Allgemein 

Dauerhafter Stress macht dick

Anja Sokolov berichtet: „Vor allem, wenn Menschen ihm dauerhaft ausgesetzt sind, essen manche Menschen mehr und vor allem Ungesundes. Das zeigen Untersuchungen.“ Die Zeit rennt, der Chef macht Druck. Der Haushalt ruft, und die Kinder streiten sich. In solchen Stresssituationen greifen viele Menschen gerne zu Schokolade, Nüssen, Chips, und anderen kalorienreichen Lebensmitteln. Das kann insbesondere bei anhaltender Beanspruchung zum Problem werden. Der Neurobiologe Herbert Herzog vom Garvan Institut für medizinische Forschung in Sydney erklärt: „Stress schaltet den Bereich des Gehirns aus, der uns signalisiert, dass wir genug gegessen haben.“ Herbert…

Read More
Allgemein 

Die Moral ist in den Gefühlen verankert

David Hume beginnt ab 1743 mit der Abfassung seines dreiteiligen Werks „Ein Traktat über die menschliche Natur“. Svenja Flaßpöhler erklärt: „Grundlegend für diese Schrift ist Humes strenger Empirismus, dem zufolge nichts – und also auch nicht die Moral – ohne sinnliche Basis, ohne Erfahrung existiert.“ Mit anderen Worten: Die Moral muss in der Natur eines Menschen, in seinen Gefühlen verankert sein. In seinem Traktat stellt sich David Hume die Aufgabe, diese Verwurzelung zu verstehen: „Wie kommt es, dass wir mit anderen Menschen mitfühlen?“ Das geschieht zunächst einmal ganz einfach deshalb,…

Read More
Allgemein 

Es gibt verschiede Arten von Überzeugungen

Bei bestimmten Überzeugungen ist die entscheidende Frage, ob eine Aussage wahr oder falsch ist. „Deskriptive Überzeugungen“ betreffen Aussagen oder Theorien über die Realität. Philipp Sterzer erklärt: „Das heißt, sie können in der Regel durch Überprüfungen bestätigt oder widerlegt werden, zumindest mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit.“ Deskriptiv sind zum Beispiel Überzeugungen wie die, dass die Erde um die Sonne kreist oder dass regelmäßiger Sport gesund ist. Im Unterschied dazu gibt es aber auch Überzeugungen, deren Wahrhaftigkeit nicht überprüfbar ist. Sie beschäftigen sich gar nicht mit der Frage, ob etwas mit der Realität…

Read More
Allgemein 

Wut und Hass können als Programm dienen

Seit einigen Jahren ist in den westlichen Gesellschaften, sowohl in der politischen Öffentlichkeit als auch im Internet, zu beobachten, wie Gruppen entstehen, die vor allem dadurch auffallen, dass sie tiefsitzende, chronische Gefühle der Unzufriedenheit, des Ärgers und der Wut mit sich herumtragen. Joachim Baur stellt fest: „Ihr Thema ist nicht etwa die konkrete Verbesserung der Verhältnisse. Ihr eigentliches Thema scheinen die in ihnen vorhandenen negativen Gefühle selbst zu sein.“ Affekte wie Wut und Aggression sind normalerweise Hilfsmittel und dienen dem Zweck, einem berechtigten Anliegen Gehör zu verschaffen. Für Menschen, die…

Read More
Allgemein 

Grausamkeit ist „Gewalt im Quadrat“

Als naturwissenschaftlich geschulte Psychologin interessiert sich Kathleen Taylor für die Motive „hinter“ der Grausamkeit. Weniger hingegen möchte sie über die Diskurse wissen, die ihr Plausibilität und Legitimität verschaffen. Grausamkeit begreift sie als „Gewalt im Quadrat“. Deren Motive reichen unter anderem von der Dehumanisierung des und der Anderen, dessen sozialer Tötung bis zu dem Wunsch, den und die Anderen aus der eigenen Gruppe auszuschließen. Wolfgang Müller-Funk ergänzt: „Bei all diesen Motiven ist es für Taylor zentral, dass hier ein kollektives Moment in Gestalt der Masse Bedeutung erlangt. Sie betont zudem die…

