Menschen verändern sich ständig

Andreas Salcher schreibt: „Hermann Hesse entschlüsselt in seinem Gedicht „Stufen“, warum wir uns trotz unseres Beharrungsvermögens im Laufe des Lebens weit stärker verändern, als uns das selbst bewusst ist.“ Da sich Menschen aber freiwillig kaum aus ihrer Komfortzone herausbewegen, hilft der Weltgeist durch Krankheit, Jobverlust, Scheidung oder andere unerwartete äußere Einflüsse ein bisschen nach, um sie auf die nächste Stufe zu schubsen. Und siehe da, auf einmal muss man lieb gewonnene Gewohnheiten aufgeben, Risiken eingehen, Neues lernen. Interessanterweise schrieb Hermann Hesse „Stufen“ in seinem 63. Lebensjahr nach langer Krankheit und nannte es ursprünglich „Transzendieren“. Dr. Andreas Salcher ist Mitgebegründer der „Sir Karl-Popper-Schule“ für besonders begabte Kinder. Mit mehr als 250.000 verkauften Büchern gilt er als einer der erfolgreichsten Sachbuchautoren Österreichs.

Weiterlesen …

Veränderungen sorgen für Irritationen

Reflexion hilft. Was will man damit erreichen, wenn man einem Menschen seine Meinung sagt? Hadija Haruna-Oelker fügt hinzu: „Bin ich im Gegenzug bereit, in einer Diskussion meine eigenen Meinungen und Gründe zu überprüfen, oder geht es mir nur darum, meine Position zu behaupten?“ In Talkshows über Diskriminierung zu sprechen ohne Diskriminierte einzuladen, ist ein simples und oft genanntes Beispiel dafür, wie es nicht gehen kann. Es passiert jedoch andauernd. Immer wieder fällt das Stichwort der Repräsentation, also dass von etwas Betroffene zu Wort kommen sollen, ohne die Opferrolle zugewiesen zu bekommen. Es ist ein Begriff, der nicht nur auf Darstellung verweist, sondern auch auf die politische Vertretung. Hadija Haruna-Oelker lebt als Autorin, Redakteurin und Moderatorin in Frankfurt am Main. Hauptsächlich arbeitet sie für den Hessischen Rundfunk.

Weiterlesen …

Beziehungen sind wie ein klassisches Drama

Viele Menschen scheuen sich vor Selbstverantwortung. Denn diese zieht die Notwendigkeit einer Veränderung nach sich, die sie fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Michael Lehofer erklärt: „Veränderung gehört nicht zum Grundkonzept von erwachsenen Menschen. Wir verändern uns nur, um nichts ändern zu müssen. In wie vielen Beziehungen bittet ein Teil den anderen, er möge diese Eigenschaft oder jenes Verhalten ändern!“ Doch Veränderung passiert erst, wenn ein Abbruch der Beziehung droht. Man verändert sich, damit sich nichts ändert. Es wäre schön, wenn sich Menschen auch nach der Jugend den Anfragen des Lebens gegenüber öffnen könnten. Beziehungen sind wie ein klassisches Drama, in dem in allen Akten nur ein Problem bearbeitet wird. Univ.-Prof. Dr. med. Dr. phil. Michael Lehofer ist ärztlicher Direktor und Leiter der einer Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Landeskrankenhaus Graz II.

Weiterlesen …

Individuelle Entwicklungen kennen kein Ende

Die psychischen und physischen Veränderungen in Kindheit und Jugend sind universell. Sie beziehen sich also kulturübergreifend auf alle Menschen, wie zum Beispiel greifen, krabbeln, laufen oder sprechen lernen durch Reifung. Mit dem Erwachsenenalter ist dieser universelle Entwicklungsvorgang dann abgeschlossen. Michael Brohm-Badry ergänzt: „Individuelle Entwicklungsvorgänge stehen dem universellen Ansatz zur Seite. Individuell entwickeln wir uns ein Leben lang bis zum letzten Atemzug weiter.“ Individuelle Entwicklungen werden durch die Erfahrungen beeinflusst, die ein Mensch im Laufe der Zeit macht. Denn diese Erfahrungen führen zu Wissen und das Wissen zu Veränderung. Um sich zu entwickeln, muss man lernen. Lernen ist einer der natürlichsten und lebendigsten Prozesse der lebendigen Existenz. Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry ist Professorin für Lernforschung. Sie war langjährige Dekanin des Fachbereichs Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie und Psychologie an der Universität Trier.

