Sex ist ein Spiel zwischen zwei sich liebenden Menschen

Georg Pfau vertritt die These, dass es kaum möglich ist, sexuelle Störungen innerhalb einer Beziehung selbst zu therapieren. Jeder Versuch dazu kann seiner Meinung nach in die falsche Richtung gehen. Denn statt zu heilen, werden in der Regel neue Gräben aufgerissen. Oberstes Ziel bei einer Sexualtherapie bleibt das Gedeihen der Beziehung. Der Therapeut hat den großen Vorteil, nicht emotional in das Paargeschehen involviert zu sein. Daher darf er fast alles sagen, ohne dass dies eine Beziehung beschädigen könnte.

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Nur durch Erfahrungen entwickelt der Mensch die Selbstkontrolle

Mit dem menschlichen Willen verhält es sich nicht anders als mit dem Laufen oder dem Sprechen. Auch für die Entfaltung der Fähigkeit der Selbstkontrolle bedarf es laut Manfred Spitzer entsprechender vielfältiger Erfahrungen. Um die Frage zu beantworten, was das für Erfahrungen sind, die den Willen trainieren, hilft ein Blick in die Menschheitsgeschichte, genauer gesagt, ein Blick in den Alltag der Menschen, als sie noch unter den Bedingungen der Steinzeit lebten. Manfred Spitzer schreibt: „Um als Jäger und Sammler zu überleben, musste man permanent kontrolliert und planvoll vorgehen.“ Wer sich bei der Suche nach Nahrungsmitteln leicht von den vielfältigen und interessanten Dingen in der Natur ablenken ließ, verhungerte im schlimmsten Fall. Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer leitet die Psychiatrische Universitätsklinik in Ulm und das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen. Zu seinen bekanntesten Büchern zählen „Lernen“ und „Vorsicht Bildschirm!“.

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Viele Beziehungen leiden an einem Mangel an Kommunikation

Männer und Frauen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Motivation gegenüber der Sexualität. Männer suchen Lust, Frauen Liebe. Sich ganz nahe zu sein heißt für Georg Pfau schon fast, sich zu lieben. Trotz der scheinbar unerschöpflichen Kommunikationsmittel der Moderne leiden viele Beziehungen an einem Mangel an Kommunikation. Wenn vorhanden, ist sie oftmals oberflächlich, technisch und ohne Emotionen, so wie die Medien, über die kommuniziert wird.

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Die Bindung zwischen Mutter und Kind prägt nachhaltig

Familiäre und gesellschaftliche Bindungen sowie generell das Zusammenleben sind seit Urzeiten wichtige Teile des Überlebens der Menschen. Dennoch sollten laut Sonia Laszlo Erfahrungen der Kindheit nicht als Entschuldigung dafür verwendet werden, wenn ein Mensch als Erwachsener unglücklich ist. Dennoch beeinflussen natürlich auch äußere Einflüsse und nicht nur der Mensch selbst sein Glück. Man sollte möglichst viel darüber lernen, wie individuelles Glück aussehen kann, um sich von der Tyrannei des Glücks zu befreien. Die Kommunikationswissenschaftlerin und Schauspielerin Sonia Laszlo befasst sich mit dem „Glücklichsein“ und Film in Europa sowie in den USA. Die Journalistin ist in Medien und am Institut für Europäische Glücksforschung tätig, Gastvortragende an Universitäten und schreibt an ihrer Dissertation.

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Der Neurotiker lebt unter einer unerträglichen Gewissensnot

Alexander Mitscherlich hält fest, dass eine breite Skala von Verhaltensweisen, beispielsweise Zwänge oder die Neigung zur Verdrängung, dem Willen und der Freiheit der Entscheidung des Individuums entzogen ist. Und doch vollziehen sich diese Reaktionen am betroffenen Menschen. Alexander Mitscherlich fügt hinzu: „Dies hat also die Neurose mit der Krankheit im weitesten Sinn gemein, dass sie ungerufen auftritt.“ Psychoneurosen wie psychosomatische Erkrankungen werden seiner Meinung nach dann undenkbar, wenn ein Mensch mit seiner Umwelt durch angeborene Muster des Verhaltens fest verzahnt ist. Neurosen ist laut Alexander Mitscherlich Anpassungskrankheiten, Reaktionsformen, die unter der Belastung der Forderungen aufgetreten sind, die im Zusammenleben der Menschen dem Individuum gegenüber geltend gemacht werden. Dass diese soziale Außenwelt gleichsam ins Innere des Individuums gelangen kann, dass sie dann als Sozialgewissen von innen heraus ihre Macht entfaltet, ist für Alexander Mitscherlich bereits ein nächster Schritt zur sozialen Adaption.

