Haustiere vermitteln seelische Ausgeglichenheit und Wohlbefinden

Reinhold Bergler zählt zu den renommiertesten Experten, wenn es um die Beziehung zwischen Menschen und Haustieren geht. Auf die Frage, warum Menschen sich ein Haustier anschaffen, antwortet Reinhold Bergler: „Die Gemeinschaft von Tieren und Menschen ist tief in unserer Kulturgeschichte verwurzelt, das geht zurück bis in die Urzeit. Der Wunsch nach einem Haustier ist universell verbreitet, bei Kindern taucht er sehr frühzeitig im Leben auf.“ Heutzutage gibt es allerdings in der Haltung von Haustieren teilweise bizarre Auswüchse, die durchaus psychologische Ursachen haben könnten. Haustiere werden von vielen Menschen als Statussymbole und zur Selbstverwirklichung gehalten, was es laut Reinhold Bergler schon öfter in der Geschichte gab. Reinhold Bergler, der inzwischen 84 Jahre alt ist, hat als Professor für Psychologie an der Universität Bonn gelehrt. Er gründete im Jahr 1980 die Forschungsgruppe „Psychologie der Mensch-Tier-Beziehung“.

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Helm Stierlin analysiert die Beziehungen innerhalb der Familie

Wie die Beziehung zwischen Mutter und Kind wurde auch die Bedeutung der Familie für die menschliche Entwicklung und Weltbewältigung oft verkannt oder sogar bestritten. Sigmund Freud dagegen war gegenüber der Problematik der Familie nicht blind. Er erkannte, dass Störungen in der Familie einen Anteil bei der Entstehung von Neurosen haben und deren Therapie im Wege stehen. Sigmund Freud schreibt: „Wer überhaupt weiß, von welchen Spaltungen oft eine Familie zerklüftet wird, der kann auch als Analytiker nicht von der Wahrnehmung überrascht werden, dass die dem Kranken Nächsten mitunter weniger Interesse daran verraten, dass er gesund werde als dass er so bleibe, wie er ist.“ Für Helm Stierlin wird die große Bedeutung der Familie als einer Institution für die Erziehung der Kinder besonders deutlich, wenn er sie mit Einrichtungen vergleicht, die die Familie ersetzen wollen.

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Die Menschen dürfen den Kunstwelten nicht zuviel Macht geben

Für die Wissenschaftsgläubigen ist die Welt das, was die Wissenschaft beschreibt. Für Menschen, die der Psychologie hörig ergeben sind, stellt sich ein gelungenes Leben so dar, wie es die psychologischen Ratgeber empfehlen. Personen, die nur den Medien vertrauen, halten für das eigentlich Wichtige nur noch das, was in der „Tagesschau“ berichtet wird. Die Akteure der Finanzwelt sehen den wahren Wert im Geldwert. Kein Mensch kann sich diesen Verlockungen völlig entziehen, denn jeder lebt unvermeidlich mit und in diesen Welten. Sie drängen machtvoll in das eigene kleine Leben. Der Psychiater, Psychotherapeut und Theologe Manfred Lütz schreibt: „Psychologisch erscheinen diese Welten wichtiger, wahrer und realer als unser zufälliges, persönliches, kurzes Leben von unserer Geburt bis zu unserm Tod.“ Doch seiner Meinung nach trügt dieser Eindruck.

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Die Menschen bemerken nicht ihre ständigen Veränderungen

Werte, Hobbys, Vorlieben und sogar die Persönlichkeit ändern sich im Verlauf des Lebens. Doch viele Menschen glauben, egal ob sie 17 oder 65 Jahre alt sind, dass ihre Entwicklung abgeschlossen ist. Doch das ist ein Irrtum, da Wachstum und Veränderung inen, ihre Einstellungen und ihre Persönlichkeit würden sich in Zukunft kaum verändern, obwohl sie wissen, dass sie sich in der Vergangenheit sehr wohl berichtigt haben. In der Studie „Illusion vom Ende der Geschichte“ heißt es: „Menschen betrachten die Gegenwart als einen Wendepunkt in ihrer Biographie, an dem sie endlich die Persönlichkeit geworden sind, die sie für den Rest ihres Lebens bleiben werden.

