Fast jeder Mensch kann zum Mörder aus Liebe werden

Der Psychiater Andreas Marneros, der bei Gericht Hunderte Gewaltverbrecher, darunter Sexualmörder und Vergewaltiger begutachtet hat, sagt: „Aber keiner kann sich sicher sein, nicht zum Mörder aus Liebe zu werden.“ Am Liebesmord, über den er schon ein Buch geschrieben hat, fasziniert den Psychiater das Archaische, das darin zum Ausdruck kommt. Wenn Menschen ihre Partner töten, spielen sich seiner Meinung nach Tragödien griechischen Formats ab, beginnend bei der Faszination und Schönheit der ersten Begegnung, endend beim apokalyptischen Ende des Tötungsakts.

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Narzissten sind für die Wirtschaft von überragender Bedeutung

Der Psychiater Borwin Bandelow hat sich mit der Psyche von Popstars auseinandergesetzt und ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass sie in den allermeisten Fällen narzisstisch veranlagt und auf der ständigen Jagd nach Endorphinen, den sogenannten Glückshormonen, sind. Auch für die Wirtschaft sind Narzissten von herausragender Bedeutung. Dabei kommt es allerdings auch auf Ausdauer an, da in der Wirtschaft der sofortige Erfolg relativ selten eintritt. In der Regel müssen die Topmanager lange arbeiten, um Millionen zu verdienen und zu Ruhm zu gelangen. Borwin Bandelow leitet die Göttinger Uni-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Außerdem ist er Deutschlands wichtigster Angstforscher. Er analysierte in seinem Buch „Celebrities“ die Lebensläufe von Musiklegenden wie Michael Jackson und Elvis Presley.

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Gesunder Optimismus kann vor Depressionen schützen

Wenn Niederlagen, die das Leben nun einmal mit sich bringt, pessimistisch gedeutet werden, verstärken sie sowohl bei Erwachsenen wie auch bei Kindern das Gefühl der Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit, das einer Depression zugrunde liegt. Seit langem wissen die Forscher, dass Menschen, die bereits depressiv sind, so denken. Diese Erkenntnis führt zu dem Schluss, dass es ein Fenster der Gelegenheit gibt, sie gegen die Depression zu impfen, bevor diese zuschlägt und das Leben der Betroffenen verdunkelt.

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Cordelia Fine stellt die Eigenschaften des Selbstkonzepts vor

Das Selbst eines Menschen hat viele Facetten. Es ist ein reiches, komplexes Netz mit einer je unterschiedlichen Nuance für alle möglichen Gelegenheiten. Cordelia Fine zitiert Walt Whitman, der dies mit folgendem Satz ausgedrückt hat: „Ich bin groß: In mir wohnen viele.“ Aber während ein Selbst, das Viele einschließt, mit hoher Wahrscheinlichkeit eine feine Sache ist, kann jeder auch sofort erkennen, dass es nicht optimal oder sogar unmöglich wäre, alle verschieden Nuancen des Selbst gleichzeitig zu aktivieren. Cordelia Fine schreibt: Ratsam ist es, jeweils nur einige wenige Selbstkonzepte aus dem riesigen Schrank, der unser Selbst ist, herauszuziehen.“ Cordelia Fine studierte Psychologie und Neurowissenschaften in London und Toronto. Heute forscht sie an der Marquarie University in Australien und unterrichtet an der Melbourne Business School.

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Sigmund Freud hegt ein Unbehagen an der Kultur

Das Alterswerk von Sigmund Freud kann fast durchgehend als eine Art Kulturkritik aufgefasst werden. Deutlich zeigt sie sich beispielsweise in seinem Buch „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ aus dem Jahre 1921. Sigmund Freud will darin begreiflich machen, wie der Mensch sein Wesen innerhalb einer Massenversammlung verwandelt. Zur Veranschaulichung wählt er die beiden organisierten Massen der Kirche und des Heeres. In beiden Fällen geht er von einer libidinösen Bindung der Massenmitglieder an ihren Führer aus. Die Ich-Ideale werden dabei durch den Führer als kollektives Ich-Ideal ersetzt.

