviorismus, der in der Aggression lediglich ein erlerntes Verhalten sieht. Gewiss spielt das Lernen bei der Feindseligkeit des Menschen eine bedeutende Rolle, aber man darf laut Erich Fromm die biologische Ausstattung des Menschen n. Es genügt ihm die Aggression zu den Möglichkeiten des Menschen zu zählen und die Bedingungen herauszufinden, unter denen sie Exzesse oder Katastrophen auslöst. Erich Fromm unterscheidet drei Arten der Aggressivität. Die erste ist die defensive Aggression, die er nicht als böse bezeichnet, da sie in der Abwehr von Angriffen besteht und eine Form von Selbstbehauptung ist.

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Harry Stack Sullivan entwirft eine Sozialpsychologie

Harry Stack Sullivan vertritt den Standpunkt, dass der Mensch ein durch und durch soziales Wesen ist. Jede Person wächst und gedeiht in der Atmosphäre vielfältiger Sozialkontakte. Wer oder was ein Mensch ist, lässt sich seiner Meinung nach nur umschreiben durch die verschiedenen Rollen, die ein Individuum innerhalb der zwischenmenschlichen Beziehungen spielt. Der ganze psychischer Bestand eines Menschen wird durch Sozialisation und Akkumulation innerhalb der Beziehungen erworben.

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Daniel Goleman beschreibt den Untergang einer Ehe

Die quälenden Einstellungen einer Dauerkrise in einer Ehe, die häufig emotionale Entgleisungen auslösen, erschweren es den Ehepartnern, die dadurch hervorgerufene Kränkung und Wut wieder zu vergessen und führen im Endeffekt zur Ehescheidung. „Für eine Ehe fängt das Problem dort an, wo der eine oder andere sich fast ständig überflutet fühlt. Der eine Partner fühlt sich dann von dem anderen unterdrückt, ist ständig auf der Hut vor einem emotionalen Angriff oder einer Ungerechtigkeit, wird überwach für jedes Anzeichen eines Angriffs, einer Beleidigung oder eines Beschwerdegrundes und wird auf das geringste Anzeichen hin mit Sicherheit überreagieren“, erklärt Daniel Goleman.

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