Frieda Fromm-Reichmann erforscht die Einsamkeit

In ihrer Schrift „Über die Einsamkeit“ schreibt Frieda Fromm-Reichmann, die Einsamkeit sei sowohl ein Bestandteil des Normalleben als auch der Psychopathologie. Aber für sie steht fest, dass viele psychische Störungen und Geisteskrankheiten mit der Vereinsamung einer Persönlichkeit zusammenhängen. Die Einsamkeit gehört ihrer Meinung nach zu den traumatischsten Situationen, die ein Mensch überhaupt in seinem Leben erleben kann. Es gibt allerdings verschiedene Formen der Einsamkeit. Künstler oder andere kreative Persönlichkeiten suchen beispielsweise oft das Alleinsein, um sich besser auf ihre Werke konzentrieren zu können. Sie sind zwar allein, aber inschaft und der Gesellschaft innerlich verbunden bleiben.

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Alexander Mitscherlich untersucht die Arten der Trauer

In ihrem Buch „Die Unfähigkeit zu trauern“ (1967) beschreiben Alexander und Margarete Mitscherlich kollektivpsychologische Probleme, die sie nach den Regeln der Psychoanalyse zu klären versuchen. In der neurotischen Trauer und in der psychotischen Melancholie scheint das zentrale Geschehen ein Verlust des Ichs zu sein, den der Patient durch seine Wahnvorstellungen und Verhaltensweisen zu bearbeiten sucht. Dadurch kommt es zu keiner kulturell wertvollen Trauerarbeit, sondern es bilden sich Tendenzen zur Selbstzerstörung heraus, in denen auch Feindseligkeit gegen die Umwelt mitschwingt. Alexander Mitscherlich übertrug diese Erkenntnisse auf die Kollektivpsyche. In Adolf Hitler hatte seiner Meinung nach die deutsche Nation ein geliebtes Führungsobjekt besessen und danach verloren.

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Gerhard Roth: "Der Mensch hat keinen freien Willen"

Für den Verhaltensphysiologen Gerhard Roth ist das Ich eine Täuschung, da es das eine Ich nicht gibt, sondern viele Ichs. Das Ich kann beispielsweise als Gefühl auftreten, wonach das Individuum der Verursacher seiner Handlungen ist. Es hängt laut Gerhard Roth ganz davon ab, welche Gehirnregion aktiv ist, ob sich Menschen als Verursacher ihrer Handlungen fühlen oder nicht. Die Gedanken sind dabei untrennbar mit elektrischen Impulsen verbunden. Gerhard Roth sagt: „Das gilt nicht nur für Gedanken, sondern für jede Aktivität im Gehirn.“ Jeder Gedanke und jedes Gefühl hat eine neuronale Basis.

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Falsche Erziehung kann Kinder zu Tyrannen machen

Wenn die Eltern bei der Zuneigung zu ihren Kindern gewisse Fehler begehen, werden sie laut Osvaldo Poli kleine Tyrannen heranziehen. Seiner Meinung nach tun Eltern, die nie nein sagen können und ihren Kindern alles erlauben, nichts Gutes. Oswaldo Poli erläutert: „Die Kinder wachsen ihnen bald über den Kopf oder zu unsicheren Jugendlichen heran, die ihren Weg im Leben nur schwer finden. Eine Mutter, die zu sehr liebt, ist kurz vor dem Zusammenbruch stehend. Sie tut alles für ihre Kinder, selbst wenn sie sich dabei selbst verleugnen muss.

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Jesper Juul fordert von den Eltern weniger Nettigkeit

Eine strenge oder weniger strenge Erziehung ist für Jesper Juul weder besser noch schlechter. Familien können ihr Leben ohne die alten Tabus gestalten, aber dann werden neue entstehen. Jede Generation muss seine eigene Identität finden. Für Jesper Juul ist die deutsche Idee, dass Kindheit romantisch, nett oder süß sei, völliger Unsinn. So sind Kinder nicht und das Leben sieht auch total anders aus.

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Offene Kommunkation sorgt für seelische Gesundheit

In der Vorgeschichte einer jeden Psychose diagnostiziert Ronald D. Laing ein gewaltiges Defizit an Angenommensein und Bestätigtwerden. Das kann schon in der frühesten Kindheit beginnen, in der Mutter-Kind-Beziehung. Auch im Erwachsenalter kann man schizoide oder hypersensible in psychotische Wesen verwandeln, wenn man ihren fundamentalen Wunsch nach Anerkennung missachtet und sie mit ihrer Frustration alleine lässt.

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Christliche Ethik und Moral führen zum Infantilismus

Für Thomas Szasz gibt es zwei Regeln, die den Einstieg in eine neurotische Lebensführung erleichtern: Erstens das Familienmuster, zweitens die abendländische Religion und Ethik. Da der Mensch länger als alle anderen Lebewesen eine Betreuung durch die Eltern benötigt, erliegt er leicht dem Anreiz, über die eigentliche Kindheit hinaus ein Kind bleiben zu wollen. Schon Sigmund Freud hat darauf hingewiesen, dass die verlängerte Kindheit des Menschen mit seiner Disposition zur Neurose zusammenhängt. Tatsächlich kann eine verwöhnende Erziehung infantilisieren. Die Opfer einer solchen Pädagogik scheuen davor zurück, Erwachsen zu werden. Wenn sie dann eine Reihe von kindlichen Eigen- und Unarten entwickeln und ausbauen, hat sich die Neurose voll entwickelt.

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Gefühlsblinde Menschen unterdrücken alle Emotionen

Gefühlsblinde Menschen können mit ihren emotionalen Erleben nicht völlig gefühllos sind: „Wir wissen aus Studien, dass der Körper reagiert. Auch das Gehirn reagiert, es ist nur anders als bei anderen Menschen.“
Olga Pollatos von der Universität Potsdam geht davon aus, dass die Betroffenen grundsätzlich nicht weniger Gefühle als andere Menschen besäßen: „Es bedeutet eher, dass sie über ihre Gefühle weniger differenziert berichten und sie voneinander unterscheiden können.“ Manche der gefühlsblinden Menschen empfinden ihr Defizit nicht als nachteilig. Sie glauben, dass sie nicht so schnell überreagieren, ihre Gefühle besser im Griff haben und weniger emotional auftreten.

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Das Geheimnis der menschlichen Widerstandskraft

Forscher, die sich der Positiven Psychologie verschrieben haben, erkunden was Menschen stark macht, sprich die Fundamente der psychischen Widerstandskraft. Sie wollen herausfinden, wie Lebenstüchtige persönliche Krisen bewältigen und die Kräfte finden, die sie dafür einsetzen. Diese Menschen haben das Vermögen, Licht am Ende eines dunklen Tunnels zu erkennen, das für die Hoffnungslosen unsichtbar ist. Diese Fähigkeit nennen die Psychologen Resilienz, es ist die Kraft aus einer scheinbar hoffnungslosen Lage wieder den vollen Lebensmut zurückzugewinnen.

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Die Selbstfindung kann die kranke Seele heilen

C. G. Jung sah den tiefsten Sinn jeder seelischen Erkrankung darin, dass der Mensch ein von sich selbst entfremdetes Leben führt. Nach C. G. Jung stellt die Therapie eine dialektische Situation dar. Er vertritt die These, dass sowohl der Therapeut als auch der Patient in einer Sitzung gefördert und beeinflusst werden müssen. Am Ende einer Therapie ist der Therapeut ebenso verändert wie sein Patient.

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