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Emotionen schwächen den Intellekt

Neben der Verweigerung der Anstrengung, welche die Urteilskraft unterminiert, können natürlich auch andere Ursachen für dumme Entscheidungen vorliegen. Der Psychoanalytiker Otto Fenichel verwies auf die „Pseudodebilität“, die durch innere, meist emotionale Denkhemmungen bedingt ist. Jeder Intellekt schwächle, wenn Emotionen ins Spiel kämen und gegen die Ratio arbeiteten. Heidi Kaster fügt hinzu: „Menschen könnten sozusagen unter der Hand, ad hoc, verblöden, weil sie etwas nicht verstehen wollen, weil das Verstehen Angst- oder Schuldgefühle auslösen könnte oder ein bestehendes prekäres neurotisches Gleichgewicht gefährden würde.“ Jede relevante neue Information, die man erfasst, hat…

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Jeder besitzt einen persönlichen Bildsucher

Manchmal ist es im Leben gut, auf sich gestellt zu sein. Ein anderes Mal kann es sich als nützlich erweisen, andere Menschen in sein Leben hineinzulassen. Kevin Dutton fügt hinzu: „Manchmal ist es gut, sich auf die feineren Details zu konzentrieren, aus der Nähe, der Reihe nach, einzeln.“ Und bei anderer Gelegenheit ist es gut, ein paar Schritte zurückzutreten, um ein Gefühl für das große Ganze zu bekommen. Entscheidend ist dabei, wie man seinen „Bildsucher“ einstellt. Das Schwarz-Weiß-Denken ist komplex und facettenreich. Kleinigkeiten können für die Höhen und Tiefen des…

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Viele jungen Frauen sind extrem mutlos

Die jungen Frauen, die bei Kinder- und Jugendpsychiater Michael Schulte-Markwort in die Sprechstunde kamen, wirkten wie anästhesiert, vollkommen ratlos. Maraike Mirau ergänzt: „Was zunächst erst wie eine Depression anmutete, stellte sich in den Therapiegesprächen als tiefe Mutlosigkeit heraus.“ Die Mädchen waren nicht neugierig auf das Leben, hatten nicht den Wunsch, ferne Länder zu bereisen oder die erste große Liebe zu erleben. Sie wussten nur eins: Dass sie um keinen Preis so werden wollten wie ihre erfolgreichen Mütter. Michael Schulte-Markwort trifft in seinen Therapiestunden immer häufiger auf junge Frauen, die er…

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Ein Therapeut sollte an die Freiheit erinnern

Ein Süchtiger steht zwischen der drängenden Sucht auf der einen und seiner Freiheit auf der anderen. Manfred Lütz weiß: „An die Chancen der Freiheit zu erinnern, ist Aufgabe jeder guten Therapie. Dabei mag niemand von außen entscheiden, wie viel Sucht und wie viel Freiheit im Einzelnen vorliegt.“ Und vor allem: Kein Mensch kann sicher sein, ob er selbst bei vergleichbarem Suchtdruck nicht auch gegen seinen Willen getrunken hätte. Das macht Therapeuten bescheiden. So kommt die Freiheit vor allem bei der Therapie mit ins Spiel. Unter dem Aspekt der Freiheit kann…

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Menschen streben nach Stimmigkeit

Sich auszukennen, die Regeln zu verstehen, die in der Welt gelten, ist für das Überleben entscheidend. Deshalb ist auch das Streben nach Stimmigkeit tief im menschlichen Gehirn verankert. Hans-Otto Thomashoff fügt hinzu: „Andauernd suchen wir nach Erklärungen, mit der Folge, dass wir nicht selten sogar dort Zusammenhänge sehen, wo gar keine sind.“ Das Gehirn greift auf Schablonen zurück, um sich ein Bild von der Welt im Hier und Jetzt zu machen, die es aus früheren Erfahrungen im Leben gesammelt hat. Stimmt Schablone der Erwartungshaltung mit der äußeren Realität überein, kennen…

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Pubertät ist für Eltern anstrengend

