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Brillante Ideen lösen große Emotionen aus

Die Sehnsucht nach einer glänzenden Idee ist groß. Ob im Privatleben oder im beruflichen Alltag, nichts ist erbaulicher als ein brillanter Einfall. Markus Hengstschläger erläutert: „Die Emotionen, die bei einem Menschen ausgelöst werden, wenn er bemerkt, dass er gerade einen wirklich neuen brauchbaren Geistesblitz gehabt hat, sind unbeschreiblich und vielleicht vergleichbar mit einer individuellen Mondlandung.“ Aber die Ängste vor der Blamage, die durch eine nicht so geniale oder vielleicht sogar schon alte Idee entstehen könnte, sind auch allgegenwärtig. Hierfür bietet sich Mut als Sicherheit als Gegenrezept schon einmal an. Ideen werden gebraucht – immer und überall. Sie sind der Ausgangspunkt für wissenschaftliche Projekte, für technologische Entwicklungen, für neue handwerkliche Ansätze, für Unternehmensgründungen und vieles mehr. Professor Markus Hengstschläger ist Vorstand des Instituts für Medizinische Genetik an der MedUni Wien.

Kreative Menschen können Neues erschaffen

Ideen bilden den Auftakt für Innovationsprozesse. Wo immer eine neue Fragestellung auftaucht, ob vorhergesehen oder nicht, ist die Parole „Da muss uns jetzt aber etwas einfallen!“ nicht weit. Und am Ende kümmert es niemanden, ob es sich um einen spontanen intuitiven Einfall aus dem Bauch heraus gehandelt hat oder ob die kreative Idee im Zuge eines konzertierten Ideenfindungsprozesses durch Nachdenken entstanden ist. Durch Kreativität ist man in der Lage, etwas Neues, noch nie Dagewesenes zu erschaffen, das nützlich beziehungsweise brauchbar ist.

Markus Hengstschläger stellt fest: „Man spricht in diesem Zusammenhang auch gern von der kreativen Person, dem kreativen Produkt und dem kreativen Umfeld. Für Kreativität braucht es bestimmte intellektuelle Fähigkeiten, qualifiziertes Wissen und eine entsprechende Persönlichkeit.“ Durch die Komponente des andauernden Beschäftigens mit der Unvorhersehbarkeit initiiert und fördert man eine kreative Grundhaltung mit der dafür notwendigen Denkweise.

Zur Entwicklung von Ideen braucht man ein ideales Umfeld

Zur kreativen Grundhaltung gehören Neugier, Assoziationsfreude, Flexibilität und Spontaneität und die Bereitschaft, Perspektiven zu wechseln und Grenzen zu überschreiten. Damit kreative Ideen auch in umsetzbare Ergebnisse münden, braucht es die Fähigkeit Probleme zu erkennen, die richtigen Fragen zu stellen, Beharrlichkeit, Genauigkeit, Beobachtungsgabe, detailliertes Dokumentieren, Realitätssinn und vieles mehr. Anders ist noch nicht automatisch besser. Letztendlich dreht sich mehr oder weniger alles um die Frage, wie man einen kreativen Prozess auslöst und wie man zu einer Idee kommt.

Damit Ideen entstehen können, damit sie offen kommuniziert, diskutiert und evaluiert werden können, braucht es zweifelsfrei das ideale Umfeld. Markus Hengstschläger erklärt: „Man spricht gerne von einer inspirierenden Umgebung. Die Inspiration, die unerwartete Eingebung, sei ja schließlich das Maß aller Dinge. Und es geht das Gerücht um, dass es dafür keine wirkliche Erklärung gibt, weil ja schließlich die besten Eingebungen im Schlaf, beim Joggen oder beim Duschen kommen.“ Quelle: „Die Lösungsbegabung“ von Markus Hengstschläger

Von Hans Klumbies

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