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Reinhard Haller stellt die Techniken der Narzissten vor

Ein Narzisst ist ein Meister im Schweigen. Wenn ein Mensch nichts sagt, bedeutet dies unter anderem Rückzug, innere Sammlung, Konzentration auf das Wesentliche oder im Falle eines Narzissten Gekränktheit. Narzisstische Menschen instrumentalisieren ihr Schweigen aber keinesfalls im positiven Sinn, sondern setzen es als Defensiv- beziehungsweise Offensivwaffe ein. Durch keine andere Emotion kann die eigene Empfindlichkeit und Verletztheit so deutlich zum Ausdruck gebracht werden wie durch das Schweigen. Der Narzisst zelebriert dadurch im Prinzip einen sogenannten Primitivreflex, den Mutismus.

Der Narzisst ist ein geborener Meister des bösartigen Mobbings

Mit dem Schweigen bringt der Narzisst auch seine Überheblichkeit zum Ausdruck und fordert durch sein Verhalten Verehrung und Bewunderung ein. Mit dem Schweigen kann man bei anderen Menschen sehr viele Emotionen auslösen. Reinhard Haller nennt Beispiele: „Gefühle des schlechten Gewissens, der Schuld, der Demut, des Nichts-wert-Seins.“ Der Angeschwiegene beginnt darüber nachzudenken, was im Inneren des Schweigers vorgeht, was sich hinter dessen Schweigen verbirgt, und was er mit dem Nichtsprechen zum Ausdruck bringen und bewirken will.

Die Paradedisziplin unter den schlechten Eigenschaften des Narzissten ist für Reinhard Haller das Mobbing. Vor allem bei der bösartigen Ausprägung ist er ein geborener Meister. Unter Mobbing verstehen Psychologen das ständige Schikanieren anderer Menschen. Um sich selbst zu erhöhen, macht der Narzisst andere Menschen nieder, kränkt und entwürdigt sie. Reinhard Haller fügt hinzu: „Durch Verweigerung von Gesprächen, Vorenthalten von Informationen und Entzug des emotionalen Kontaktes werden ungleiche Machtverhältnisse untermauert, was die überlegene Position des Narzissten festigt.“

Von Hans Klumbies

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