Anna Freud erklärt die Technik der Kinderanalyse

Anna Freud beschränkte die Kinderanalyse auf Interventionen bei echten Schwierigkeiten in der Erziehung und neurotischen Erkrankungen im Kindesalter. Nach Anna Freud verstehen viele Kinder ihre Krankheit, wenn man ihnen ihre Schwierigkeiten in kindgemäßer Sprache erklärt. Sie sind dann auch bereit zur Mitarbeit, wenn die Sitzungen für sie interessant sind und ihnen seelische Erleichterung verschaffen. Anna Freud forderte, dass der Kindertherapeut immer auf der Seite des Kindes stehen müsse, wenn er ihm wirklich helfen will. Das eigentlich bedrängte Wesen ist ihrer Ansicht nach das Kind, auch wenn es die Eltern sind, die sich hilfesuchend und klagend an einen Kinderanalytiker wenden.

Weiterlesen …

Eine Kindheit ohne Liebe schädigt Körper und Seele

Wenn Kinder die Liebe der Eltern, aus welchen Gründen auch immer, entbehren müssen, kann dies zu traumatischen Erfahrungen führen, da es die Gewissheit der Geborgenheit in der Welt aufs Tiefste erschüttert. Die Beziehung des Selbst zur eigenen Person, zu anderen und zur Welt steht von Grund auf in Frage. Wilhelm Schmid erläutert: „Die fehlende Liebe zum Kind kann zur Folge haben, dass es psychisch und somatisch daran erkrankt. Die fehlende körperliche Nähe und der mangelnde Austausch von Gefühlen und Gedanken beengen die Seele mit Ängsten und beinträchtigen den Körper schwer.“ Der britische Kinderarzt John Bowlby vertritt die These, dass frühe Erfahrungen von Einsamkeit oder Verlust eine lebenslange Empfindlichkeit der neurobiologischen Systeme eines Menschen zur Folge haben kann. Wilhelm Schmid lebt als freier Autor in Berlin und lehrt Philosophie als außerplanmäßiger Professor an der Universität Erfurt.

Weiterlesen …

Zuviel Lob in der Kindererziehung kann dem Nachwuchs schaden

Da die Entwicklung des Kindes ein so fragiler Prozess ist, können Eltern leider auch mit den besten Vorsätzen bei der Erziehung viel kaputt machen. So schadet beispielsweise fehlende Nestwärme dem Nachwuchs, macht ihn unglücklich und hat einen negativen Einfluss auf das spätere Leben. Aber auch ein Zuviel des Guten, wenn Kinder beispielsweise dauernd verwöhnt werden, kann nicht auf Dauer glücklich machen.“ Die Kommunikationswissenschaftlerin und Schauspielerin Sonia Laszlo befasst sich mit dem „Glücklichsein“. Die Journalistin ist in Medien und am Institut für Europäische Glücksforschung tätig, Gastvortragende an Universitäten und schreibt an ihrer Dissertation.

Weiterlesen …

Fritz Künkel fordert die Erziehung von Mutter und Kind

Fritz Künkel geht davon aus, dass Mutter und Kind zunächst in einem „Ur-Wir“ miteinander verbunden sind. Je besser eine Mutter mit seinem Kind eine solche wirhafte Beziehung pflegt, desto leichter erfolgt die Einbettung in die Gemeinschaft. Alfred Adler bezeichnete dies als die Entwicklung eines Gemeinschaftsgefühls und vertrat die These, dass das Sozialinteresse und die Kontaktfähigkeit der Mutter der stärkste Erziehungsfaktor ist, der dem Menschen gegeben ist. Diese Mütter gehen mit ihren Kindern eine lebendige Beziehung ein, in der beide wachsen uns sich entfalten können. Viele der so genannten Erziehungsprogramme machen einen gravierenden Fehler, da sie von der Voraussetzung ausgehen, nur das Kind benötige eine Erziehung. Fritz Kinkel dagegen betont, dass sowohl der Erzieher als auch der Zögling erzogen werden müssen.

Weiterlesen …

Erwin Ringel zeigt Wege zu einem gelungenen Leben

Laut Erwin Ringel ist der Mensch in erster Linie für seine Lebensgestaltung selbst verantwortlich. Für dieses Leben, von dem Sigmund Freud, der Gründervater der Psychoanalyse, einst behauptet hat, dass es nicht viel sei, aber dennoch alles, was wir besitzen. Es ist furchtbar, wenn man am Ende seines Daseins erkennen muss, dass man sein Leben nicht gelebt hat. Deshalb kann sich der Mensch nicht früh genug mit der Sinnerfüllung seines Lebens, mit dem einmaligen Entwurf, den jedes Leben darstellt, auseinandersetzen. Erwin Ringel vertritt die Meinung, dass jedes Dasein und jede Lebensgestaltung durch die Startbedingungen wesentlich beeinflusst wird. Wer hier von Gleichheit spricht, ist entweder ein gnadenloser  Heuchler oder ein Verantwortungsloser.

