Erziehung ist für Wilhelm Schmid unter anderem auch die Ausübung von Macht. Macht tendiert zu Machtmissbrauch. Dies gilt nicht nur im politischen Bereich, sondern auch für persönliche Machtverhältnisse. Deshalb braucht die Ausübung der Macht Mäßigung. Der Machttheoretiker Montesquieu formulierte dies wie folgt: „Damit die Macht nicht missbraucht werden kann, muss die Anordnung der Dinge so sein, dass die Macht die Macht zügelt.“ Wilhelm Schmid lebt als freier Autor in Berlin und lehrt Philosophie als außerplanmäßiger Professor an der Universität Erfurt.
Hans Klumbies
Gerd Gigerenzer fordert mehr individuelle Risikokompetenz
Auf die Frage, ob er in diesem Jahr schon bei einem medizinischen Check-up war, antwortet Gerd Gigerenzer mit nein. Aber er liest die Untersuchungen über Menschen, die sich vorsorglich untersuchen lassen. Einer der Gründe, warum der Risikoforscher nicht zur Vorsorgeuntersuchung geht, lautet, dass die Menschen, die es tun, auch nicht weniger an Herzleiden oder Krebs sterben als die anderen. Eine wirkliche Gefahr geht für Gerd Gigerenzer vom Straßenverkehr aus, der jährlich für 3.500 bis 4.000 Tote verantwortlich ist. Gerd Gigerenzer studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Psychologie und ist seit 1997 Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Zuvor war er Professor an der Universität von Chicago. Im Jahr 2009 gründete Gerd Gigerenzer dort ein Zentrum für Risikokompetenz.
Die Gesellschaft achtet echte Gewinner und Erfolgsmenschen
Die Wirtschaftstheorie geht von der These aus, dass der Mensch im Grunde risikoscheu ist und Ungewissheit aus Vernunftgründen meidet. Doch ein anderer entgegengesetzter Zug seines Wesens treibt ihn dazu an, sich auch riskanten Situationen auszusetzen. Robert J. Shiller erklärt: „Dieser natürliche Impuls, der mit Abenteuerlust und Selbstachtung zu tun hat, ist ein Triebfaktor für Unternehmergeist. Robert J. Shiller lehrt Wirtschaftswissenschaften an der Yale University.
Wilhelm Schmid untersucht die Liebe zwischen Eltern und Kindern
Es ist für eine Familie von großem Vorteil, wen die Eltern ja nach individuellen Möglichkeiten und familiären Notwendigkeiten Erwerbsarbeit und Familiearbeit untereinander aufteilen können. Wilhelm Schmid erläutert: „Die Elternliebe kann besser atmen, wenn sich Spannungen zuhause mit einer spannenden Erwerbsarbeit, Spannungen am Arbeitsplatz mit einem anders spannenden Zuhause ausbalancieren lassen.“ Mehr Flexibilität im Familienleben ermöglichen Arbeitszeitregelungen sowie betriebliche und staatliche Angebote zur Kinderbetreuung. Eine Familienpolitik, die dies zu haben scheinen als Frauen. So mancher Mann will lieber das eigene Leben noch genießen, frei von Pflichten für ein Kind. Wilhelm Schmid lebt als freier Autor in Berlin und lehrt Philosophie als außerplanmäßiger Professor an der Universität Erfurt.
Der Urlaub ist die letzte Bastion gegen den Erschöpfungstod
Wenn es um den Sommerurlaub geht, schränken sich die meisten Europäer, trotz Wirtschaftskrise, kaum ein. Die Zahl der europäischen Touristen ist in den vergangenen zehn Jahren um rund 35 Prozent gestiegen. Das zentrale Motiv für eine Auszeit aus dem stressigen Berufsalltag heißt für die meisten Menschen Suche nach Erholung. Der Reisende träumt von Autonomie und Ruhe, von Abstand zu seiner Arbeit und entspannender Gelassenheit. Der Erholungsforscher Gerhard Blasche formuliert dies wie folgt: „Urlaub ist die letzte Bastion gegen den Erschöpfungstod.“ Laut einer amerikanischen Studie waren jene Menschen, die angaben, oft auf ihren Urlaub zu verzichten, in den darauffolgenden Jahren eher an einem Herzinfarkt gestorben als die Menschen, die regelmäßig Urlaub machten.
