Rotraud A. Perner erforscht das Phänomen der Seelenvergiftung

Da Körper, Seele und Geist eine Einheit bilden, beeinflussen sie sich gegenseitig. Der Psychologe Peter Orban hebt als Charakteristikum der philosophischen Medizin hervor, dass aus ihrer Sicht der Weg der Krankheit von oben nach unten geht, das heißt von der Seele in den Körper. Ein kranker Leib ist immer ein Hinweis darauf, dass die Seele ein Problem hat. Rotraut A. Perner ergänzt: „Und Energie und damit Immunkräfte verliert. Peter Orban weist darauf hin, dass nicht jedes Problem in den Körper fällt und dort ein Symptom produziert, sondern ebenso in Handlungen stecken bleiben kann. Dann ist eben der Körper gesund und das Handeln krank. Rotraud A. Perner ist Juristin, Psychotherapeutin, Psychoanalytikerin und absolvierte postgraduale Studien in Soziologie und evangelischer Theologie. Ihr aktuelles Buch heißt  „Die reuelose Gesellschaft“ und ist im Residenz Verlag erschienen.

Gift gibt es sowohl in chemischer als auch in mentaler Form

Daher ist es notwendig, die Seele zum Sprechen zu bringen. Dies setzt eine Suchbewegung und Übersetzungsleistung voraus, die beide erst erlernt werden müssen. Rotraud A. Perner erläutert: „Man braucht dazu eine bestimmte Art, von außen nach innen zu schauen – und dies lernt man meist im Dialog mit einem psychotherapeutischen oder auch theologischen Seelsorger, sofern Letzterer nicht darauf versessen ist, Scham- und Schuldgefühle auszulösen.“ Mit dem sogenannten diagnostischen Blick kann man Stimmungs-, Antriebs- oder überhaupt Gesundheitsveränderungen feststellen.

Die meisten Menschen, die in Gesundheitsberufen arbeiten, erwerben diese Kompetenz im Laufe ihrer Praxis. Aber auch der Normalbürger kann sich angewöhnen, Signale bei seinen Mitmenschen und sich selbst bewusst wahrzunehmen, sei es in gesprochenen oder geschriebenen Worten oder Sätzen, aber auch in Blicken und Gesten, ja sogar in geplanten Beziehungskonstellationen.

Reißerische Filme können Schlafstörungen verursachen

Das Wort Seelentoxologie hat Rotraud A. Perner in den 1990er-Jahren erfunden. Wenn Menschen mentales Gift konsumiert haben, sei es in Form von unseriösen Büchern oder reißerischen Filmen, verursacht dies in vielen Fällen zum Beispiel Schlafstörungen, Zwangsgedanken und auch Veränderungen im persönlichen Stil. Menschen werden dann möglicherweise chroiden die Betroffenen mögliche Auslösesituationen und ernten dafür oft wieder nur Unverständnis, Kritik oder gar Spott, also genau das, was vermutlich die auslösende Ursache war.

Von Hans Klumbies

 

 

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