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David Brooks erklärt das Balzverhalten von Männern und Frauen

Der wesentliche Zweck der Kultur besteht laut David Brooks darin, die natürlichen Begierden der Menschen zu zügeln. Besonders deutlich wird dies durch die innere Anspannung, die in der ersten Phase entsteht, wenn eine Frau einen Mann oder ein Mann eine Frau begehrt und durch die innere Notwendigkeit, Zurückhaltung zu üben, während die Instinkte schon zum Angriff vorpreschen würden. Die Menschen sind in einem solchen Augenblick sehr aufgewühlt und haben große Angst davor, zu ungestüm zu erscheinen. David Brooks erklärt: „Menschen, die sich darauf verstehen, das begehrte Gegenüber erfolgreich zu umwerben, besitzen die Fähigkeit, Melodie und Rhythmus einer Beziehung zu erfassen.“ Durch einen gegenseitigen Prozess des Erfassens von Bewusstseinsinhalten und durch eine aktive Kontrolle ihrer Impulse wird sich ihre Beziehung möglicherweise synchros und zählt zu den populärsten Kolumnisten der USA.

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Victor-Emil von Gebsattel stellt eine Theorie der Perversionen auf

Der Ansatzpunkt in der Sexualpsychologie von Victor-Emil von Gebsattel ist die Hypothese, dass es eine Norm des Liebeslebens gibt: zwei verschiedengeschlechtliche Menschen sollen dabei in Leib und Seele eins werden. Der Mensch als Individuum ist laut Victor-Emil von Gebsattel prinzipiell unganz. Das heißt, er braucht physisch und psychisch eine Ergänzung durch ein Du und kann sich und seinen Sinn des Lebens nur verwirklichen, wenn er möglichst kontinuierlich und komplett mit einem Geschlechts- und Liebespartner eins wird. Zu dieser vorgegebenen Norm muss jeder Mensch Stellung beziehen. Alfred Adler betrachtete beispielsweise die Liebe und die Sexualität als zweite Lebensaufgabe, eingebettet in die beiden anderen Lebensaufgaben der Arbeit und der Einfügung in die Gemeinschaft.

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Karen Horneys Kritik am Ödipusdrama Sigmund Freuds

Karen Horney glaubt zwar, dass sexuelle Empfindungen zwischen Kind und Eltern vorkommen, aber nicht in dem Maße, wie Sigmund Freud sie beschreibt. Sofern das doch der Fall ist, handelt es sich um seelische Fehlentwicklungen. In der Regel provozieren die Eltern selbst die sexuelle Note im Gefühlsleben des Kindes durch übertriebene Zärtlichkeit und eigene verdrängte Wünsche nach Sexualität. Oft kommt es auch zur Rivalität zwischen den Eltern bezüglich der Liebe des Kindes. Das Kind spürt den elterlichen Konflikt und fühlt sich in der Regel zum stärker verwöhnenden Elternteil hingezogen. Die klassische Psychoanalyse macht ausgeprägte ödipale Verstrickungen für spätere Neurosen verantwortlich.

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Ein realistischer Optimismus hat mehr Vorteile als Nachteile

Die meisten Menschen sehen die Welt positiver, als sie tatsächlich ist, sich selbst in einem günstigeren Licht, als es angemessen wäre, und die Ziele, die sie verfolgen, empfinden sie als leichter zur realisieren, als sie es in der Wirklichkeit sind. Daniel Kahneman schreibt: „Wir neigen auch dazu, unsere Fähigkeit überzubewerten, die Zukunft vorherzusagen, was eine optimistische Selbstüberschätzung begünstigt.“ Weil die Verzerrung der Realität durch eine optimistische Grundeinstellung sowohl ein Segen als auch ein Fluch sein kann, sollte derjenige der von Natur aus optimistisch ist, sich einerseits glücklich schätzen, aber andererseits auch auf der Hut sein. Daniel Kahneman ist Professor für Psychologie an der Princeton University und einer der weltweit einflussreichsten Kognitionspsychologen. Im Jahr 2002 wurde er als erster Nicht-Ökonom mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet.

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