Weiterlesen …

Kleine Schritte haben großer Wirkung

Weniger Stress, gesünder essen, mehr Sport – viele Menschen tragen gute Vorsätze mit sich herum, und das nicht nur zu Silvester. Die Kurse für mehr Gesundheit und Gelassenheit sind gut gebucht. Carola Kleinschmidt weiß: „Doch zur Wahrheit gehört auch: Meist wird von all dem Gelernten wenig bis nichts in die Tat umgesetzt.“ Im Alltag verpufft der Wille zur Veränderung schnell. Es bleibt beim Wunsch: „Ich müsste eigentlich mal…“. Studien belegen, dass es auch im Job schwerfällt, Neues umzusetzen: „Nur 10 bis 30 Prozent dessen, was die Leute in einem Training lernen, wird tatsächlich am Arbeitsplatz angewandt“, sagt Ina Weinbauer-Heidel. Die Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlerin leitet das Institut für Transferwirksamkeit im österreichischen St. Valentin und hat in einer Forschungsarbeit rund 100 Studien ausgewertet, die sich mit ebendiesem Transfer beschäftigen.

Weiterlesen …

Wissen alleine führt nicht zur Veränderung

Ulrich Schnabel warnt vor einem Missverständnis: „Wissen alleine führt noch nicht zur Veränderung.“ Das ist ja gerade eine der Irrtümer einer Wissensgesellschaft. Dass zur Veränderung eines Verhaltens vor allem Wissen notwendig ist. In Wahrheit ist es eher umgekehrt. Erst durch die Veränderung eingefahrener Gewohnheiten entstehen neue Einsichten. Denn der Großteil des menschlichen Handelns wird gar nicht bewusst gesteuert, sondern unterliegt automatisierten Routinen. Das gilt für Tätigkeiten wie Essen, Reden oder Schuhe zubinden ebenso wie für Denkgewohnheiten. Die Art, wie Menschen auf die Welt blicken ist durch all die Erfahrung geprägt, die sie im Laufe ihres Lebens gemacht haben, und wie sie ihre Umgebung verstärkt. Und diese Art des Denkens hat sich regelrecht in das Gehirn eingegraben. Ulrich Schnabel ist seit über 25 Jahren Wissenschaftsredakteur bei der ZEIT.

Weiterlesen …

Wissen alleine führt nicht zur Veränderung

Ulrich Schnabel warnt vor einem Missverständnis: „Wissen alleine führt noch nicht zur Veränderung.“ Das ist ja gerade eine der Irrtümer einer Wissensgesellschaft. Dass zur Veränderung eines Verhaltens vor allem Wissen notwendig ist. In Wahrheit ist es eher umgekehrt. Erst durch die Veränderung eingefahrener Gewohnheiten entstehen neue Einsichten. Denn der Großteil des menschlichen Handelns wird gar nicht bewusst gesteuert, sondern unterliegt automatisierten Routinen. Das gilt für Tätigkeiten wie Essen, Reden oder Schuhe zubinden ebenso wie für Denkgewohnheiten. Die Art, wie Menschen auf die Welt blicken ist durch all die Erfahrung geprägt, die sie im Laufe ihres Lebens gemacht haben, und wie sie ihre Umgebung verstärkt. Und diese Art des Denkens hat sich regelrecht in das Gehirn eingegraben. Ulrich Schnabel ist seit über 25 Jahren Wissenschaftsredakteur bei der ZEIT.

Weiterlesen …