Der Mensch ist für seine Handlungen verantwortlich

Antonio Damasio vertritt die Auffassung, dass das Bewusstsein durch die Tatsache, dass auch unbewusste Prozesse in Handlungen einfließen, nicht entwertet wird. Ganz im Gegenteil: es vergrößert damit sogar seinen Wirkungsbereich. Antonio Damásio erklärt: „Und wenn man ein normal funktionierendes Gehirn voraussetzt, vermindert sich die Verantwortung für eine Handlung nicht dadurch, dass manche Tätigkeiten durch gesunde, robuste unbewusste Prozesse ausgeführt werden.“ Antonio Damasio ist Professor für Neurowissenschaften, Psychologie und Neurologie an der University of Southern California und Direktor des dortigen Brain and Creativity Institute. 

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William James entwirft die Formel für das Selbstgefühl

William James gilt zusammen mit Wilhelm Wundt als der Begründer der modernen Psychologie. Die Psychologie war einst in den Wissenschaftsbereich der Philosophie eingegliedert. Das berühmte zweibändige Buch „The Principles of Psychology“ gilt als sein Meisterwerk. Er schreibt darin, dass der Mensch eine Ansammlung von Gewohnheiten ist, die sich auf Entladungen der Nervenzentren zurückführen lassen. Den Unterschied zwischen Mensch und Tier machte William James daran fest, dass die Handlungen der meisten Tiere automatisch erfolgen und relativ beschränkt und einfach sind, während der Mensch neue Gewohnheiten bewusst ausbildet, um damit bestimmte Ergebnisse zu erzielen.

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Denken ist für Nathaniel Branden das größte Geschenk

Laut Nathaniel Branden ist der Mensch zum Denken geschaffen und er muss denken, um sich selbst zu achten. Wenn er sein Bewusstsein dämpft, passiv oder ängstlich ist, tötet er nach und nach sein größtes Geschenk. Am Ende wird er sich hassen. Um sich selbst zu lieben, muss er seine Denkfähigkeit würdigen. Die psychische Reife ist gemäß Nathaniel Branden die Fähigkeit, das Denken an Prinzipien auszurichten und nicht an Gefühlen.

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Antonio Damasio definiert das Bewusstsein neu

Gängige Wörterbücher der Psychologie definieren laut Antonio Damasio das Bewusstsein, mit leichten Abwandlungen, ungefähr wie folgt: „Bewusstsein ist ein Zustand der Wahrnehmung des eigenen Ichs und der Umgebung.“ Antonio Damasio ersetzt nun den Begriff Wahrnehmung durch Kenntnis und das Wort Ich durch eigene Existenz, und erhält dadurch eine neue Definition, die einige wesentliche Aspekte des Bewusstseins einschließt. Er schreibt: „Bewusstsein ist ein Geisteszustand, in dem man Kenntnis von der eigenen Existenz und der Existenz einer Umgebung hat. Bewusstsein ist ein Zustand des Geistes – ohne Geist gibt es auch kein Bewusstsein.“ Antonio Damasio ist Professor für Neurowissenschaften, Psychologie und Neurologie an der University of Southern California und Direktor des dortigen Brain and Creativity Institute.

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Das Verhältnis zwischen dem Selbst und den Anderen

Für Ronald D. Laing ist die Interaktion zwischen zwei Menschen, also einem Ich und einem Du, immer lückenhaft. Jeder Mensch kann nur vermuten, was sein Gegenüber meint. In der Regel sind die Folgen dabei überschaubar. Schlimm wird es nur, wenn eine Person soviel Autorität und Macht hat, der anderen Person zuzuschreiben, was diese bewusst oder unbewusst empfinden soll. Von hier aus ist der Weg zu einer seelischen Vergewaltigung nicht weit. 

