Die Konsumgesellschaft ist laut Wolfgang Schmidbauer hr Menschen, als kritisch von ihnen auf Distanz gehen können. Wolfgang Schmidbauer erklärt, dass psychologische Kategorien wie etwa Triebe, Motive und Interessen von einem individuellen Bedürfnisträger ausgehen. Er ergänzt: „Aber längst sind die individuell fassbaren Wünsche mit den kollektiven Strukturen verschmolzen. Menschen gehen mit Gütern eine Verbindung ein, die den Liebesbeziehungen zu anderen Personen gleicht. Aus diesem Grund ist es auch unmöglich, von zeitlosen Bedürfnissen zu sprechen.“ Die Triebwelt wird gemäß Wolfgang Schmidbauer durch das Niveau der Güter geprägt und strukturiert. Wolfgang Schmidbauer arbeitet neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit auch als Lehranalytiker und Paartherapeut in München.
Allgemein
Fernsehen statt Frühstück ist ein Verbrechen an Kindern
Manfred Spitzer zufolge wird es manchen Menschen überraschen, dass es einen klaren Zusammenhang zwischen Stress und Selbstkontrolle gibt. Stress ist auf keinen Fall dasselbe wie eine körperliche Anstrengung, ganz im Gegenteil wird er durch die richtige körperliche Ertüchtigung eher abgebaut. Stress resultiert aus mangelnder Kontrolle. Stress verursacht unter anderem Bluthochdruck, Infektionskrankheiten, Magengeschwüre, Libidoverlust, Krebsgeschwülste und abgestorbene Gehirnzellen. Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer leitet die Psychiatrische Universitätsklinik in Ulm und das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen. Zu seinen bekanntesten Büchern zählen „Lernen“ und „Vorsicht Bildschirm!“.
In der Neuzeit ist die Angstgier entstanden
Wolfgang Schmidbauer schreibt: „Der Glaube, man könnte über seine Verhältnisse leben und keinen Preis dafür bezahlen, ist die zentrale Illusion der Konsumwelten.“ Zur natürlichen Gier, zu Hunger und Liebe ist laut Wolfgang Schmidbauer in der Neuzeit die gefährliche Innovation der Angstgier hinzugekommen, die sich auf den Verlust der mit der Hilfe von Maschinen erreichten Niveau … Weiterlesen …
Das Zeitalter der Schönheitschirurgie hat längst begonnen
Eine schöne Frau hat Bedeutung, sie wird geliebt, um sie kämpfen die Männer. Diesen Eindruck vermitteln zumindest Frauenzeitschriften und andere Medien. Dies ist einer der Gründe dafür, warum Millionen Frauen daran arbeiten, schön zu werden oder schön zu bleiben. Obwohl die meisten von ihnen sicherlich wissen, dass dieser Kampf hr blutigen Gebrauch machen – darunter auch in steigendem Maße sehr junge Mädchen. Rund eine halbe Million Schönheitsoperationen wurden im vergangenen Jahr in Deutschland ausgeführt, doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren.
Rolf Dobelli hält den Neid für die idiotischste aller Emotionen
Von allen Emotionen ist für Rolf Dobelli der Neid die idiotischste, weil sie eigentlich relativ einfach auszuschalten ist. Neid entzündet sich laut Rolf Dobelli an vielen Dingen wie beispielsweise Status, Besitz, Jugend, Gesundheit, Fähigkeiten, Schönheit oder Popularität. Neid wird oft mit Eifersucht verwechselt, weil die körperlichen Reaktionen fast gleich ausfallen. Es gibt allerdings einen Unterschied. Der Neid benötigt nur zwei Menschen, die Eifersucht mindestens drei. Er gibt aber auch eine komische Seite am Neid. Rolf Dobelli schreibt: „Das Lustige am Neid: Wir beneiden vor allem jene, die uns in puncto Alter, Beruf und Lebensart ähnlich sind.“
Diffuse Spannungszustände verursachen das Fingernägelkauen
Etwa dreißig Prozent der deutschen Kinder kauen an ihren Fingernägeln herum. In der Vergangenheit vermutete man dahinter schwere psychische Komplexe. Heute dagegen raten Gesundheitsexperten erst einmal zu Gelassenheit. Nur in extremen Fällen halten sie psychologische Hilfe für notwendig. Die Psychologin Antje Hunger aus Lünen sagt: „Nägelkauen ruft bei den Eltern meistens einen größeren Leidensdruck hervor als bei den Kindern. Dabei bessert es sich manchmal von selbst wieder.
