Es gibt zahlreiche Anhaltspunkte dafür, dass Selbstsicherheit genauso oft das Ergebnis wie die Ursache von Fortschritt ist. Adam Grant erklärt: „Wir müssen nicht darauf warten, dass unsere Selbstsicherheit wächst, um herausfordernde Ziele zu erreichen. Wir können selbstsicher werden, indem wir herausfordernde Ziele erreichen.“ Unsicherheit veranlasst Menschen Fragen zu stellen und neue Ideen zu sammeln. Sie schützt sie vor dem Dunning-Kruger-Effekt. Der Dunning-Kruger-Effekt beschreibt, dass Menschen mit geringer Kompetenz ihre Fähigkeiten überschätzen und sich als kompetenter präsentieren als sie eigentlich sind. Große Denker hegen nicht deswegen Zweifel, weil sie Hochstapler sind. Sie prahlen nicht mit ihrem Wissen, sie wundern sich, wie wenig sie verstehen. Adam Grant ist Professor für Organisationspsychologie an der Wharton Business School. Er ist Autor mehrerer internationaler Bestseller, die in 35 Sprachen übersetzt wurden.
Dunning-Kruger-Effekt
Ohne Zweifel gibt es kein persönliches Wachstum
Moderne Gesellschaften überschätzen Furchtlosigkeit und Mut oftmals maßlos. Und Verletzlichkeit wird mit Schwäche gleichgesetzt. Ängste können allerdings gar nicht überwunden werden. Anja Förster und Peter Kreuz stellen klar: „Sie gehören zum Leben – und zum Geschäft – dazu und lassen sich nicht ausradieren.“ Man kann nur mit ihnen weitermachen – und ob man die Augen vor ihnen verschließt und sie ins Dunkel seiner Persönlichkeit abdrängt, das ist die eigene, ganz persönliche Entscheidung. Kluge Menschen haben immer wieder gezeigt: Man kann seine Befürchtungen, Zweifel und Ängste anschauen und wahrnehmen. Und sogar offen darüber reden. Erstaunlicherweise geht die Welt dabei nicht unter. Ganz im Gegenteil: Sich verletzlich zu zeigen, ist keineswegs Schwäche, sondern Stärke. Sie wird von anderen auch so wahrgenommen. Anja Förster und Peter Kreuz nehmen als Managementvordenker in Deutschland eine Schlüsselrolle ein.