Männer und Frauen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Motivation gegenüber der Sexualität. Männer suchen Lust, Frauen Liebe. Sich ganz nahe zu sein heißt für Georg Pfau schon fast, sich zu lieben. Trotz der scheinbar unerschöpflichen Kommunikationsmittel der Moderne leiden viele Beziehungen an einem Mangel an Kommunikation. Wenn vorhanden, ist sie oftmals oberflächlich, technisch und ohne Emotionen, so wie die Medien, über die kommuniziert wird.
Hans Klumbies
Die Bindung zwischen Mutter und Kind prägt nachhaltig
Familiäre und gesellschaftliche Bindungen sowie generell das Zusammenleben sind seit Urzeiten wichtige Teile des Überlebens der Menschen. Dennoch sollten laut Sonia Laszlo Erfahrungen der Kindheit nicht als Entschuldigung dafür verwendet werden, wenn ein Mensch als Erwachsener unglücklich ist. Dennoch beeinflussen natürlich auch äußere Einflüsse und nicht nur der Mensch selbst sein Glück. Man sollte möglichst viel darüber lernen, wie individuelles Glück aussehen kann, um sich von der Tyrannei des Glücks zu befreien. Die Kommunikationswissenschaftlerin und Schauspielerin Sonia Laszlo befasst sich mit dem „Glücklichsein“ und Film in Europa sowie in den USA. Die Journalistin ist in Medien und am Institut für Europäische Glücksforschung tätig, Gastvortragende an Universitäten und schreibt an ihrer Dissertation.
Viele Menschen setzen ihrem Werdegang viel zu früh ein Ende
Auf die Frage, ob man alles lehren und alles lernen kann, antwortet Manès Sperber: „Nein, und als ob man um alles betrogen bliebe, müsste man ohne ihn sein Dasein fristen.
Der Neurotiker lebt unter einer unerträglichen Gewissensnot
Alexander Mitscherlich hält fest, dass eine breite Skala von Verhaltensweisen, beispielsweise Zwänge oder die Neigung zur Verdrängung, dem Willen und der Freiheit der Entscheidung des Individuums entzogen ist. Und doch vollziehen sich diese Reaktionen am betroffenen Menschen. Alexander Mitscherlich fügt hinzu: „Dies hat also die Neurose mit der Krankheit im weitesten Sinn gemein, dass sie ungerufen auftritt.“ Psychoneurosen wie psychosomatische Erkrankungen werden seiner Meinung nach dann undenkbar, wenn ein Mensch mit seiner Umwelt durch angeborene Muster des Verhaltens fest verzahnt ist. Neurosen ist laut Alexander Mitscherlich Anpassungskrankheiten, Reaktionsformen, die unter der Belastung der Forderungen aufgetreten sind, die im Zusammenleben der Menschen dem Individuum gegenüber geltend gemacht werden. Dass diese soziale Außenwelt gleichsam ins Innere des Individuums gelangen kann, dass sie dann als Sozialgewissen von innen heraus ihre Macht entfaltet, ist für Alexander Mitscherlich bereits ein nächster Schritt zur sozialen Adaption.
Horst-Eberhard Richter untersucht die Rolle des Kindes
Horst-Eberhard Richter fragt in seiner Untersuchung „Elterlicher Konflikt und kindliche Rolle“ nach den schädlichen Faktoren existenter affektiver Beziehungen zwischen Eltern und Kind. Unter der kindlichen Rolle versteht Horst-Eberhard Richter die strukturierte Gesamtheit der elterlichen Erwartungsphantasien, insofern diese dem Kind die Erfüllung einer bestimmten Funktion zuweisen. Laut Horst-Eberhard Richter lehrt die psychoanalytische Erfahrung, dass Eltern, die unter dem Einfluss ihrer unbewussten Erwartungen bei ihren Kindern eine neurotische Störung begünstigen, selbst unter dem Druck affektiver Konflikte zu stehen pflegen: „Sie saugen das Kind gewissermaßen in ihren eigenen Konflikt hinein.“
Die Erziehung ist weit mehr Schicksal als die Vererbung
Ein guter Gradmesser für den stabilisierenden oder desintegrierenden Einfluss auf die Entwicklung einer Persönlichkeit, den ein gegebener sozialer Bereich ausübt, ist laut Alexander Mitscherlich die Rolle, die Kriminalität, Perversion und erlebnisbedingte Krankheiten in ihm spielen. Der Einfluss ungünstiger Bedingungen eines Milieus vertiefen und befeuern seiner Meinung nach die asozialen Neigungen der Betroffen. Einem solchen Individuum gelingt niemals die Integration der sexuellen wie vor allem auch aggressiven Impulse unter die Kontrollinstanzen eines Sozialgewissens und eines individuellen, kritikfähigen Ichs. Alexander Mitscherlich betont den bedeutenden Einfluss des Milieus, wie er damit ein Bündel von Faktoren anspricht, auf das man einwirken und verändern kann. Wie sehr der Mensch ein primäres Sozialwesen ist, wird einem erst klar, wenn man sich daran erinnert, dass der Mensch in einem hohen Grade der Unreife geboren wird.
