Die Sexualtät dient vor allem der Kommunikation und der Lust

Mehr als neunzig Prozent aller sexuellen Störungen sind laut Georg Pfau psychosomatischer Natur. Dabei spielt sicherlich die tief im Menschen verwurzelte Vorstellung eine Rolle, die Sexualität sei ein bloßes Mittel zum Zwecke der Fortpflanzung. In Wirklichkeit dient der Sex aber viel eher der Kommunikation.  Männer und Frauen sollten sich der Sexualität hingeben können, ohne genaue Vorstellungen davon zu haben, was dabei herauskommen wird. Alles ist in Ordnung, alles ist gut. Und dadurch wird das Scheitern ein Ding der Unmöglichkeit. Georg Pfau erklärt: „Das Spiel mit ungewissem Ausgang schafft viel eher die Voraussetzung für prickelnde Erotik als starre Vorgaben. 

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Kurt Langbein betrachtet eine gute Beziehung als Lebensexlixier

Das menschliche Erleben und Lernen braucht persönliche Beziehungen. Wenn ein Mensch einem anderen zusieht, aktiviert sein Gesichtsausdruck oder andere Regungen ganz automatisch jene Regionen im Gehirn, die für genau dieselben Empfindungen zuständig sind. Kurt Langbein erklärt: „Der Mensch ist auf Gegenseitigkeit konzipiert. Gute zwischenmenschliche Beziehungen sind die wohl am besten wirksame und nebenwirkungsfreie Droge gegen … Weiterlesen …

Kinder dürfen ihren Zorn und Schmerz nur selten artikulieren

Auch wenn das Kleinkind in der sogenannten analen Phase seiner psychosexuellen Entwicklung neben dem lustvollen An- und Entspannen der Schließmuskulatur und dem Einüben auch aller Muskelbewegungen, seinen Willen trainiert und seine Bezugsperson mit Ungehorsam oft zur Verzweiflung treibt, ist das keineswegs ein Endpunkt der Persönlichkeitsentwicklung. Rotraud A. Perner erläutert: „Im Gegensatz zur oralen Wut mit ihrem Geschrei und Gezappel, die kein Ziel kennt, sondern nur Ausdruck von Unbehagen darstellt, richtet sich der anale Zorn gegen irgendetwas – ein Ding, einen Menschen, späterhin dann auch bestimmte Gruppen von Menschen, Frauen etwa, eine politische Partei, eine Religion oder auch die gesamte Gesellschaft. Rotraud A. Perner ist Juristin, Psychotherapeutin, Psychoanalytikerin und absolvierte postgraduale Studien in Soziologie und evangelischer Theologie. Sie lehrt an der Donau-Universität Krems.

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Rotraud A. Perner erforscht das Phänomen der Seelenvergiftung

Da Körper, Seele und Geist eine Einheit bilden, beeinflussen sie sich gegenseitig. Der Psychologe Peter Orban hebt als Charakteristikum der philosophischen Medizin hervor, dass aus ihrer Sicht der Weg der Krankheit von oben nach unten geht, das heißt von der Seele in den Körper. Ein kranker Leib ist immer ein Hinweis darauf, dass die Seele ein Problem hat. Rotraut A. Perner ergänzt: „Und Energie und damit Immunkräfte verliert. Peter Orban weist darauf hin, dass nicht jedes Problem in den Körper fällt und dort ein Symptom produziert, sondern ebenso in Handlungen stecken bleiben kann. Dann ist eben der Körper gesund und das Handeln krank. Rotraud A. Perner ist Juristin, Psychotherapeutin, Psychoanalytikerin und absolvierte postgraduale Studien in Soziologie und evangelischer Theologie. Ihr aktuelles Buch heißt  „Die reuelose Gesellschaft“ und ist im Residenz Verlag erschienen.

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Die Angst vor der Psychiatrie ist immer noch weit verbreitet

Angststörungen und Depressionen sind Volkskrankheiten, die sich in der Regel sehr gut behandeln lassen. Deshalb ist es umso unverständlicher, dass viele Betroffenen zu Unrecht und zu ihrem Schaden den Gang zum Facharzt scheuen. Ein Psychiater muss ein komplettes Medizinstudium absolvieren, dem sich die Ausbildung zum Facharzt anschließt. Einer der Schuldigen an diesem Dilemma ist möglicherweise René Descartes (1569 – 1650), der die Lehre begründete, wonach Körper und Geist völlig getrennte Sphären seien.

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Immer mehr Menschen haben diffuse Ängste um ihre Gesundheit

Schon 1988 hat der Harvard-Psychiater Arthur Barsky den Ausdruck „Gesundheits-Paradoxon“ geprägt. Er besagt folgendes: Je gesünder eine Gesellschaft wird, desto kränker fühlen sich die Menschen. Sie werden in eine Spirale von Sorgen getrieben, weil sich ihre Erwartungen an die eigene Gesundheit sich in unrealistischem Maße verschoben haben. Der Erfolg der modernen Medizin hat die Illusion verbreitet, dass man einen Anspruch auf ein Leben frei von allen Krankheitssymptomen habe. Jeder noch so harmlose Schwindelanfall wird als dramatische Abweichung vom idealen Gesundheitszustand wahrgenommen. Die Glücksforschung kommt zu ähnlichen Ergebnissen.

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Machthaber schätzen die Passivität ihrer Untergebenen

Arno Gruen erklärt eine selbstschädigende Passivität wie folgt: „Um teilhaben zu können an der Macht, die das Kind unterwirft, ersetzten Gehorsam und Anpassung die Verantwortung für das eigene Handeln.“ Von Machthabern wird die Passivität allerdings geschätzt. Sie nennen sie Vernunft, Teamfähigkeit, Kooperations- und Anpassungsbereitschaft. Rotraud A. Perner erläutert: „Wem Gehorsam als die höchste Tugend erscheint, der wird alles tun, um Ungehorsam zu verteufeln – man könnte sonst ja verlockt werden, über eigene Protest- und Änderungsbedürfnisse nachzudenken.“ Rotraud A. Perner ist Juristin, Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin. Ihr aktuelles Buch heißt „Die reuelose Gesellschaft“ und ist im Residenz Verlag erschienen.

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