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Horst-Eberhard Richter untersucht die Rolle des Kindes

Horst-Eberhard Richter fragt in seiner Untersuchung „Elterlicher Konflikt und kindliche Rolle“ nach den schädlichen Faktoren existenter affektiver Beziehungen zwischen Eltern und Kind. Unter der kindlichen Rolle versteht Horst-Eberhard Richter die strukturierte Gesamtheit der elterlichen Erwartungsphantasien, insofern diese dem Kind die Erfüllung einer bestimmten Funktion zuweisen. Laut Horst-Eberhard Richter lehrt die psychoanalytische Erfahrung, dass Eltern, die unter dem Einfluss ihrer unbewussten Erwartungen bei ihren Kindern eine neurotische Störung begünstigen, selbst unter dem Druck affektiver Konflikte zu stehen pflegen: „Sie saugen das Kind gewissermaßen in ihren eigenen Konflikt hinein.“

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Die Erziehung ist weit mehr Schicksal als die Vererbung

Ein guter Gradmesser für den stabilisierenden oder desintegrierenden Einfluss auf die Entwicklung einer Persönlichkeit, den ein gegebener sozialer Bereich ausübt, ist laut Alexander Mitscherlich die Rolle, die Kriminalität, Perversion und erlebnisbedingte Krankheiten in ihm spielen. Der Einfluss ungünstiger Bedingungen eines Milieus vertiefen und befeuern seiner Meinung nach die asozialen Neigungen der Betroffen. Einem solchen Individuum gelingt niemals die Integration der sexuellen wie vor allem auch aggressiven Impulse unter die Kontrollinstanzen eines Sozialgewissens und eines individuellen, kritikfähigen Ichs. Alexander Mitscherlich betont den bedeutenden Einfluss des Milieus, wie er damit ein Bündel von Faktoren anspricht, auf das man einwirken und verändern kann. Wie sehr der Mensch ein primäres Sozialwesen ist, wird einem erst klar, wenn man sich daran erinnert, dass der Mensch in einem hohen Grade der Unreife geboren wird.

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Manche Augenkrankheiten können auch psychisch bedingt sein

Wenn sich psychische Probleme auf körperliche Symptome verschieben, betritt man das Feld der Psychosomatik. Inzwischen interessieren sich die Augenheilkunde, die Dermatologie oder die Zahnmedizin für Ansätze, die seelische Faktoren mit einbeziehen. Letztendlich hilft in einem solchen Fall nur eine Traumatherapie. In der augenärztlichen Praxis sind solche gravierenden Fälle allerdings sehr selten. Wenn die Psychosomatik in der Praxis des Augenarztes herangezogen wird, geht es häufig um Patienten, die Sehstörungen schildern, die durch brennende, schmerzende oder trockene Augen hervorgerufen werden. Gabriele Emmerich beschreibt ihr Vorgehen in solchen Fällen wie folgt: „Zunächst kläre ich ab, ob das Symptom rein körperlicher Natur ist und dementsprechend behandelt werden kann.“

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Helm Stierlin untersucht die Beziehung zwischen Mutter und Kind

Die Mutter hat, im Guten oder im Bösen, einen schicksalhaften Einfluss auf das Kind. In der Beziehung zu der Mutter entscheidet sich wesentlich, welche Lebenswerkzeuge dem erwachsenen Menschen zur Verfügung stehen werden. Helm Stierlin schreibt: „Es entscheidet sich, wie weit und in welcher Richtung sich seine Potentiale entwickeln. Und zu den Potentialen gehört das, was wir das Organ seiner Autonomie nennen können: das starke, versöhnungsfähige Ich.“ Seiner Meinung nach stellt die Mutter-Kind-Beziehung den extremen Sonderfall einer menschlichen Beziehung dar.

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