Weiterlesen …

Wilhelm Schmid stellt die Goldene Regel der Erziehung vor

Erziehung ist für Wilhelm Schmid unter anderem auch die Ausübung von Macht. Macht tendiert zu Machtmissbrauch. Dies gilt nicht nur im politischen Bereich, sondern auch für persönliche Machtverhältnisse. Deshalb braucht die Ausübung der Macht Mäßigung. Der Machttheoretiker Montesquieu formulierte dies wie folgt: „Damit die Macht nicht missbraucht werden kann, muss die Anordnung der Dinge so sein, dass die Macht die Macht zügelt.“ Wilhelm Schmid lebt als freier Autor in Berlin und lehrt Philosophie als außerplanmäßiger Professor an der Universität Erfurt.

Weiterlesen …

Die Erziehung ist weit mehr Schicksal als die Vererbung

Ein guter Gradmesser für den stabilisierenden oder desintegrierenden Einfluss auf die Entwicklung einer Persönlichkeit, den ein gegebener sozialer Bereich ausübt, ist laut Alexander Mitscherlich die Rolle, die Kriminalität, Perversion und erlebnisbedingte Krankheiten in ihm spielen. Der Einfluss ungünstiger Bedingungen eines Milieus vertiefen und befeuern seiner Meinung nach die asozialen Neigungen der Betroffen. Einem solchen Individuum gelingt niemals die Integration der sexuellen wie vor allem auch aggressiven Impulse unter die Kontrollinstanzen eines Sozialgewissens und eines individuellen, kritikfähigen Ichs. Alexander Mitscherlich betont den bedeutenden Einfluss des Milieus, wie er damit ein Bündel von Faktoren anspricht, auf das man einwirken und verändern kann. Wie sehr der Mensch ein primäres Sozialwesen ist, wird einem erst klar, wenn man sich daran erinnert, dass der Mensch in einem hohen Grade der Unreife geboren wird.

Weiterlesen …

Haustiere vermitteln seelische Ausgeglichenheit und Wohlbefinden

Reinhold Bergler zählt zu den renommiertesten Experten, wenn es um die Beziehung zwischen Menschen und Haustieren geht. Auf die Frage, warum Menschen sich ein Haustier anschaffen, antwortet Reinhold Bergler: „Die Gemeinschaft von Tieren und Menschen ist tief in unserer Kulturgeschichte verwurzelt, das geht zurück bis in die Urzeit. Der Wunsch nach einem Haustier ist universell verbreitet, bei Kindern taucht er sehr frühzeitig im Leben auf.“ Heutzutage gibt es allerdings in der Haltung von Haustieren teilweise bizarre Auswüchse, die durchaus psychologische Ursachen haben könnten. Haustiere werden von vielen Menschen als Statussymbole und zur Selbstverwirklichung gehalten, was es laut Reinhold Bergler schon öfter in der Geschichte gab. Reinhold Bergler, der inzwischen 84 Jahre alt ist, hat als Professor für Psychologie an der Universität Bonn gelehrt. Er gründete im Jahr 1980 die Forschungsgruppe „Psychologie der Mensch-Tier-Beziehung“.

Weiterlesen …

Helm Stierlin analysiert die Beziehungen innerhalb der Familie

Wie die Beziehung zwischen Mutter und Kind wurde auch die Bedeutung der Familie für die menschliche Entwicklung und Weltbewältigung oft verkannt oder sogar bestritten. Sigmund Freud dagegen war gegenüber der Problematik der Familie nicht blind. Er erkannte, dass Störungen in der Familie einen Anteil bei der Entstehung von Neurosen haben und deren Therapie im Wege stehen. Sigmund Freud schreibt: „Wer überhaupt weiß, von welchen Spaltungen oft eine Familie zerklüftet wird, der kann auch als Analytiker nicht von der Wahrnehmung überrascht werden, dass die dem Kranken Nächsten mitunter weniger Interesse daran verraten, dass er gesund werde als dass er so bleibe, wie er ist.“ Für Helm Stierlin wird die große Bedeutung der Familie als einer Institution für die Erziehung der Kinder besonders deutlich, wenn er sie mit Einrichtungen vergleicht, die die Familie ersetzen wollen.

Weiterlesen …

Alexander Mitscherlich spricht über Krieg und Frieden

In seiner Ansprache anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels im Jahr 1969 hat Alexander Mitscherlich Dinge angesprochen, die auch heute noch von brennender Aktualität sind. Seiner Meinung nach besteht in vielen Menschen, unbewusst bleibend, ein hohes Maß von Destruktionsbereitschaft und insbesondere von Neigung zur Selbstdestruktion, die leicht erregbar sind. Ohne eine Veränderung der psychischen Konstitution beim Menschen, worunter Alexander Mitscherlich eine quasi qualitativ neue Stufe der kulturellen Entwicklung, ein erweitertes und gestärktes Bewusstsein versteht, kann kaum mit einer Minderung der Kriegschancen gerechnet werden. Alexander Mitscherlich nennt zwei Faktoren, die ernstlich im Laufe der Geschichte einer Entwicklung zu größerer Friedlichkeit im Weg standen. Er erklärt: „Es sind dies die leicht weckbare Feindseligkeit des Menschen gegen seine Artgenossen, und die, wie man zu sagen pflegt, unausrottbare Dummheit.“

Weiterlesen …