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Dr. Adam Alfred verteidigt die Verschreibung von Ritalin

Seit fast drei Jahrzehnten verschreibt der Kinder- und Jugendpsychiater Adam Alfred, der im ADHS-Zentrum in München-Neuhausen praktiziert, Ritalin und ähnliche Medikamente. Hyperaktive Kinder werden seiner Meinung nach durch die Gabe von Ritalin einfach normaler und können sich besser konzentrieren. Für Adam Alfred sind die Nebenwirkungen von Ritalin mehr als vertretbar, da sie bei sachgemäßem Umgang sehr selten auftreten.

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Die Bewältigung des Ödipuskomplexes ist eine Gratwanderung

Der Ödipuskomplex, von Sigmund Freud zum Kernstück der analytischen Theorie gemacht, umschreibt laut Helm Stierlin eine psychische Konstellation, die dem einzelnen im Alter von etwa fünf bis sechs Jahren durch biologische und soziale Gegebenheiten aufgezwungen wird. Helm Stierlin schreibt: „Der Komplex fällt in die Zeit, da die Zweierbeziehung zur Mutter sich umgestaltet: auch der Vater wird nun für das Kind zu einer zentralen Beziehungsperson.“ So wird der Vater für den Sohn in dieser Phase nicht nur ein Modell der Männlichkeit, das ein Junge für den Aufbau der eigenen Männlichkeit braucht, sondern auch zu einem frustrierenden Rivalen.

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Menschen übernehmen unbewusst Verhaltensweisen ihrer Eltern

Die Zeiten ändern sich, aber viele Verhaltensweisen in Familien erhalten sich teilweise über Generationen. Das menschliche Gehirn baut ständig neue neuronale Netzwerke auf, die jene Erfahrungen und Strukturen speichern, die verschiedene Tätigkeiten widerspiegeln. Dabei bilden die Nervenbahnen, die sich schon sehr früh entwickelt haben, besonders dicke Stränge. Silvia Dirnberger-Puchinger vergleicht diese Bündel mit mehrspurigen Autobahnen und erklärt damit, warum Menschen immer wieder in die ungeliebten Muster fallen: „Unter Stress greift unser Gehirn nicht auf neuere erlernte Verhaltensweisen – quasi die Güterwege in unserem Hirn – zurück, sondern nimmt den Highway.“

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Alexander Mitscherlich spricht über Krieg und Frieden

In seiner Ansprache anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels im Jahr 1969 hat Alexander Mitscherlich Dinge angesprochen, die auch heute noch von brennender Aktualität sind. Seiner Meinung nach besteht in vielen Menschen, unbewusst bleibend, ein hohes Maß von Destruktionsbereitschaft und insbesondere von Neigung zur Selbstdestruktion, die leicht erregbar sind. Ohne eine Veränderung der psychischen Konstitution beim Menschen, worunter Alexander Mitscherlich eine quasi qualitativ neue Stufe der kulturellen Entwicklung, ein erweitertes und gestärktes Bewusstsein versteht, kann kaum mit einer Minderung der Kriegschancen gerechnet werden. Alexander Mitscherlich nennt zwei Faktoren, die ernstlich im Laufe der Geschichte einer Entwicklung zu größerer Friedlichkeit im Weg standen. Er erklärt: „Es sind dies die leicht weckbare Feindseligkeit des Menschen gegen seine Artgenossen, und die, wie man zu sagen pflegt, unausrottbare Dummheit.“

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Im Konsumismus werden Depressionen zur Volkskrankheit

Wenn ein Mensch einen sicheren Ort verliert, brechen bei ihm heftige Emotionen aus. Es mischen sich dabei Trauer und Angst, woraus oftmals auch das Bedürfnis entsteht, innezuhalten und abzuwarten. In manchen Fällen verleugnen die Betroffenen sogar den Verlust und geben sich der trügerischen Hoffnung hin, dieser werde wie durch magische Kräfte wieder aufgehoben und alles würde wieder so sein wie zuvor. Die Trauerreaktion ist laut Wolfgang Schmidbauer biologisch sinnvoll. Die Menschen werden motiviert, sich anzustrengen, Heimaten zu erhalten, wichtige Menschen an sich zu binden, nicht leichtfertig aufzugeben, was ihnen Geborgenheit vermittelt. Wolfgang Schmidbauer schreibt: „Trauer benötigt Zeit und Raum, um die Veränderungen zu klären, welche durch den Verlust entstehen: Sie bringen ja nicht nur Mangel, sondern auch Gewinn.“ Wolfgang Schmidbauer arbeitet neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit auch als Lehranalytiker und Paartherapeut in München.

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