Andreas Salcher kritisiert die Gleichgültigkeit der Masse
Die Menschen von heute haben laut Andreas Salcher einen sehr sichtbaren Feind zu bekämpfen: die Gleichgültigkeit. Der Gleichgültige ist für ihn schlimmer als der Täter. Andreas Salcher erklärt: „Es gibt nicht nur Sünden, die durch schlechte Taten entstehen, sondern auch solche der Nachlässigkeit und der Untätigkeit. Diese sind oft viel größer als das, was der Durchschnittsbürger tatsächlich an schlechten Taten vollbringt. Erst die Menge der Gleichgültigen legitimiert den Täter.“ Der Kampf gegen die Gleichgültigkeit muss laut Andreas Salcher bei jedem Menschen zunächst durch die Schärfung der Sinne für die Dinge beginnen, die rundherum um ihn geschehen. Dabei geht es zunächst um ganz einfache Fragen, wie zum Beispiel nach dem Ursprung des täglichen Essens.
Susan Cain berät Eltern bei der Erziehung introvertierter Kinder
Eine der besten Möglichkeiten, ein introvertiertes Kind zu fördern, besteht für Susan Cain darin, mit ihm an seiner Reaktion auf Neues zu arbeiten. Eltern dürfen die Vorsicht ihres Kindes in neuen Situationen auf keinen Fall mit einer Beziehungsunfähigkeit verwechseln. Susan Cain erklärt: „Es schreckt vor einer neuen oder überstimulierenden Situation zurück.“ Die amerikanische Sachbuchautorin Susan Cain ist seit über zehn Jahren als Trainerin für Verhandlungsführung tätig und hat ihre eigene Beratungsfirma, The Negotiation Company. Humanistisch-ethische Prinzipien sind ihr wichtig in ihrer Arbeit, und sie geht davon aus, dass das Gelingen von Verhandlungen Selbsterkenntnis voraussetzt.
Das Internet kann abhängig machen wie Glückspiel und Alkohol
Als der Psychiater Ivan Goldstein im Jahr 1995 vorschlug, eine neuartige psychische Störung mit dem Namen „Internetsucht“ in die Diagnosekataloge aufzunehmen, erhielt er unerwartet breite Zustimmung. Ärzte berichteten ihm von Patienten mit exzessiver Nutzung des Internets, Patienten klagten über die von Ivan Goldstein genannten typischen Symptome der Sucht. Dazu zählen Entzugserscheinungen, ständige Steigerung der Internet-Dosis sowie der zwanghafte Konsum der künstlichen Welt. Vielleicht wäre der Diskurs um das Suchtpotential der digitalen Medien nur noch vor sich hingeplätschert, wenn es rkte, wie ihre kleine Tochter gerade verhungerte. Eine Online-spielsüchtige Mutter erwürgte ihren zweijährigen Sohn, weil er ein Essen haben wollte.
Fast jeder Mensch kann zum Mörder aus Liebe werden
Der Psychiater Andreas Marneros, der bei Gericht Hunderte Gewaltverbrecher, darunter Sexualmörder und Vergewaltiger begutachtet hat, sagt: „Aber keiner kann sich sicher sein, nicht zum Mörder aus Liebe zu werden.“ Am Liebesmord, über den er schon ein Buch geschrieben hat, fasziniert den Psychiater das Archaische, das darin zum Ausdruck kommt. Wenn Menschen ihre Partner töten, spielen sich seiner Meinung nach Tragödien griechischen Formats ab, beginnend bei der Faszination und Schönheit der ersten Begegnung, endend beim apokalyptischen Ende des Tötungsakts.