Die Liebe und das Gewissen sind biologisch determiniert

In seinem Buch „Das unbeschriebene Blatt. Die moderne Leugnung der menschlichen Natur“ wollte Steven Pinker beweisen, dass das gesamte Verhalten des Menschen keineswegs nur auf seine Sozialisation zurückzuführen ist. Der kognschlichen Natur von angeborenen Mustern geprägt ist und wie viel vom kulturellen Umfeld geformt wird. Pinker wendet sich gegen die Theorie des „unbeschriebenen Blattes“ der Behavioristen. Einer der Vertreter des Behaviorismus, John. B. Watson, hatte damit geprahlt, man könne ihm ein Dutzend gesunder Säuglinge geben und er würde sie zu den Erwachsenen heranziehen, die er will, ganz gleich ob Ärzte, Künstler oder Diebe.
Begnadete Denker setzten sich in der Evolutionsgeschichte durch

Steven Pinker vertrat die These, dass der menschliche Geist niemals unbeschrieben gewesen sein kann, weil er über Jahrtausende im darwinschen Wettbewerb stand. Menschen, die Gehirne besaßen, mit denen sich komplizierte Probleme lösen ließen, setzten sich im Laufe der Menschheitsgeschichte gegenüber jenen durch, die keine so begnadeten Denker waren und konnten ihre Gene vererben. Laut Steven Pinker sind die Liebe, der Wille und das Gewissen biologisch determiniert, die in evolutionären Anpassungen in die Schaltkreise des Gehirns integriert wurden.

Donald Brown prägte den Begriff des „Universalvolkes“, mit dem er Eigenschaften und Verhaltensweisen beschreibt, die unabhängig vom jeweiligen Entwicklungsstand bei allen Völkern auf der Erde zu finden sind. Dazu zählt er Konflikte, Vergewaltigungen, Eifersucht und Dominanz aber auch Liebe, Konfliktlösung, Freundlichkeit und das Bewusstsein von Moral. Steven Pinker war der Ansicht, dass die Gene zwar eine gewisse Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung eines Menschen festlegen, die sich aber n zu 40 bis 50 Prozent unsere Persönlichkeit, die von den Genen abhängig ist.
Kurzbiographie: Steven Pinker

Steven Pinker wurde 1954 in Montreal in Kanada geboren. In Harvard promovierte er in experimenteller Psychologie. Seine späteren Forschungen beschäftigten sich hauptsächlich mit Sprache und Kognition. Zu seinen weiteren Büchern zählen unter anderen: „Der Sprachinstinkt“ (1994), „Wie das Denken im Kopf entsteht“ (1997), „Wörter und Regeln. Die Natur der Sprache“ (1999). Bis 2003 war Steven Pinker Professor für Psychologie am Massachusetts Institute of Technology und leitete dort das Center for Cognitive Neuroscience.

Von Hans Klumbies

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