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Angst kann auch ansteckend sein

Die Ängste des Menschen basieren auch auf genetischen Komponenten. Die Entstehung und Ausprägung von Ängsten werden aber sehr stark von der Umwelt mitbestimmt, und daher kann man darauf auch Einfluss nehmen. Markus Hengstschläger weiß: „So nützlich viele dieser instinktiven, intuitiven Ängste über Jahrtausende waren, so sehr haben sie in unserer Zeit oft ihren Nutzen verloren beziehungsweise stehen uns sogar im Weg.“ Das ist von besonderer Bedeutung, weil Angst auch ansteckend ist und sich auf einen ganzen Freundeskreis, ein Netzwerk, eine Social-Media-Community oder auf eine ganze Belegschaft ausbreiten kann. So könnte…

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Der Optimierungszwang erreicht das Private

Ingo Hamm macht sich nichts vor: „Freizeit ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Noch unsere Eltern erholten und entspannten sich gut in ihrer Freizeit. Nach Feierabend legte man die Beine hoch oder vergnügte sich gesellig – totales Abschalten.“ So erfanden etliche Industriekonzerne für ihre Mitarbeiter bereits vor Jahrzehnten sogenannte Feierabendhäuser. Diese dienten ausschließlich zur Bespaßung und Rekreation der ausgelaugten Belegschaft. Und zwar nach Feierabend und schon während der Arbeit. Essenssaal statt Espressomaschine, Konzert statt Kicker. Aber das ist vorbei. Dem Optimierungszwang sind viele Menschen nicht mehr nur…

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Niemand kann dauerhaft glücklich sein

Viele Menschen wollen frei und selbstbestimmt sein oder sich zumindest so fühlen. Da passen weder Ernährungsampeln noch Tempolimit in den Plan. Maren Urner erläutert: „Sie suchen den Sinn vielleicht in Grenzerfahrungen, im Besonderen, im nächsten Adrenalinkick, der nie allzu lange auf sich warten lassen sollte.“ Die wichtigste Frage, die sich hinter den Sinn- und Seinskrisen versteckt, ist ja: „Wonach suchen wir alle? Oder anders formuliert: Worum geht es eigentlich?“ Abgesehen von konkreten Zielen, die ein jeder im Leben vielleicht verfolgt, sollen ebendiese Ziele am Ende des Tages dazu führen, dass…

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Eine Quelle von Dummheit ist die Faulheit

Ein weiterer und schier unerschöpflicher Quell von Dummheit oder dummen Entscheidungen ist die Trägheit bzw. Faulheit. Vor allem, wenn es darum geht, die eigene Entscheidungsgrundlage über die Beschaffung von Fakten zu erweitern. Heidi Kastner erläutert: „Die Ursachen dafür liegen wohl in der conditio humana, in der Anstrengung vermieden wird und Anstrengungsbereitschaft nicht gerade als Dauerzustand vorhanden ist.“ Sie liegen auch in der Kritiklosigkeit, mit der Informationen unabhängig von ihren Quellen als gleichwertig wahrgenommen werden. Und in der Möglichkeit, eigene Vorurteile bei anderen jederzeit bestätigt zu finden, um sich schließlich nur…

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Trotz beginnt schon in der Babyzeit

Im Alter zwischen zwei und sechs Jahren können simple Situationen heftigen Trotz auslösen. Für Eltern ist die Autonomiephase, wie man die Zeit der beginnenden Selbstständigkeit des Kleinkindes nennt, oft belastend. Wie reagiert man auf Wutanfälle? Und wie können Kinder lernen, mit Gefühlsausbrüchen umzugehen? Kinder wissen schon früh, was sie wollen. Und das teilen sie deutlich mit. „Trotz beginnt schon in der Babyzeit“, erklärt die Pädagogin und Buchautorin Susanne Mierau. Zum Beispiel, wenn es sich abwendet und nicht wickeln lassen will, so die Expertin. Noch schafft man es, das Baby abzulenken.…

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Menschen können ihr Verhalten ändern

