Fritz Künkel stellt eine allgemeine Neurosenlehre auf

Für Fritz Künkel muss jede Theorie der Neurose in einer Charakterkunde begründet sein. Wer sachlich zu sein lernt, wird sein Ich mehrheitlich in der Hingabe an überpersönliche Ziele und Werte empfinden. Die Sachlichkeit ist für Fritz Künkel keineswegs mit Kälte und Nüchternheit identisch. Er denkt eher an den Bedeutungsgehalt sachgemäß, so dass man zum Beispiel von einem Liebenden sagen kann, seine Form der Sachlichkeit setzt sich aus Güte und Zuwendung, Verstehen und Großzügigkeit sowie Anerkennung und Gefühl für das Du zusammen. Ichhaftigkeit dagegen bedeutet laut Fritz Künkel Angst vor dem Leben und vor den Mitmenschen, Selbstbewahrung und übersteigertes Sicherheitsstreben.

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Idealtypen bilden die Charakerlehre des Fritz Künkel

Fritz Künkel sieht in der Erziehung die charakterbildende Macht par excellence, da jeder Mensch lebenslänglich die Spuren seiner frühen Sozialisation mit sich herumträgt. Man kann einen Charakter nur dann in seinem Innersten verstehen, wenn man die Kindheitsbedingungen kennt, die ihn geprägt haben. Psychologisch gesunde Menschen können seiner Ansicht nach allerdings kaum typologisch fixiert oder erfasst werden.

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Psychovampire sind sehr anstrengende Zeitgenossen

Es gibt Menschen, die saugen von ihren Arbeitskollegen übermäßig viel Energie ab. Der Psychiater Hamid Peseschkian erklärt, wie man mit ihnen umgehen sollte. Für ihn ist die Arbeitswelt ein kleines Transsylvanien, das von Psychovampiren bevölkert ist. Hamid Peseschkian sagt: „Jeder und jede hat in seinem Umfeld Personen, die auf unerklärliche Art und Weise negative Gefühle erzeugen, Personen, die irgendwie anstrengend sind. Das kommt im Berufs- wie auch im Privatleben vor.“ Der Psychiater nennt Archetypen von Vampiren, die in der Berufswelt besonders häufig vertreten sind. Dazu zählt er an erster Stelle den so genannten Kühlschrank-Vampir. Das sind Menschen, die alles auf die rationale Ebene herunterbrechen, weil ihnen zur emotionalen Ebene der Zugang verwehrt ist.

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Das langsame Sterben der Sängerin Amy Winehouse

Amy Winehouse litt an Drogen- und Alkoholsucht und wurde zudem von Depressionen gequält. Typisch für Borderline-Erkrankte ist laut Borwin Bandelow auch ein Gefühl der Leere und des Unwohlseins. Er erklärt: „Die Patienten versuchen mit einem Verhalten dagegen anzugehen, das wir „Sensation-seeking Behaviour“ nennen: Man macht riskante Dinge, fährt zum Beispiel sehr schnell Auto oder Motorrad.“ Die Betroffen wollen damit ihre innere Leere bekämpfen. Borderline-Patienten konsumieren häufig alle Drogen durcheinander, einschließlich Alkohol und Nikotin.

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Die Psychotherapiemethode des Harry Stack Sullivan

Harry Stack Sullivan hat in der Theorie und Praxis der Psychotherapie wertvolle Neuerungen eingeführt, die weit über das orthodoxe psychoanalytische Verfahren hinausreichen. So lehnte er es beispielsweise ab, mit seinen Patienten in endlosen Sitzungen Träume zu deuten, Erlebisse aus der Kindheit zu rekonstruieren und „Sexualromane zu dichten“. Sein therapeutisches Hauptanliegen war, zusammen mit dem Patienten dessen Verhaltensmuster zu erforschen, die ihm im Umgang mit sich selbst und mit seinen Beziehungspersonen besondere Schwierigkeiten bereiten. Dabei wollte er nicht die Rolle des kühlen und unbeteiligten Beobachters spielen. Er vertrat die Meinung, dass die wichtigsten Daten für die Einschätzung eines anderen Menschen nur durch teilhabende Beobachtung gewonnen werden können.

