Es gibt verschiedene Phänomene der Angst

Für Sören Kierkegaard war die Angst ein Symptom der inneren Zerrissenheit des Menschen. Allerdings wies der Schriftsteller darauf hin, dass nur ein Wesen, das frei ist, sich ängstigen kann. Martin Heidegger betonte die Vereinzelung des Menschen, der Angst hat: nur wer die starre Regel und Routine seines Kollektivs verlässt, erlebt sein eigentliches Selbstsein und seine Todesverfallenheit, woraufhin er, frei im Raum stehend, sich auf sein ureigenstes schuldig sein können einlassen kann. Die Schuld ist für Martin Heidegger ein Urphänomen des Daseins.

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Das Gefühl des Stolzes ist zweideutig

Der Stolz hat zwei Gesichter: Auf der einen Seite kann er Personen arrogant und überheblich machen, auf der anderen Seite kann er sympathische Chefs hervorbringen. Für den großen Schriftsteller Dante überwogen die negativen Aspekte des Stolzes. Er betrachtete den Stolz als etwas Schlimmeres als den Neid und den Zorn. Völlig anderer Ansicht war dagegen Aristoteles. Er bezeichnete den Stolz als die Krone der Tugenden.

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Die emotionale Intelligenz sorgt für den Berufserfolg

Akademische oder technische Fertigkeiten sind laut Daniel Goleman nur noch Voraussetzungen für den Einstieg in bestimmte Jobs. Was erfolgreiche Menschen in ihren speziellen Fachgebieten besonders auszeichnet sind Eigenschaften wie Durchhaltevermögen, Tatkraft, Optimismus, Anpassungsfähigkeit und Empathie. In einem umkämpften Wirtschaftsumfeld sind es vor allem die emotional intelligenten Fähigkeiten, die ein Unternehmen erfolgreich machen.

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Rollo May untersucht die Sexualität und die Liebe

In seinem bedeutenden Werk „Love and Will“ (1969), das 1970 unter dem Titel „Der verdrängte Eros“ in Deutschland erschien, nimmt Rollo May im ersten Teil des Buchs das Verhältnis des modernen Menschen zur Sexualität und zur Liebe ganz genau unter die Lupe. Rollo May hob hervor, dass die Menschen am Rande oder schon inmitten eines sexuellen Chaos leben. Obwohl der Sexualtrieb befreit wurde, sind die Menschen durch ihre Freiheit nicht glücklicher geworden. Denn parallel zur Befreiung gab es eine Entwertung der Sexualität, die vielfach nur noch als Triebgeschehen und sexuelle Abreaktion angesehen wird.

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Jesper Juul klärt Eltern über Erziehungsfallen auf

Der Familientherapeut Jesper Juul hat in Dänemark ein bekanntes Institut für Familientherapie gegründet und dort Jahrzehntelang Erwachsene behandelt. 2004 hat er die Elternberatung „Familylab“ ins Leben gerufen, die inzwischen in zwölf Ländern therapiert. Zurzeit dominiert in der Kindererziehung der neokonservative Ansatz, dass man Kindern Grenzen setzen muss. Im Vordergrund stehen dabei die Werte Disziplin und Gehorsam. Jesper Juul nennt Erzieher, die diese Methode anwenden, Neoromantiker. Er beobachtet sie häufig auf Spielplätzen, wie sie zu ihren Kindern lächelnd bitte sagen und sie mit Konjunktiven verwirren.

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Thomas Szasz hält die Psychoanalyse für einen Mythos

Thomas Szasz betrachtete die Tätigkeit der Psychotherapeuten als verwandt zur Freundschaft, Ehe, religiöser Sitte, Werbung oder Unterricht und als verbale Form der Behandlung, die sich gravierend von jedem somatischen Eingriff eines Arztes unterschied. Der Psychotherapeut hat die Aufgabe, dem Patienten mit Worten bestimmte Werte und Überzeugungen zu vermitteln und negative Gewohnheiten zum Guten hin zu verändern. Da das ursprünglich das Betätigungsfeld der Philosophen und Theologen war, stellt Thomas Szasz die Frage, ob die Psychotherapie nicht in der Nähe der Rhetorik, Philosophie oder gar Demagogie anzusiedeln sei.

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Anna Freud erforscht die Abwehrmechanismen des Ichs

Im Gegensatz zu ihrem Vater Sigmund Freud, der sich hauptsächlich mit dem Unbewussten (Es) beschäftigte, konzentrierte sich seine Tochter Anna Freud in der Therapie und Psychoanalyse auf das Ich. Der Psychoanalytiker hat die Aufgabe, diese Zwänge dem Patienten ins Bewusstsein zu heben. Denn das Ich versucht die unbewussten Tabus zu verdrängen, zu unterdrücken, sie auf andere zu übertragen oder sie zu leugnen. Gelingt es dem Patienten Abwehrmechanismen gegen Angst und Kränkung zu entwickeln, hat sich das Ich gegen das Es und das Über-Ich im Kampf durchgesetzt.

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René Descartes: "Ich denke, also bin ich"

Als erstes Prinzip der Philosophie betrachtet Descartes die unumstößliche Wahrheit: „Ich denke, also bin ich“. Sie steht für ihn so fest und sicher im Raum, dass sämtliche ausgefallensten Unterstellungen der Skeptiker, nicht in der Lage sind, sie zu erschüttern. René Descartes schreibt, dass er sich zwar vortäuschen könne, ohne Körper zu sein, doch könne er sich nicht vortäuschen, selbst nicht zu sein.

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Die Gestalttherapie des Frederick Salomon Perls

Der Arzt Frederick Salomon Perls war einer der frühen Gurus an der Westküste Amerikas auf dem Gebiet der Persönlichkeitsentwicklung. Seine viel beachtete Theorie besagt, dass die moderne Frau und der moderne Mann zu viel denken, statt zu erleben, zu fühlen und zu handeln. Sein oft zitierter Slogan lautete: „Lockere Dein Denken und besinne Dich auf deine Sinne.“ Das Buch „Gestalt-Therapie. Grundlagen der Lebensfreude und Persönlichkeitsentfaltung“, das er zusammen mit Paul Goodman und Ralph Hefferline schrieb, wurde zum viel gelesenen Manifest einer ganz neuen Art von Psychotherapie.

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