Daniel Goleman beschreibt den Untergang einer Ehe

Die quälenden Einstellungen einer Dauerkrise in einer Ehe, die häufig emotionale Entgleisungen auslösen, erschweren es den Ehepartnern, die dadurch hervorgerufene Kränkung und Wut wieder zu vergessen und führen im Endeffekt zur Ehescheidung. „Für eine Ehe fängt das Problem dort an, wo der eine oder andere sich fast ständig überflutet fühlt. Der eine Partner fühlt sich dann von dem anderen unterdrückt, ist ständig auf der Hut vor einem emotionalen Angriff oder einer Ungerechtigkeit, wird überwach für jedes Anzeichen eines Angriffs, einer Beleidigung oder eines Beschwerdegrundes und wird auf das geringste Anzeichen hin mit Sicherheit überreagieren“, erklärt Daniel Goleman.

Auf die Einsamkeit in der Ehe folgt die Scheidung

Hat die Ehe einen solchen Zustand erreicht, kann es ganz leicht passieren, dass selbst harmlose Worte in einem düsteren Licht erscheinen, wodurch es erneut zu einer Überflutung kommt. Daniel Goleman schreibt: „Dies ist wohl der gefährlichste Wendepunkt für eine Ehe, ein katastrophaler Wandel in der Beziehung. Der überflutete Partner hat sich angewöhnt, vom anderen fast ständig nur das Schlimmste zu denken und alles, was er tut, in einem negativen Licht zu deuten.“ Jeder Partner versucht von jetzt an allein, seine aufgewühlten Emotionen zu beruhigen. Sie beginnen isoliert nebeneinander her zu leben und fühlen sich in ihrer Ehe einsam. Ab diesem Zeitpunkt ist laut John Gottman die Scheidung vorprogrammiert.

Von Hans Klumbies

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