Alle diese Perspektiven, die biologische, die lebensgeschichtliche, die psychoanalytische, die soziologische und manche andere, versuchen, psychische Phänomene so zu deuten, als gäbe es die Freiheit des Menschen nicht. Manfred Lütz erklärt: „Nicht der freie Mensch, sondern die Moleküle, das Lebensschicksal, die frühe Kindheit, die Gesellschaft sind „schuld“. Solche Sichtweisen sind auch ganz in Ordnung, denn genau das erwartet man zu Recht von wissenschaftlichen Einsichten: dass sie Ursachen ermitteln, die das menschliche Verhalten bestimmen und voraussagbar machen.“ Wenn sie jedoch behaupten würden, damit alles über den Menschen zu sagen, wären sie…

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Großzügigkeit verspricht Erfolg

Adam Grant, Professor für Organisationspsychologie an der Wharton Business School, ist davon überzeugt, dass sich gerade in der konkurrenzorientierten Wirtschaftswelt Großzügigkeit langfristig als erfolgversprechender erweist als selbstbezogenes Handeln. Als ein Beispiel zitiert er LinkedIn-Mitbegründer Reid Hoffman: „Es mag widersinnig klingen, aber je altruistischer Ihre Einstellung ist, desto mehr werden Sie von der Beziehung profitieren. Wenn Sie darangehen, anderen zu helfen, wird sich Ihr Ruf festigen, und Ihr Universum von Möglichkeiten wird sich erweitern.“ Adam Grant unterscheidet drei Typen von Akteuren im Berufsleben: den Nehmer, den Geber und den Tauscher. Andreas…

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Der Wettbewerb beginnt im Kindergarten

Es sind nur teilweise die Eltern, die extrem hohe Anforderungen an ihren Nachwuchs stellen. In ihrem neuen Buch „Angepasst, strebsam, unglücklich – die Folgen der Hochleistungsgesellschaft für unsere Kinder“ kritisiert die Erziehungswissenschaftlerin Margrit Stamm das Bildungssystem. Ihrer Meinung nach wird heutzutage zu viel von den Kindern verlangt: „Die Akademisierung des Bildungssystems führt dazu, dass zunehmend höhere Abschlüsse vorausgesetzt werden. Eltern spürten das und verlangen ihren Kindern deshalb mehr ab.“ Die Kleinen merken wiederum, wenn die Eltern nicht zufrieden mit ihnen sind. Dafür sprechen auch die Zahlen: Viele Kinder haben psychische…

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Gerechtigkeit ist ein natürliches Bedürfnis

Laut Hans-Otto Thomashoff wird über kurz oder lang ein entscheidender Stressfaktor für eine Gesellschaft in den Vordergrund rücken: das Thema Gerechtigkeit. Hans-Otto Thomashoff erläutert: „Unweigerlich reagieren wir auf Ungerechtigkeit mit Ärger, und der führt wie die Angst zu Stress. Verständlicherweise nimmt das Thema Gerechtigkeit im politischen Diskurs einen zentralen Platz ein und ist die politische Praxis bestrebt, Gerechtigkeit in der Gesellschaft zu fördern.“ Weil es jedoch aufgrund unterschiedlicher Ansprüche keine absolute Gerechtigkeit geben kann, ist das Thema zugleich eine beliebte Spielwiese für politische Agitation. Gerechtigkeit ist ein natürliches Bedürfnis, das…

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Spielen und Träumen sichern die Realität ab

Das Spielen und das Träumen sind wirkungsvolle Hilfsmittel, um die eigene Realität abzusichern. Ille C. Gebeshuber bedauert: „Leider hören das Spielen und Träumen mit dem Eintritt in das Erwachsenenaltersgrößtenteils auf. Die Realität umgibt die Menschen mit Sachzwängen und zwingt sie so, ihre kindliche Seite in die hintersten Winkel ihres Geistes zu verbannen.“ Dabei hören die meisten Menschen nicht auf, Kind zu sein, nur die Spielregeln ändern sich. Die eigene Weltsicht wird solide und der Platz in der Gesellschaft akzeptiert. Die Informationen, denen die Erwachsenen nun ausgesetzt sind, haben privaten, beruflichen…

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