Manche Augenkrankheiten können auch psychisch bedingt sein
Wenn sich psychische Probleme auf körperliche Symptome verschieben, betritt man das Feld der Psychosomatik. Inzwischen interessieren sich die Augenheilkunde, die Dermatologie oder die Zahnmedizin für Ansätze, die seelische Faktoren mit einbeziehen. Letztendlich hilft in einem solchen Fall nur eine Traumatherapie. In der augenärztlichen Praxis sind solche gravierenden Fälle allerdings sehr selten. Wenn die Psychosomatik in der Praxis des Augenarztes herangezogen wird, geht es häufig um Patienten, die Sehstörungen schildern, die durch brennende, schmerzende oder trockene Augen hervorgerufen werden. Gabriele Emmerich beschreibt ihr Vorgehen in solchen Fällen wie folgt: „Zunächst kläre ich ab, ob das Symptom rein körperlicher Natur ist und dementsprechend behandelt werden kann.“
Helm Stierlin untersucht die Beziehung zwischen Mutter und Kind
Die Mutter hat, im Guten oder im Bösen, einen schicksalhaften Einfluss auf das Kind. In der Beziehung zu der Mutter entscheidet sich wesentlich, welche Lebenswerkzeuge dem erwachsenen Menschen zur Verfügung stehen werden. Helm Stierlin schreibt: „Es entscheidet sich, wie weit und in welcher Richtung sich seine Potentiale entwickeln. Und zu den Potentialen gehört das, was wir das Organ seiner Autonomie nennen können: das starke, versöhnungsfähige Ich.“ Seiner Meinung nach stellt die Mutter-Kind-Beziehung den extremen Sonderfall einer menschlichen Beziehung dar.
Haustiere vermitteln seelische Ausgeglichenheit und Wohlbefinden
Reinhold Bergler zählt zu den renommiertesten Experten, wenn es um die Beziehung zwischen Menschen und Haustieren geht. Auf die Frage, warum Menschen sich ein Haustier anschaffen, antwortet Reinhold Bergler: „Die Gemeinschaft von Tieren und Menschen ist tief in unserer Kulturgeschichte verwurzelt, das geht zurück bis in die Urzeit. Der Wunsch nach einem Haustier ist universell verbreitet, bei Kindern taucht er sehr frühzeitig im Leben auf.“ Heutzutage gibt es allerdings in der Haltung von Haustieren teilweise bizarre Auswüchse, die durchaus psychologische Ursachen haben könnten. Haustiere werden von vielen Menschen als Statussymbole und zur Selbstverwirklichung gehalten, was es laut Reinhold Bergler schon öfter in der Geschichte gab. Reinhold Bergler, der inzwischen 84 Jahre alt ist, hat als Professor für Psychologie an der Universität Bonn gelehrt. Er gründete im Jahr 1980 die Forschungsgruppe „Psychologie der Mensch-Tier-Beziehung“.
Cass Sunstein fordert ein transparentes Regierungshandeln
Obwohl viele Menschen manchmal extrem unvernünftig handeln, frönen sie rikanischen Präsidenten Barack Obama. Mit seinem Landsmann, dem Verhaltensökonom Richard Thaler schrieb er im Jahr 2008 den Bestseller „Nudge. Wie man kluge Entscheidungen anstößt“.