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Viktor Frankl spekuliert über das Unterbewusstsein

Für Viktor Frankl ist der Geist gerade in seinem Ursprung ein unbewusster Geist. Denn der Geist ist genau dort, wo er seinen Ursprung hat, aller Selbstbeobachtung und Selbstspiegelung gegenüber blind. Das heißt, wo er ganz ursprünglich, ganz er selbst ist, ist er sich selbst unbewusst. Viktor Frankl zitiert, um seine Behauptung zu unterstützen, die alten indischen Veden, in denen es heißt: „Das, was sieht, kann nicht gesehen werden; das, was hört, kann nicht gehört werden; und das, was denkt, kann nicht gedacht werden.“ Aber nicht nur im Ursprung ist der Geist unbewusst, sondern auch in der obersten Instanz, die über Bewusstsein beziehungsweise Unterbewusstsein zu entscheiden hat. Aber um Entscheidungen treffen zu können, muss der Mensch doch irgendwie zwischen beiden Bewusstseinszuständen unterscheiden.

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Maurice Merleau-Ponty analysiert das Verhalten

Materie, Leben, Psyche und Geist versteht Maurice Merleau-Ponty als verschiedene Ebenen der Strukturbildung. Die jeweils höhere Struktur überformt die darunter liegenden Strukturen und verändert sie. So scheint in der Realität selbst ein Trend zu wachsender Bedeutung vorzuliegen. Die mächtigste Sinnschöpfung erfolgt für Maurice Merleau-Ponty durch die menschliche Existenz, die in der Arbeit und der Wahrnehmung existentielle Basis des Sinns konstituiert, von der alle feineren Regungen des Verstandes und des Gemüts ausgehen.

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Es gibt verschiedene Phänomene der Angst

Für Sören Kierkegaard war die Angst ein Symptom der inneren Zerrissenheit des Menschen. Allerdings wies der Schriftsteller darauf hin, dass nur ein Wesen, das frei ist, sich ängstigen kann. Martin Heidegger betonte die Vereinzelung des Menschen, der Angst hat: nur wer die starre Regel und Routine seines Kollektivs verlässt, erlebt sein eigentliches Selbstsein und seine Todesverfallenheit, woraufhin er, frei im Raum stehend, sich auf sein ureigenstes schuldig sein können einlassen kann. Die Schuld ist für Martin Heidegger ein Urphänomen des Daseins.

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Anna Freud erforscht die Abwehrmechanismen des Ichs

Im Gegensatz zu ihrem Vater Sigmund Freud, der sich hauptsächlich mit dem Unbewussten (Es) beschäftigte, konzentrierte sich seine Tochter Anna Freud in der Therapie und Psychoanalyse auf das Ich. Der Psychoanalytiker hat die Aufgabe, diese Zwänge dem Patienten ins Bewusstsein zu heben. Denn das Ich versucht die unbewussten Tabus zu verdrängen, zu unterdrücken, sie auf andere zu übertragen oder sie zu leugnen. Gelingt es dem Patienten Abwehrmechanismen gegen Angst und Kränkung zu entwickeln, hat sich das Ich gegen das Es und das Über-Ich im Kampf durchgesetzt.

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Die Triebe des Menschen sind weder schlecht noch böse

In seinem Buch „Wahrheit und Wirklichkeit. Entwurf einer Philosophie des Seelischen“ von 1929, entwirft Otto Rank eine philosophische Variante der Neo-Psychoanalyse. Im Zentrum seiner Überlegungen stehen der Wille und das Bewusstsein, wobei das Ich und nicht das Es im Vordergrund steht. Als Idealbild fungiert der Künstler, der sein Ich zum Ausdruck bringt, ohne die Zwänge der Gesellschaft zu missachten oder zu verleugnen. Der Mensch kommt zwar als triebhaftes Wesen zur Welt, wobei die Triebe für Otto Rank weder schlecht noch böse sind. Sie gehören zur Grundausstattung des Menschen, die sozialisiert und kultiviert werden müssen.

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