Thomas Szasz hält die Psychoanalyse für einen Mythos

Thomas Szasz betrachtete die Tätigkeit der Psychotherapeuten als verwandt zur Freundschaft, Ehe, religiöser Sitte, Werbung oder Unterricht und als verbale Form der Behandlung, die sich gravierend von jedem somatischen Eingriff eines Arztes unterschied. Der Psychotherapeut hat die Aufgabe, dem Patienten mit Worten bestimmte Werte und Überzeugungen zu vermitteln und negative Gewohnheiten zum Guten hin zu verändern. Da das ursprünglich das Betätigungsfeld der Philosophen und Theologen war, stellt Thomas Szasz die Frage, ob die Psychotherapie nicht in der Nähe der Rhetorik, Philosophie oder gar Demagogie anzusiedeln sei.

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Anna Freud erforscht die Abwehrmechanismen des Ichs

Im Gegensatz zu ihrem Vater Sigmund Freud, der sich hauptsächlich mit dem Unbewussten (Es) beschäftigte, konzentrierte sich seine Tochter Anna Freud in der Therapie und Psychoanalyse auf das Ich. Der Psychoanalytiker hat die Aufgabe, diese Zwänge dem Patienten ins Bewusstsein zu heben. Denn das Ich versucht die unbewussten Tabus zu verdrängen, zu unterdrücken, sie auf andere zu übertragen oder sie zu leugnen. Gelingt es dem Patienten Abwehrmechanismen gegen Angst und Kränkung zu entwickeln, hat sich das Ich gegen das Es und das Über-Ich im Kampf durchgesetzt.

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René Descartes: "Ich denke, also bin ich"

Als erstes Prinzip der Philosophie betrachtet Descartes die unumstößliche Wahrheit: „Ich denke, also bin ich“. Sie steht für ihn so fest und sicher im Raum, dass sämtliche ausgefallensten Unterstellungen der Skeptiker, nicht in der Lage sind, sie zu erschüttern. René Descartes schreibt, dass er sich zwar vortäuschen könne, ohne Körper zu sein, doch könne er sich nicht vortäuschen, selbst nicht zu sein.

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Die Gestalttherapie des Frederick Salomon Perls

Der Arzt Frederick Salomon Perls war einer der frühen Gurus an der Westküste Amerikas auf dem Gebiet der Persönlichkeitsentwicklung. Seine viel beachtete Theorie besagt, dass die moderne Frau und der moderne Mann zu viel denken, statt zu erleben, zu fühlen und zu handeln. Sein oft zitierter Slogan lautete: „Lockere Dein Denken und besinne Dich auf deine Sinne.“ Das Buch „Gestalt-Therapie. Grundlagen der Lebensfreude und Persönlichkeitsentfaltung“, das er zusammen mit Paul Goodman und Ralph Hefferline schrieb, wurde zum viel gelesenen Manifest einer ganz neuen Art von Psychotherapie.

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Ronald David Laing durchschaut das geteilte Selbst

Das bekannteste Buch des schottischen Psychiaters Ronald David Laing, das er 1955 schrieb, heißt „Das geteilte Selbst. Eine existentielle Studie über geistige Gesundheit und Wahnsinn“. Bevor er seine Thesen und Beobachtungen über psychotische Menschen veröffentlichte, herrschte in der Psychiatrie die Ansicht, dass es sich bei dem Verstand eines gestörten Menschen um nichts als einen Brei aus sinnleeren Phantasien oder Obsessionen handle. Ronald David Laing gelang es nachzuweisen, dass Psychosen für den daran Leidenden durchaus einen Sinn ergeben. Er folgerte daraus, ein Psychiater müsse lernen, das Denken der Patienten zu verstehen.

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Wenn Frauen die Lust am Sex verlieren

Uwe Hartmann kennt die Klagen der frustrierten Frauen und sagt: „Behauptungen, sexuelle Probleme von Frauen seinen eine Erfindung der Pharmaindustrie, finde ich unerhört.“ Neue Forschungen im Bereich der Sexualität bestätigen alte Vermutungen: Frauen können Sex haben, wollen aber nicht. Männer wollen Sex haben, können aber nicht. Für Männer ist der Geschlechtsverkehr ein probates Mittel, um Stress abzubauen, während Frauen abschalten müssen, um sich auf die sexuellen Spiele der Liebe einzulassen.

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Rollo May: "Humane Macht ist die Fähigkeit zur Liebe"

Rollo May unterscheidet fünf Schichten oder Phasen der Macht, die potentiell im Leben jedes Menschen vorhanden sind. An erster Stelle steht die Macht zu sein, das heißt in der Welt zu leben und zu existieren. Eine weitere Phase ist die Selbstbestätigung, bei der jeder Mensch sich als anerkannt und als für andere bedeutsam empfindet. Das Streben nach Sein, Selbstbestätigung und Selbstbehauptung kann in Selbst- und Fremddestruktion umschlagen, wenn der Mensch keinen Modus der Mitmenschlichkeit findet, in dem er seine Selbstachtung aufrechterhalten kann.

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Jean Piaget erforscht die geheimnisvolle Welt der Kinder

Jean Piaget wollte herausfinden, warum ein Kind redet und mit wem und warum es so viele Fragen stellt. Sein Buch „Sprechen und Denken des Kindes“ schrieb er hauptsächlich für Lehrer. Jean Piaget glaubte, dass Kinder grundsätzlich anders denken als Erwachsene. Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Kindern und Erwachsenen entstehen seiner Ansicht nach deshalb, weil sie sich in der Art unterscheiden, sich selbst in ihrer Welt zu sehen. Jean Piaget führte seine Studien am Rousseau-Institut in Genf durch, wo er Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren beobachtete. Er erkannte, dass Kinder einen beträchtlichen Teil der Zeit nicht gezielt mit jemanden sprechen.

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Die Triebe des Menschen sind weder schlecht noch böse

In seinem Buch „Wahrheit und Wirklichkeit. Entwurf einer Philosophie des Seelischen“ von 1929, entwirft Otto Rank eine philosophische Variante der Neo-Psychoanalyse. Im Zentrum seiner Überlegungen stehen der Wille und das Bewusstsein, wobei das Ich und nicht das Es im Vordergrund steht. Als Idealbild fungiert der Künstler, der sein Ich zum Ausdruck bringt, ohne die Zwänge der Gesellschaft zu missachten oder zu verleugnen. Der Mensch kommt zwar als triebhaftes Wesen zur Welt, wobei die Triebe für Otto Rank weder schlecht noch böse sind. Sie gehören zur Grundausstattung des Menschen, die sozialisiert und kultiviert werden müssen.

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Eltern sollen vor ihren Kindern nur konstruktiv streiten

Kinder müssen häufig zusehen, wenn die Eltern ihre Konflikte austragen, weshalb viele Eltern nach einer Auseinandersetzung ein schlechtes Gewissen mit sich herumtragen. Wissenschaftliche Studien belegen nämlich, dass ein ständiger Streit zwischen Vater und Mutter für die Nachkommenschaft noch negativere Folgen haben kann, als eine Scheidung der Eltern. Allerdings schadet nicht jeder Streit dem eigenen Nachwuchs. Sabine Franiek von der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg nennt den Grund: „Wenn es in der Familie eine konstruktive Streitkultur gibt, können Kinder davon profitieren und am Modell der Eltern lernen, wie man Konflikte löst.“

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