Der Mensch ist für seine Handlungen verantwortlich

Antonio Damasio vertritt die Auffassung, dass das Bewusstsein durch die Tatsache, dass auch unbewusste Prozesse in Handlungen einfließen, nicht entwertet wird. Ganz im Gegenteil: es vergrößert damit sogar seinen Wirkungsbereich. Antonio Damásio erklärt: „Und wenn man ein normal funktionierendes Gehirn voraussetzt, vermindert sich die Verantwortung für eine Handlung nicht dadurch, dass manche Tätigkeiten durch gesunde, robuste unbewusste Prozesse ausgeführt werden.“ Antonio Damasio ist Professor für Neurowissenschaften, Psychologie und Neurologie an der University of Southern California und Direktor des dortigen Brain and Creativity Institute. 

Beim bewussten Denken reifen Entscheidungen über einen längeren Zeitraum

Das kooperative Wechselspiel zwischen Bewusstsein und Unbewusstsein entwickelt seine volle Wirkung gemäß Antonio Damasio auch bei moralischen Verhaltensweisen. Diese stellen seiner Meinung nach, ebenfalls eine Fähigkeit dar, die durch wiederholtes, langjähriges Üben erworben wurde. Er erklärt: „Sie speist sich aus bewusst formulierten Prinzipien und Gründen, ist aber ansonsten im kognitiven Unbewussten ebenfalls zu einer „zweiten Natur“ geworden.“

Was die Menschen als bewusstes Denken oder Überlegen bezeichnen hat für Antonio Damasio wenig mit der Fähigkeit zu tun, die gerade nötigen Tätigkeiten zu steuern. Es hat seiner Meinung nach allerdings sehr viel mit der Fähigkeit zu tun, vorauszuplanen und zu entscheiden, welche Handlungen man ausführen möchte und welche nicht. Antonio Damasio schreibt: „Beim bewussten Denken geht es im Wesentlichen um Entscheidungen, die längere Zeit „reifen“ müssen; das können in manchen Fällen Tage oder auch Wochen sein, und nur selten sind es weniger als einige Minuten oder Sekunden.“

Von Hans Klumbies

 

 

 

 

 

 

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