Die Pubertät beginnt früher als viele denken, schon mit zehn Jahren flackert sie immer mal auf. Cornelia Karin Hendrich fügt hinzu: „Es folgen in den nächsten Jahren endlose Diskussionen über dieses und jenes, wütendes Ausrasten aus dem Nichts und ständige Kritik an den Eltern.“ Pubertät ist für Eltern anstrengend. Sie werden „from Hero to zero“, sagt der Diplompädagoge Matthias Jung. Typische sind für einen Teenager Stimmungsschwankungen. Scheinbar aus dem Nichts schreien sie die Eltern an und beleidigen sie. Und die Kinder wissen oft genau, welche Knöpfe sie drücken müssen, um…

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Gaslighting kommt häufig vor

Eine besondere Form der Traumatisierung, die häufiger vorkommt, als man gemeinhin annehmen würde, ist das sogenannte „Gaslighting“. Damit sind gegenüber einer Person über längere Zeit ausgeübte krasse Einschüchterungen mit einem hohen Maß an verbaler, manchmal auch körperlicher Gewalt gemeint. Joachim Bauer erläutert: „Die Gewalt besteht darin, dass der betroffenen Person vom Täter ständig zurückgemeldet wird, ihre Wahrnehmungen seinen falsch. Dinge hätten sich anders zugetragen, als vom Opfer erinnert.“ Auch den auf den gegenwärtigen Moment bezogenen Wahrnehmungen des Opfers widerspricht der Täter systematisch. Derartige Erfahrungen seelischer Folter, die in Partnerschaften, aber…

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Priming ist eine Methode der Manipulation

Beim Priming werden Menschen wichtige Informationen in versteckter oder unterschwelliger Form vermittelt, um deren Verhalten zu beeinflussen. Als Vater des Primings gilt der Wissenschaftler John Bargh, dessen Buch „Vor dem Denken“ ein Klassiker ist. Thorsten Havener erklärt: „Bargh hat zum Beispiel nachgewiesen, dass Studienteilnehmer sich messbar langsamer bewegten, wenn sie zuvor mit Wörtern wie „alt“, „runzlig“ oder auch „Rente“ konfrontiert wurden. Offensichtlich lässt uns allein der Gedanke ans Altern langsamer werden.“ Durch Priming wurde gezeigt, dass die Beurteilung von Ereignissen und die Wahrnehmung von unbewusst wahrgenommenen vorangehenden Erfahrungen beeinflusst werden…

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Ein Mensch kann fast alles aushalten

Heinz-Peter Röhr rät: „Wenn ich nichts ändern kann, dann ist die einzig richtige Methode, mich mit Tatsachen abzufinden.“ Das ist mitunter schwer und erscheint eventuell unmöglich. Wer grübelt, steht fast immer vor dem Problem, dass er gerade in diesem Moment nichts ändern kann. Dies zu akzeptieren ist notwendigerweise der erste Schritt. Was man jetzt jedoch tun kann, ist, eine Entspannungstechnik anzuwenden. Auf diese Weise lenkt man die Gedanken auf einen anderen Gegenstand – beispielsweise auf einen Meditationsgegenstand. „Das halte ich nicht aus, das ertrage ich nicht!“, so die häufige Argumentation.…

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Zerrüttete Ehen wahren oft den Schein

In vielen zerrütteten Ehen wird lieber nach außen die „heile Welt“ suggeriert, obwohl das Paar nicht mehr glücklich miteinander ist. Andere Menschen leiden im Stillen, weil sie Angst haben, den Partner zu verlassen. Die Psychotherapeutin Franca Cerutti weiß, wie ein Paar sich respektvoll trennt – und ohne Rache verbunden bleiben kann. Die 46-jährige ist zudem selbst zum dritten Mal verheiratet. Der Gedanke an das „Ich will mich scheiden lassen-Gespräch“ sorgt bei vielen Menschen für schlaflose Nächte oder sogar lähmende Angst. Franca Cerutti erklärt: „Im Gegensatz zu kurzfristigen Partnerschaften ist es…

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