Read More
Allgemein 

Positive Erinnerungen entlasten die Psyche

Menschen meiden Orte, Erinnerungen und Bilder, die sie an Situationen erinnern, in denen sie sich falsch verhalten haben. Tatsächlich scheint es das Gedächtnis eines Menschen gut mit seinem Selbstbild zu meinen. Wie kann man sich sonst erklären, weshalb man sich häufig nur selektiv erinnert – wenn nicht, um sein gutes Selbstbild aufrechtzuerhalten? Armin Falk erläutert: „Wenn wir uns eher an unsere Wohltaten erinnern als an unsere Schandtaten, gehen wir unbeschwerter durchs Leben. Erinnerungen an eigenes Fehlverhalten zu vergessen, ist für die Psyche ähnlich entlastend, wie es sich für den Bergsteiger…

Read More
Allgemein 

Ein Einsiedler meidet den äußeren Kontakt

Ein Einsiedler, der seine Berufung richtig versteht, zieht sich nicht vom Kontakt generell zurück, sondern vom äußeren Kontakt. Andreas Salcher erläutert: „Das ermöglicht ihm, die innere Verbundenheit zu erneuern, ohne die jede äußere Beziehung meist oberflächlich bleibt. Diese Botschaft steckt in der Fabel vom Einsiedler.“ Er wird von anderen Menschen gefragt: „Was findest du denn in deiner Höhle, wenn du dich immer weiter zurückziehst?“ Er antwortet: „Alle Tränen der Welt.“ Damit sind aber nicht, wie man vielleicht glauben könnte, die Tränen der Trauer, sondern die Tränen der Ergriffenheit und Freude…

Read More
Allgemein 

Erschöpfung kann eine große Belastung sein

Bernadette Winter schreibt: „Das Aufstehen fällt schwer, an Arbeiten ist kaum zu denken – und auch für Sport fehlt die Kraft. Erschöpfung kann in verschiedenen Lebenslagen auftreten. Und sie kann eine große Belastung sein.“ Denn für manche Betroffene ist es mit „einmal richtig ausschlafen“ nicht getan. Dabei ist Erschöpfung nicht gleich Erschöpfung. Dauer, Schwere und zeitlicher Verlauf – das sind für den Internisten und Psychosomatiker Prof. Winfried Häuser die entscheidenden Kriterien, wenn man herausfinden möchte, ob man bereits unter chronischer Müdigkeit leidet. „Wenn mich das normale Leben zu sehr anstrengt,…

Read More
Allgemein 

Schuldzuweisungen schaden dem Selbstwert

Eine andauernde, wenn auch falsche Schuldzuweisung ist leider irgendwann erfolgreich und sei sie noch so abstrus. Helga Kernstock-Redl weiß: „Denn steter Tropfen höhlt jeden Selbstwert, nur ein völlig lernunfähiges Gehirn wäre gefeit. Der unspezifische, ungute Eindruck, wohl doch die Ursache für das aktuelle Übel des anderen zu sein, stellt sich ein.“ Besonders schwierig zu entdecken sind nonverbale Schuldzuweisungen, die das wachsame Auge der Logik unterfliegen: Blicke, Seufzer, subtile Vorwürfe. Sie nähren eine innere Überzeugung, die wie ein Damoklesschwert jederzeit schlagend werden kann: „Wenn etwas nicht funktioniert, bin immer ich schuld.…

Read More
Allgemein 

Den Narzissmus prägt eine Doppelköpfigkeit

Beim offenen Narzissmus sind die narzisstischen Eigenschaften relativ offensichtlich. Turid Müller erklärt: „Wer diese Menschen besser kennt, merkt, dass sie auf ihren Vorteil bedacht sind und wenig Interessen und Mitgefühl für andere entwickeln. Mit ihrer hohen Meinung von sich halten sie nicht hinterem Berg.“ Sie suchen sich tendenziell eher Rollen, die ihnen ermöglichen, sich ganz offen ins Rampenlicht zu stellen, um Applaus und Macht zu erlangen. Dazu zählen beispielsweise Politiker, Revoluzzer oder Draufgänger. Auch sie haben die für den Narzissmus typische Doppelköpfigkeit. Aber es ist nicht diese besonders tückische Mogelpackung…

Read More