Große Denker prahlen nicht mit Wissen

Es gibt zahlreiche Anhaltspunkte dafür, dass Selbstsicherheit genauso oft das Ergebnis wie die Ursache von Fortschritt ist. Adam Grant erklärt: „Wir müssen nicht darauf warten, dass unsere Selbstsicherheit wächst, um herausfordernde Ziele zu erreichen. Wir können selbstsicher werden, indem wir herausfordernde Ziele erreichen.“ Unsicherheit veranlasst Menschen Fragen zu stellen und neue Ideen zu sammeln. Sie schützt sie vor dem Dunning-Kruger-Effekt. Der Dunning-Kruger-Effekt beschreibt, dass Menschen mit geringer Kompetenz ihre Fähigkeiten überschätzen und sich als kompetenter präsentieren als sie eigentlich sind. Große Denker hegen nicht deswegen Zweifel, weil sie Hochstapler sind. Sie prahlen nicht mit ihrem Wissen, sie wundern sich, wie wenig sie verstehen. Adam Grant ist Professor für Organisationspsychologie an der Wharton Business School. Er ist Autor mehrerer internationaler Bestseller, die in 35 Sprachen übersetzt wurden.

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Brillante Ideen lösen große Emotionen aus

Die Sehnsucht nach einer glänzenden Idee ist groß. Ob im Privatleben oder im beruflichen Alltag, nichts ist erbaulicher als ein brillanter Einfall. Markus Hengstschläger erläutert: „Die Emotionen, die bei einem Menschen ausgelöst werden, wenn er bemerkt, dass er gerade einen wirklich neuen brauchbaren Geistesblitz gehabt hat, sind unbeschreiblich und vielleicht vergleichbar mit einer individuellen Mondlandung.“ Aber die Ängste vor der Blamage, die durch eine nicht so geniale oder vielleicht sogar schon alte Idee entstehen könnte, sind auch allgegenwärtig. Hierfür bietet sich Mut als Sicherheit als Gegenrezept schon einmal an. Ideen werden gebraucht – immer und überall. Sie sind der Ausgangspunkt für wissenschaftliche Projekte, für technologische Entwicklungen, für neue handwerkliche Ansätze, für Unternehmensgründungen und vieles mehr. Professor Markus Hengstschläger ist Vorstand des Instituts für Medizinische Genetik an der MedUni Wien.

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Die meisten Ideen entstehen aus Bekanntem

Schöpferisches Denken entspringt dem kollektiven Gehirn. Stefan Klein erklärt: „Ein Mensch, der ein Problem zu lösen versucht, […] wird scheitern, wenn er nach dem Idealbild des Originalgenies meint, alle Einfälle aus sich selbst schöpfen zu können.“ Aussicht auf Erfolg hat nur, wer die in einer Kultur geronnenen Erfahrungen anderer kennt und zur Grundlage seiner Überlegungen macht. Das im kollektiven Gehirn gespeicherte Wissen ist das Material, aus dem sich Ideen formen. Denn die meisten Ideen entstehen aus der Kombination von Bekanntem. Seit ihren Anfängen ist Kultur ein Baukasten, der sich selbst zu erweitern vermag: Menschen verbinden Konzepte zu neuen Konzepten. Stefan Klein zählt zu den erfolgreichsten Wissenschaftsautoren der deutschen Sprache. Er studierte Physik und analytische Philosophie in München, Grenoble und Freiburg.

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Psychische Störungen können bösartig sein

Wenn man von der Psychopathologie des Bösen spricht, darf man die „Bösartigkeit“ mancher Symptome nicht unberücksichtigt lassen. Ähnlich wie bei einer malignen Erkrankung im körperlichen Bereich können auch psychische Störungen von bösartiger Natur sein. Das hat aber nichts mit einer moralischen Wertung zu tun, sondern spricht den Krankheitscharakter der psychischen Symptomatik an. Psychiatrische Erkrankungen können einen guten, also in der Ausheilung mündenden Verlauf nehmen. Oder sie führen in ihrer bösartigen Form zur Katastrophe, Chronifizierung oder gar zum Tod. Die Symptome können eher harmlos und „benigne“ oder schwerwiegend und „bösartig“ sein. Reinhard Haller stellt fest: „Eigenartigerweise fällt es uns weit weniger schwer, von einer bösartigen körperlichen als einer derart beschriebenen psychischen Erkrankung zu sprechen.“ Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender.

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