Katastrophen, Kriege und Krisen vermiesen den Alltag. Es vergeht kein Tag, an dem nicht die eine oder andere Hiobsbotschaft auf einen niederprasselt. Trotzdem sollten die Menschen versuchen, die vielen positiven Dinge in ihrem Leben die entsprechende Beachtung zu schenken. Die persönliche Einstellung zum Glück beeinflusst, wie viele glückliche Momente man erlebt. Wer mehr Aufmerksamkeit auf das Schöne und das Gute legt, erlebt es auch intensiver. Glück ist Ansichtssache, egal ob es sich dabei um den blühenden Baum vor dem Fester oder den duftenden Kaffee handelt. Im Übrigen ist das Glück nur bedingt eine Geldsache. Zwar steigt das Wohlbefinden mit dem Einkommen, doch die Glücksforscher haben herausgefunden, dass mit einem Einkommen von 5.000 Euro pro Monat eine Grenze des Glücks erreicht ist. Die meisten Menschen wissen, dass sie das Glück nur im Kleinen und in sich selbst finden können.
Allgemein
Wilhelm Schmid erforscht die Beziehung zwischen Geschwistern
Die Beziehungen zwischen Geschwistern sind immer schon da und können auch das ganze Leben hindurch erhalten bleiben. Wechselseitiger Beistand und Solidarität kann dieses geschwisterliche Band auszeichnen. In den modernen Familien der Gegenwart ist es allerdings n und mit Leben zu erfüllen, sie zu bejahen oder eben nicht.“ Wilhelm Schmid lebt als freier Autor in Berlin und lehrt Philosophie als außerplanmäßiger Professor an der Universität Erfurt.
Der Mensch kann seine Emotionen nicht abschalten
Alles was ein Mensch tut, wird von anderen emotional gelesen, unabhängig von den kognitiven Informationen, die mitgesendet werden. Die emotionalen Arbeitsspeicher sind ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und neuem Inhalt, ob man es will oder nicht. Intellektuelle Daten beeinflussen die emotionalen Befindlichkeiten, nach denen Menschen urteilen. Alexander Goebel erklärt: „Wir glauben, dass wir … Weiterlesen …
Helmut Reuter stellt Menschenbilder in der Psychologie vor
Jede Epoche und jede Zeit hat bestimmte Vorstellungen davon, was der Mensch ist. In der Geschichte der Menschheit sind diese Vorstellungen in der Regel religiös begründet und stehen in engem Zusammenhang mit Regeln und Vorschriften, nach denen das persönliche und gesellschaftliche Leben zu gestalten ist. Helmut Reuter fügt hinzu: „Ein Teil dieser Regeln ist implizit, Alltagswissen, dass sich zur Bewältigung der Lebensprobleme bewährt hat, ein anderer Teil ist kodifiziert und steht in der Deutungshoheit bestimmter Gruppen (Priester, Herrscher und Gelehrte).“ Es gab Zeiträume mit langen Phasen ziemlich stabiler Auffassungen vom Menschen und solche, in denen die Grundüberzeugungen sich schneller veränderten. Was den Wandel der Auffassungen betrifft, hat die Gegenwart wohl eine in der Geschichte noch nicht gekannte Dynamik entwickelt. Helmut Reuter ist seit 2004 Professor am Institut für Psychologie und Kognitionsforschung (IPK) der Universität Bremen.
Die Widerwärtigkeiten des Lebens bedrohen den Menschen
Um Verantwortung für ein Fehlverhalten übernehmen zu können, muss eine Person laut Rotraud A. Perner erst wissen, was als Fehlverhalten in der jeweiligen Gesellschaft, der er angehört, definiert ist. Rotraud A. Perner ist Juristin, Psychotherapeutin, Psychoanalytikerin und absolvierte postgraduale Studien in Soziologie und evangelischer Theologie. Eines ihrer aktuellen Bücher heißt „Die reuelose Gesellschaft“ und ist im Residenz Verlag erschienen. „Wissen ist Macht“, dieser Ausspruch von Francis Bacon (1561 – 1626) wird gerne zitiert oder auch Karl Liebknecht (1871 – 1919), der sagte: „Macht ist Wissen“. Das Wissen über die eigenen Verhaltensmuster oder auch das persönliche So-geworden-Sein dagegen stößt bei den meisten Menschen auf weniger Interesse, liefert es doch kaum das Lustgefühl der persönlichen Überlegenheit. Rotraud A. Perner erklärt: „Das Erlangen des Wissens davon, wie andere handeln und wie dies bewertet wird, bedeutet Sicherheit, zumindest solange man sein eigenen Unsicherheitsgefühle nicht liebevoll integriert hat.“
Selbsterkenntnis führt in unerwartete Weiten und Tiefen
Der weltberühmte Schweizer Psychiater und Begründer der analytischen Psychologie C. G. Jung hat einmal gesagt: „Selbsterkenntnis ist ein Abenteuer, das in unerwartete Weiten und Tiefen führt.“ Vielleicht ist das der Grund dafür, dass noch immer viele Menschen großen Respekt mit der Begegnung mit sich selbst haben. Auch Uwe Böschemeyer hat lange gebraucht, um zu begreifen, dass die Selbsterkenntnis nicht nur die aufregendste, sondern auch eine der wichtigsten Auseinandersetzungen mit der eigen Person ist. Wer sein Inneres erforscht, wird herausfinden, wie er sich selbst versteht und fühlt, welche Ziele er sich aussucht und welchen Sinn er findet. Im Jahr 1975 erwarb Uwe Böschemeyer bei Prof. Viktor Frankl sein Zertifikat in Logotherapie und Existenzanalyse. 1982 gründete er das Institut für Logotherapie in Hamburg. Die Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Wertimagination und die Wertorientierte Persönlichkeitsbildung.