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Das positive Religionsverständnis von C. G. Jung

In seiner positiven Einstellung zur Religion unterscheidet sich C. G. Jung deutlich von Sigmund Freud und Alfred Adler, die beide Atheisten waren und sich als Erben und Fortsetzer der Epoche der Aufklärung betrachteten. C. G. Jung dagegen wendete sich in einer eigentümlichen Weise zur Alchemie, der christlichen Gnosis, der Mystik und traditioneller Religiosität sowie dem Aberglauben und der Parapsychologie zu. Schon die Doktorarbeit aus dem Jahre 1902 „Zur Psychologie und Pathologie so genannter okkulter Phänomene“ lässt C. G. Jungs Hinwendung zum Aberglauben und Supranaturalismus erkennen. Er erforschte damals jahrelang ein spiritistisches Medium, das angeblich Botschaften aus dem Jenseits mitteilte, zuletzt aber betrügerischer Machenschaften entlarvt wurde.

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Viktor Frankl empfiehlt das Buch als Therapeutikum

Die Möglichkeit, das Buch therapeutisch einzusetzen, geht gemäß Viktor Frankl weit über das Pathologische hinaus. Er schreibt: „So vermag das Buch etwa in existentiellen Krisen – von denen ja niemand verschont bleibt – einfach Wunder zu wirken. Das rechte Buch zur rechten Zeit hat viele Menschen vor dem Selbstmord bewahrt, und davon wissen wir Psychiater sehr wohl ein Lied zu singen.“ In diesem Sinne leistet ein Buch echte Lebenshilfe.

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Fritz Künkel erklärt das Wesen der Charaktertherapie

Was laut Fritz Künkel in der Psychotherapie wirklich heilt, ist die Wandlung im Werthorizont eines Menschen, wobei immer tief greifende Änderungen in der Grundstimmung, in der Verfassung des Geistes und der Motivationsbasis des Patienten zustande kommen. Angeblich führt seiner Meinung nach der Weg zur psychischen Gesundung über fundamentale Krisen hinweg zum inneren und äußeren Wachstum. Fritz Künkel schreibt: „Nur wer den Tiefpunkt seiner neurotischen Verirrungen erreicht hat, ist wahrhaft bereit, sich grundlegend umzustellen. So muss der Mensch erst ein gerütteltes Maß an Not, Leid und Schicksalsschlägen hinnehmen, bis ihm die Bedeutung der Hingabe an das Leben und der echten Wahrhaftigkeit aufgeht.“

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Wilhelm Reich erklärt die Funktion des Orgasmus

Wilhelm Reich ist davon überzeugt, dass es keine neurotischen Symptome ohne Erkrankung des Gesamtcharakters gibt. Für viele Psychoanalytiker stellte die neurotische Symptomatik eine Art Fremdkörper im sonst intakten Seelenleben dar. Wilhelm Reich korrigierte diesen Irrtum wie es vor ihm schon in ähnlicher Weise Alfred Adler getan hatte. Denn eine seelische Erkrankung betrifft immer die Persönlichkeit als Ganzes, weshalb auch die Behandlung beim Psychologen oder Psychoanalytiker dieser Totalität gewidmet sein muss. In seinen theoretischen Überlegungen über den Orgasmus knüpft Wilhelm Reich an Sigmund Freud an. Auch griff er die Gedanken des berühmten Wiener Frauenarztes Rudolf Chrobaks auf, der die Meinung vertrat, dass zur Heilung der Hysterie die wiederholte sexuelle Befriedigung das beste und wirksamste Mittel sei.

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Christliche Ethik und Moral führen zum Infantilismus

Für Thomas Szasz gibt es zwei Regeln, die den Einstieg in eine neurotische Lebensführung erleichtern: Erstens das Familienmuster, zweitens die abendländische Religion und Ethik. Da der Mensch länger als alle anderen Lebewesen eine Betreuung durch die Eltern benötigt, erliegt er leicht dem Anreiz, über die eigentliche Kindheit hinaus ein Kind bleiben zu wollen. Schon Sigmund Freud hat darauf hingewiesen, dass die verlängerte Kindheit des Menschen mit seiner Disposition zur Neurose zusammenhängt. Tatsächlich kann eine verwöhnende Erziehung infantilisieren. Die Opfer einer solchen Pädagogik scheuen davor zurück, Erwachsen zu werden. Wenn sie dann eine Reihe von kindlichen Eigen- und Unarten entwickeln und ausbauen, hat sich die Neurose voll entwickelt.

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