Das bekannteste Buch des schottischen Psychiaters Ronald David Laing, das er 1955 schrieb, heißt „Das geteilte Selbst. Eine existentielle Studie über geistige Gesundheit und Wahnsinn“. Bevor er seine Thesen und Beobachtungen über psychotische Menschen veröffentlichte, herrschte in der Psychiatrie die Ansicht, dass es sich bei dem Verstand eines gestörten Menschen um nichts als einen Brei aus sinnleeren Phantasien oder Obsessionen handle. Ronald David Laing gelang es nachzuweisen, dass Psychosen für den daran Leidenden durchaus einen Sinn ergeben. Er folgerte daraus, ein Psychiater müsse lernen, das Denken der Patienten zu verstehen.
Allgemein
Wenn Frauen die Lust am Sex verlieren
Uwe Hartmann kennt die Klagen der frustrierten Frauen und sagt: „Behauptungen, sexuelle Probleme von Frauen seinen eine Erfindung der Pharmaindustrie, finde ich unerhört.“ Neue Forschungen im Bereich der Sexualität bestätigen alte Vermutungen: Frauen können Sex haben, wollen aber nicht. Männer wollen Sex haben, können aber nicht. Für Männer ist der Geschlechtsverkehr ein probates Mittel, um Stress abzubauen, während Frauen abschalten müssen, um sich auf die sexuellen Spiele der Liebe einzulassen.
Rollo May: "Humane Macht ist die Fähigkeit zur Liebe"
Rollo May unterscheidet fünf Schichten oder Phasen der Macht, die potentiell im Leben jedes Menschen vorhanden sind. An erster Stelle steht die Macht zu sein, das heißt in der Welt zu leben und zu existieren. Eine weitere Phase ist die Selbstbestätigung, bei der jeder Mensch sich als anerkannt und als für andere bedeutsam empfindet. Das Streben nach Sein, Selbstbestätigung und Selbstbehauptung kann in Selbst- und Fremddestruktion umschlagen, wenn der Mensch keinen Modus der Mitmenschlichkeit findet, in dem er seine Selbstachtung aufrechterhalten kann.
Jean Piaget erforscht die geheimnisvolle Welt der Kinder
Jean Piaget wollte herausfinden, warum ein Kind redet und mit wem und warum es so viele Fragen stellt. Sein Buch „Sprechen und Denken des Kindes“ schrieb er hauptsächlich für Lehrer. Jean Piaget glaubte, dass Kinder grundsätzlich anders denken als Erwachsene. Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Kindern und Erwachsenen entstehen seiner Ansicht nach deshalb, weil sie sich in der Art unterscheiden, sich selbst in ihrer Welt zu sehen. Jean Piaget führte seine Studien am Rousseau-Institut in Genf durch, wo er Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren beobachtete. Er erkannte, dass Kinder einen beträchtlichen Teil der Zeit nicht gezielt mit jemanden sprechen.
Die Triebe des Menschen sind weder schlecht noch böse
In seinem Buch „Wahrheit und Wirklichkeit. Entwurf einer Philosophie des Seelischen“ von 1929, entwirft Otto Rank eine philosophische Variante der Neo-Psychoanalyse. Im Zentrum seiner Überlegungen stehen der Wille und das Bewusstsein, wobei das Ich und nicht das Es im Vordergrund steht. Als Idealbild fungiert der Künstler, der sein Ich zum Ausdruck bringt, ohne die Zwänge der Gesellschaft zu missachten oder zu verleugnen. Der Mensch kommt zwar als triebhaftes Wesen zur Welt, wobei die Triebe für Otto Rank weder schlecht noch böse sind. Sie gehören zur Grundausstattung des Menschen, die sozialisiert und kultiviert werden müssen.
Eltern sollen vor ihren Kindern nur konstruktiv streiten
Kinder müssen häufig zusehen, wenn die Eltern ihre Konflikte austragen, weshalb viele Eltern nach einer Auseinandersetzung ein schlechtes Gewissen mit sich herumtragen. Wissenschaftliche Studien belegen nämlich, dass ein ständiger Streit zwischen Vater und Mutter für die Nachkommenschaft noch negativere Folgen haben kann, als eine Scheidung der Eltern. Allerdings schadet nicht jeder Streit dem eigenen Nachwuchs. Sabine Franiek von der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg nennt den Grund: „Wenn es in der Familie eine konstruktive Streitkultur gibt, können Kinder davon profitieren und am Modell der Eltern lernen, wie man Konflikte löst.“
Sigmund Freud entwickelt eine Sexualtheorie
Im Jahre1905 veröffentlicht Sigmund Freud die „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie“, mit denen er eine neue Tür zum Verständnis von sexuellen Perversionen öffnet und daneben eindringlich die These von der sexuellen Triebhaftigkeit des Kleinkindes vertritt. Zu den sexuellen Perversionen zählt er unter anderen den Sadismus, den Masochismus, den Voyeurismus, den Exhibitionismus sowie die Homosexualität. Der Psychoanalytiker zieht aus seinen Erfahrungen den Schluss, dass viele Homosexuelle in ihrer Kindheit keine männlichen Identifikationsmöglichkeiten hatten und daher das Gefühl haben, keine echten Männer zu sein.
Frigidität und Impotenz zeugen von gestörter Liebesfähigkeit
Mit der Frigidität der Frau und der Impotenz des Mannes beschäftigte sich der Psychoanalytiker Wilhelm Stekel in den beiden Büchern „Die Geschlechtskälte der Frau“ (1921) und „Die Impotenz des Mannes“ (1920). Wilhelm Stekel erkannte in der sexuellen Unfähigkeit beider Geschlechter eine ausgeprägte Störung der Liebesfähigkeit. Denn der Psychoanalytiker war der Meinung, wer wahrhaft lieben könne, vermag auch in der sexuellen Vereinigung sein Glück zu finden. Wilhelm Stekel sieht wie Alfred Adler in dem Kampf der Geschlechter die zentrale Ursache der sexuellen Anomalien des modernen Menschen.
Abraham Maslow erforscht die Selbstverwirklichung
Kurt Goldstein prägte zwar den Begriff der Selbstverwirklichung, berühmt machte ihn aber der New Yorker Psychologe Abraham Maslow. Er beschreibt Menschen, die die höchste Stufe der Menschlichkeit erklommen haben, die sich aus einer Mischung aus psychischer Gesundheit und Hingabe an ihre Aufgabe auszeichnen, wodurch sie hochgradig leistungsfähig sind. Abraham Maslows Menschenbild betrachtet das Individuum als kreativ, mit freiem Willen ausgestattet und nach der Erfüllung seiner Möglichkeiten strebend. Darüber hinaus betrieb Abraham Maslow Studien über Gipfelerlebnisse, in denen alles einen Sinn ergibt und der Mensch sich eins mit sich selbst und seiner Arbeit fühlt.
Die Neurosenlehre Viktor Frankls
Viktor Frankls Neurosenlehre baut darauf auf, dass es zu seelischen Verstimmungen und Fehlentwicklungen kommt, wenn sich der Geist des Menschen auf der Suche nach einem Sinn verirrt. In der Folge kann es zu psychosomatischen oder somatischen Krankheiten kommen. Laut Viktor Frankl entsteht eine Neurose, wenn seelische Bereiche des Menschen verkümmert bleiben. Bei der Untersuchung der Angstneurose findet Viktor Frankl heraus, dass die Patienten nicht nur Angst, sondern auch Angst vor der Angst selbst haben.