Zwangsneurotiker finden in der Welt keine Heimat mehr
Zwangsneurotiker leiden unter Zwangshandlungen und Zwangsgedanken, die nicht unter der Kontrolle ihres Willens stehen. So müssen sie sich beispielsweise ständig die Hände waschen oder ordnen bestimmte Gegenstände sinnlos in einer bestimmten Reihenfolge oder Formation an. Die Psychoanalyse lokalisiert die Zwangsneurose in der Lebensgeschichte der Patienten in der analsadistischen Phase der Reinlichkeitserziehung. Zwangskranke sind zwar sehr hilflose Menschen, aber dennoch von einem schier grenzenlosen Streben nach Autonomie besessen. Dadurch ergibt sich bei solchen Menschen eine tiefsitzende Unsicherheit in allen Gefühlsbeziehungen. Liebe und Hass gehen bei ihnen Hand in Hand und die seelische Unsicherheit kann die Patienten in den Wahnsinn treiben.
Die Wahrheit über sich selbst muss man sich zumuten
Wenn ein Mensch sich selbst nicht wertschätzt, neigt er dazu, die ersehnten oder bei sich selbst ungeliebten Eigenschaften auf andere zu projizieren. Damit bleibt er allerdings in der sogenannten Konkurrenzfalle stecken. Entweder jemand ist so wahrnehmungsblind, dass er nicht merkt, dass er sich selbst im anderen bekämpft, dann wird derjenige über kurz oder lang in sozialer Isolation landen, weil sich die Menschen in seiner Umgebung vor dieser Person schützen müssen. Rotraud A. Perner ergänzt: „Oder man weiß um die eigene Unfairness, dann baut man damit den Zwang auf, die behauptete Schuldlosigkeit immer wieder verteidigen zu müssen, und verliert noch mehr an eigener Wahrhaftigkeit, weil man irgendwann nicht mehr weiß, was Tatsache war und was Fiktion.“ Rotraud A. Perner ist Juristin, Psychotherapeutin, Psychoanalytikerin und absolvierte postgraduale Studien in Soziologie und evangelischer Theologie.
Es gibt verschiedene Spielarten der Empathie
Bei der emotionalen Empathie schließt sich ein Mensch mit seinen Gefühlen einem anderen Menschen an – welche Tonart von Freude oder Trauer der andere auch mitmacht, sie halt im mitfühlenden Körper wider. Die kognitive oder emotionale Empathie führt dagegen nicht zwangsläufig zu Sympathie oder zur Sorge um das Wohlergehen des anderen. Bei einer Onlinediskussion kann man andere Menschen nur danach beurteilen, was sie sagen. Online sind die Menschen auf die kognitive Empathie angewiesen, jene Form des Gedankenlesens, mit deren Hilfe Schlüsse darüber gezogen werden, was im Kopf eines anderen vorgeht.
Ulrich Greiner stellt Strategien der Schamverbergung vor
Es versteht sich beinahe von selbst, dass die meisten Menschen unangenehme Gefühle fürchten. Mit dem Begriff Schamangst ist jedoch r so war. Ulrich Greiner erklärt: „Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte es zum Idealbild eines gebildeten und kultivierten Menschen, dass er seine Gefühle und damit seine Empfindsamkeit und Empfindungsfähigkeit zeigt.“ Ulrich Greiner war zehn Jahre lang der Feuilletonchef der ZEIT. Als Gastprofessor lehrte er in Hamburg, Essen, Göttingen und St. Louis. Außerdem ist er Präsident der Freien Akademie der Künste in Hamburg.