Ralph Bollmann fragt nach der Bedeutung des Eigeninteresses
Schon die großen Denker der Aufklärung wussten vor zwei Jahrhunderten, dass der Mensch von Natur aus r noch nicht beantwortet, was dieses wohlverstandene Eigeninteresse überhaupt sein soll. Er schreibt: „Klar ist nur, dass es die Sorge für andere durchaus einschließen kann.“ Der Schotte Adam Smith warb beispielsweise für das freie Spiel der Kräfte im Wirtschaftsleben. Für Alexander von Humboldt stand dagegen die Eigenverantwortung des mündigen Staatsbürgers an erster Stelle. Ralph Bollmann ist Journalist und Publizist, der in Berlin lebt. Nach seinem Studium besuchte er die deutsche Journalistenschule in München.
Verliebtheit ist ein echter Ausnahmezustand für einen Menschen
Wenn ein Mensch verliebt ist, stellen sich bei ihm euphorische Gefühle ein, ein meint Schmetterlinge im Bauch zu spüren, die Nahrungsaufnahme mutiert zu einer Nebensache. Alles was zählt, ist nur noch die Eine oder der Eine, um die alle Gedanken ständig kreisen. Was für ein vermeintlich herrliches Gefühl. Nüchtern betrachtet ist Verliebtheit laut Georg Pfau eine Krankheit, die ganz gehörig die Substanz von Körper und Seele angreift.
Die Eifersucht fällt bei Männern und Frauen unterschiedlich aus
Wenn eine monogame Beziehung innerhalb einer Partnerschaft vereinbart ist, verfällt das Recht auf Sexualität mit anderen Frauen oder Männern. Selbst wenn diese Einschränkung gegeben ist, bleiben die Partner auch dann noch autonome Wesen. Denn jede Einengung der persönlichen Autonomie führt zu Belastungen in der Beziehung – sehr häufig sogar zu deren Ende. Grenzen in der Partnerschaft sollten nur dort festgelegt werden, wo es an die Substanz der Beziehung geht. Zu einem der häufigsten Themen, die in der Sprechstunde eines Sexualtherapeuten angesprochen werden, zählt die Eifersucht.
Sex ist ein Spiel zwischen zwei sich liebenden Menschen
Georg Pfau vertritt die These, dass es kaum möglich ist, sexuelle Störungen innerhalb einer Beziehung selbst zu therapieren. Jeder Versuch dazu kann seiner Meinung nach in die falsche Richtung gehen. Denn statt zu heilen, werden in der Regel neue Gräben aufgerissen. Oberstes Ziel bei einer Sexualtherapie bleibt das Gedeihen der Beziehung. Der Therapeut hat den großen Vorteil, nicht emotional in das Paargeschehen involviert zu sein. Daher darf er fast alles sagen, ohne dass dies eine Beziehung beschädigen könnte.
Nur durch Erfahrungen entwickelt der Mensch die Selbstkontrolle
Mit dem menschlichen Willen verhält es sich nicht anders als mit dem Laufen oder dem Sprechen. Auch für die Entfaltung der Fähigkeit der Selbstkontrolle bedarf es laut Manfred Spitzer entsprechender vielfältiger Erfahrungen. Um die Frage zu beantworten, was das für Erfahrungen sind, die den Willen trainieren, hilft ein Blick in die Menschheitsgeschichte, genauer gesagt, ein Blick in den Alltag der Menschen, als sie noch unter den Bedingungen der Steinzeit lebten. Manfred Spitzer schreibt: „Um als Jäger und Sammler zu überleben, musste man permanent kontrolliert und planvoll vorgehen.“ Wer sich bei der Suche nach Nahrungsmitteln leicht von den vielfältigen und interessanten Dingen in der Natur ablenken ließ, verhungerte im schlimmsten Fall. Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer leitet die Psychiatrische Universitätsklinik in Ulm und das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen. Zu seinen bekanntesten Büchern zählen „Lernen“ und „Vorsicht Bildschirm!“.