Bei der emotionalen Empathie schließt sich ein Mensch mit seinen Gefühlen einem anderen Menschen an – welche Tonart von Freude oder Trauer der andere auch mitmacht, sie halt im mitfühlenden Körper wider. Die kognitive oder emotionale Empathie führt dagegen nicht zwangsläufig zu Sympathie oder zur Sorge um das Wohlergehen des anderen. Bei einer Onlinediskussion kann man andere Menschen nur danach beurteilen, was sie sagen. Online sind die Menschen auf die kognitive Empathie angewiesen, jene Form des Gedankenlesens, mit deren Hilfe Schlüsse darüber gezogen werden, was im Kopf eines anderen vorgeht.
Emotionen
Reinhard Haller stellt die Techniken der Narzissten vor
Ein Narzisst ist ein Meister im Schweigen. Wenn ein Mensch nichts sagt, bedeutet dies unter anderem Rückzug, innere Sammlung, Konzentration auf das Wesentliche oder im Falle eines Narzissten Gekränktheit. Narzisstische Menschen instrumentalisieren ihr Schweigen aber keinesfalls im positiven Sinn, sondern setzen es als Defensiv- beziehungsweise Offensivwaffe ein. Durch keine andere Emotion kann die eigene Empfindlichkeit und Verletztheit so deutlich zum Ausdruck gebracht werden wie durch das Schweigen. Der Narzisst zelebriert dadurch im Prinzip einen sogenannten Primitivreflex, den Mutismus.
Emotionen werden von den Gedanken über Ereignisse erzeugt
Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, sagte einmal: „Menschen sind stark, solange sie eine starke Idee vertreten; sie werden ohnmächtig, wenn sie sich ihr widersetzen.“ Zum Glück werden auch andere Hirnregionen, die für lebensbejahende Gedanken und Denkmuster zuständig sind, dadurch gestärkt, dass sich ein Mensch auf sie ausrichtet. Zu einer Metanoia, einer grundlegenden Sinnesänderung im Denken eines Menschen können bestimmte Fragen sein wie zum Beispiel: „Warum nehme ich manche Dinge so schwer, die andere Menschen viel leichter nehmen.
Beziehungen sind häufig von Blockaden und Rückzug geprägt
Es gibt eine bestimmte zwischenmenschliche Distanz, die Individuen gerade noch gut ertragen können. Sie beträgt zwischen 40 und 50 Zentimeter, mehr Nähe halten Menschen schlecht aus. Diese Spanne bezeichnet für die meisten Menschen den Mindestabstand, den Fremde ihnen gegenüber einnehmen dürfen, ohne dass deren Nähe als einengend oder gar als bedrohlich empfunden wird. Die Unterschiede sind von Mensch zu Mensch erstaunlich gering. Kommt jemand trotzdem näher, weicht man zurück, verstummt oder fühlt sich bedrängt und hat zuweilen den Eindruck, als stehe man mit dem Rücken zur Wand.
Die Wut fördert die menschliche Entwicklung und Lebendigkeit
Wut und Zorn gelten in der Regel als Undiszipliniertheit. Die Wut ist in unserer Kultur so verpönt, weil sie unangenehm ist und die Emotion mit Aggression gleichsetzt. Die Emotion und ihr Ausdruck sind allerdings zwei verschiedene Dinge. Die Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie, Adelheid Kastner, ist Chefärztin der Forensischen Abteilung der Landes-Nervenklinik Wagner Jauregg in Linz. Gerade ist im Verlag Kremayr & Scheriau ihr Buch „Wut – Plädoyer für ein verpöntes Gefühl“ erschienen.
Kinder dürfen ihren Zorn und Schmerz nur selten artikulieren
Auch wenn das Kleinkind in der sogenannten analen Phase seiner psychosexuellen Entwicklung neben dem lustvollen An- und Entspannen der Schließmuskulatur und dem Einüben auch aller Muskelbewegungen, seinen Willen trainiert und seine Bezugsperson mit Ungehorsam oft zur Verzweiflung treibt, ist das keineswegs ein Endpunkt der Persönlichkeitsentwicklung. Rotraud A. Perner erläutert: „Im Gegensatz zur oralen Wut mit ihrem Geschrei und Gezappel, die kein Ziel kennt, sondern nur Ausdruck von Unbehagen darstellt, richtet sich der anale Zorn gegen irgendetwas – ein Ding, einen Menschen, späterhin dann auch bestimmte Gruppen von Menschen, Frauen etwa, eine politische Partei, eine Religion oder auch die gesamte Gesellschaft. Rotraud A. Perner ist Juristin, Psychotherapeutin, Psychoanalytikerin und absolvierte postgraduale Studien in Soziologie und evangelischer Theologie. Sie lehrt an der Donau-Universität Krems.
Helene Deutsch entwickelt eine Psychologie der Frau
Da die Psychoanalyse immer auch die Selbsterkennt zu gewinnen. Die eigene Person bot sich dabei als wichtigstes Studienobjekt an. Sie wollte sich gezielt mit dem Rätsel der Weiblichkeit auseinandersetzen. Im Gegensatz zu Sigmund Freud war Helene Deutsch fest davon überzeugt, dass Frauen mindestens so gut geeignet sind wie Männer, den offenen Fragen der Weiblichkeit nachzuspüren und deren Antworten zu suchen. Dennoch stand Helene Deutsch in ihrer Anfangszeit als Analytikerin noch stark unter dem Einfluss von Sigmund Freuds Weiblichkeitstheorie.
Peter Lauster lehrt die hohe Kunst des Alleinseins
Laut Peter Lauster versuchen viele Menschen dem Alleinsein zu entkommen, indem sie sich in die Geselligkeit stürzen, in Gespräche und Diskussionen eintauchen und in ihrem Leben nach Aktionen und Sensationen suchen. Sie flüchten vor ihrem Denken, das sie scheinbar am Erleben hindert. Deshalb ist es für Peter Lauster so wichtig, zu lernen, das Denken abzuschalten, damit sich in der Gegenwart ein intensives Erleben entwickeln kann. Dann hat Alleinsein hr mit schrecklicher Einsamkeit zu tun, sondern ist ein wunderbares, beglückendes Erlebnis, eine Erfahrung ganz neuer Lebensqualität, in der die Offenheit zu lieben die höchste Form des Glücks darstellt. Peter Lauster ist fest davon überzeugt, dass der Mensch das Alleinsein lernen muss, weil dies der einzige Weg zur individuellen Zufriedenheit und Freiheit ist.
Wolfgang Prinz stellt Theorien des Geistes vor
Die Theorie des Geistes erklärt beobachtbare Handlungen durch nichtbeobachtbare geistige Zustände. Dabei sind diese geistigen Zustände für physische Handlungen kausal relevant. Die Theorie des Geistes gilt gleichermaßen für das Selbst sowie für die anderen. Sie erklärt die Handlungen anderer dadurch, dass sie sich auf deren vorausgehende geistige Zustände beruft. Zugleich erklärt die Theorie des Geistes die eigenen Handlungen durch vorausgehende geistige Zustände.
Viele Beziehungen leiden an einem Mangel an Kommunikation
Männer und Frauen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Motivation gegenüber der Sexualität. Männer suchen Lust, Frauen Liebe. Sich ganz nahe zu sein heißt für Georg Pfau schon fast, sich zu lieben. Trotz der scheinbar unerschöpflichen Kommunikationsmittel der Moderne leiden viele Beziehungen an einem Mangel an Kommunikation. Wenn vorhanden, ist sie oftmals oberflächlich, technisch und ohne Emotionen, so wie die Medien, über die kommuniziert wird.