Die Gestalttherapie des Frederick Salomon Perls

Der Arzt Frederick Salomon Perls war einer der frühen Gurus an der Westküste Amerikas auf dem Gebiet der Persönlichkeitsentwicklung. Seine viel beachtete Theorie besagt, dass die moderne Frau und der moderne Mann zu viel denken, statt zu erleben, zu fühlen und zu handeln. Sein oft zitierter Slogan lautete: „Lockere Dein Denken und besinne Dich auf deine Sinne.“ Das Buch „Gestalt-Therapie. Grundlagen der Lebensfreude und Persönlichkeitsentfaltung“, das er zusammen mit Paul Goodman und Ralph Hefferline schrieb, wurde zum viel gelesenen Manifest einer ganz neuen Art von Psychotherapie.
Jeder Mensch ist von einem dominanten Bedürfnis geprägt

Frederick Salomon Perls hielt Gruppensitzungen für die beste Methode, den persönlichen Schutzpanzer eines Menschen zu durchdringen und sein wahres, lebendiges Ich freizusetzen. Es geht im darum, sich aus den Zwängen gängiger gesellschaftlicher Rollen zu befreien und im „Hier und Jetzt“ zu leben. Frederick Salomon Perls ging davon aus, dass ein Mensch immer von einem bestimmten dominanten Bedürfnis geprägt ist, nämlich der Gestalt. Sobald es befriedigt ist, macht es Platz für ein anderes Verlangen.

Der Gestalttherapeut würdigt die Person als Teil seiner Umwelt. Sowohl das Denken, als auch der Köper und das Umfeld wird in die Analyse mit einbezogen. Frederick Salomon Perls unterscheidet zwischen Introspektion und Gewahrsein. Unter Gewahrsein versteht er das spontane Empfinden dessen, was in einem Menschen aufsteigt, was er tut, fühlt und plant. Introspektion dagegen ist die Betrachtung derselben Aktivitäten auf eine korrigierende und kontrollierende Art.

Der Mensch sollte ganz in der Gegenwart leben

Die Gestalttherapie enthält viele Experimente, die Frederick Salomon Perls benutzte, um die Patienten zu erhöhtem Gewahrsam zu führen. Wird Unangenehmes verdrängt, will es immer wieder an die Oberfläche. Nach Frederick Salomon Perls kann das Individuum das Problem nur lösen, indem es das Schreckliche, das in der Vergangenheit passiert ist, in die Gegenwart transformiert und noch einmal durchspielt. Der erwachsene Mensch sollte nach Frederick Salomon Perls seine kindlichen Eigenschaften erhalten wie Spontaneität, Phantasie, Neugier und Staunen.

Aus der Sicht Frederick Salomon Perls, der sich auch viel mit dem Thema Aggression beschäftigte, leugnet der Mensch die Tatsache, dass er eigentlich ein Tier ist, wenn er seine Wut zurückhält. Müdigkeit und Langeweile sollte das Individuum nicht überspielen, sondern sich strecken und gähnen wie eine Katze, um danach wieder aktiv zu werden. Was der Körper will, müsse man ihm geben, um seelisch ausgeglichen zu bleiben, lautete eine weitere Theorie Frederick Salomon Perls.

Kurzbiographie: Frederick Salomon Perls

Frederick Salomon Perls wurde 1893 in Berlin geboren und machte 1926 seinen Doktor in Medizin. Nach Aufenthalten in den Niederlanden und Südafrika übersiedelte er 1946 nach New York und gründete dort 1952 das Institute of Gestalt Therapie. 1964 ging er nach Esalen in Kalifornien. 1969 veröffentlichte er das Buch „Gestalttherapie in Aktion“, eine Chronik der Sitzungen, die er in Esalen abgehalten hatte. Frederick Salomon Perls starb 1970.

Von Hans Klumbies

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