Wilhelm Schmid erforscht die Beziehung zwischen Geschwistern

Die Beziehungen zwischen Geschwistern sind immer schon da und können auch das ganze Leben hindurch erhalten bleiben. Wechselseitiger Beistand und Solidarität kann dieses geschwisterliche Band auszeichnen. In den modernen Familien der Gegenwart ist es allerdings n und mit Leben zu erfüllen, sie zu bejahen oder eben nicht.“ Wilhelm Schmid lebt als freier Autor in Berlin und lehrt Philosophie als außerplanmäßiger Professor an der Universität Erfurt.

Weiterlesen …

Der Mensch kann seine Emotionen nicht abschalten

Alles was ein Mensch tut, wird von anderen emotional gelesen, unabhängig von den kognitiven Informationen, die mitgesendet werden. Die emotionalen Arbeitsspeicher sind ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und neuem Inhalt, ob man es will oder nicht. Intellektuelle Daten beeinflussen die emotionalen Befindlichkeiten, nach denen Menschen urteilen. Alexander Goebel erklärt: „Wir glauben, dass wir … Weiterlesen …

Helmut Reuter stellt Menschenbilder in der Psychologie vor

Jede Epoche und jede Zeit hat bestimmte Vorstellungen davon, was der Mensch ist. In der Geschichte der Menschheit sind diese Vorstellungen in der Regel religiös begründet und stehen in engem Zusammenhang mit Regeln und Vorschriften, nach denen das persönliche und gesellschaftliche Leben zu gestalten ist. Helmut Reuter fügt hinzu: „Ein Teil dieser Regeln ist implizit, Alltagswissen, dass sich zur Bewältigung der Lebensprobleme bewährt hat, ein anderer Teil ist kodifiziert und steht in der Deutungshoheit bestimmter Gruppen (Priester, Herrscher und Gelehrte).“ Es gab Zeiträume mit langen Phasen ziemlich stabiler Auffassungen vom Menschen und solche, in denen die Grundüberzeugungen sich schneller veränderten. Was den Wandel der Auffassungen betrifft, hat die Gegenwart wohl eine in der Geschichte noch nicht gekannte Dynamik entwickelt. Helmut Reuter ist seit 2004 Professor am Institut für Psychologie und Kognitionsforschung (IPK) der Universität Bremen.

Weiterlesen …

Die Widerwärtigkeiten des Lebens bedrohen den Menschen

Um Verantwortung für ein Fehlverhalten übernehmen zu können, muss eine Person laut Rotraud A. Perner erst wissen, was als Fehlverhalten in der jeweiligen Gesellschaft, der er angehört, definiert ist. Rotraud A. Perner ist Juristin, Psychotherapeutin, Psychoanalytikerin und absolvierte postgraduale Studien in Soziologie und evangelischer Theologie. Eines ihrer aktuellen Bücher heißt „Die reuelose Gesellschaft“ und ist im Residenz Verlag erschienen. „Wissen ist Macht“, dieser Ausspruch von Francis Bacon (1561 – 1626) wird gerne zitiert oder auch Karl Liebknecht (1871 – 1919), der sagte: „Macht ist Wissen“. Das Wissen über die eigenen Verhaltensmuster oder auch das persönliche So-geworden-Sein dagegen stößt bei den meisten Menschen auf weniger Interesse, liefert es doch kaum das Lustgefühl der persönlichen Überlegenheit. Rotraud A. Perner erklärt: „Das Erlangen des Wissens davon, wie andere handeln und wie dies bewertet wird, bedeutet Sicherheit, zumindest solange man sein eigenen Unsicherheitsgefühle nicht liebevoll integriert hat.“

Weiterlesen …

Selbsterkenntnis führt in unerwartete Weiten und Tiefen

Der weltberühmte Schweizer Psychiater und Begründer der analytischen Psychologie C. G. Jung hat einmal gesagt: „Selbsterkenntnis ist ein Abenteuer, das in unerwartete Weiten und Tiefen führt.“ Vielleicht ist das der Grund dafür, dass noch immer viele Menschen großen Respekt mit der Begegnung mit sich selbst haben. Auch Uwe Böschemeyer hat lange gebraucht, um zu begreifen, dass die Selbsterkenntnis nicht nur die aufregendste, sondern auch eine der wichtigsten Auseinandersetzungen mit der eigen Person ist. Wer sein Inneres erforscht, wird herausfinden, wie er sich selbst versteht und fühlt, welche Ziele er sich aussucht und welchen Sinn er findet. Im Jahr 1975 erwarb Uwe Böschemeyer bei Prof. Viktor Frankl sein Zertifikat in Logotherapie und Existenzanalyse. 1982 gründete er das Institut für Logotherapie in Hamburg. Die Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Wertimagination und die Wertorientierte Persönlichkeitsbildung.

Weiterlesen …

Die Wahrheit über sich selbst muss man sich zumuten

Wenn ein Mensch sich selbst nicht wertschätzt, neigt er dazu, die ersehnten oder bei sich selbst ungeliebten Eigenschaften auf andere zu projizieren. Damit bleibt er allerdings in der sogenannten Konkurrenzfalle stecken. Entweder jemand ist so wahrnehmungsblind, dass er nicht merkt, dass er sich selbst im anderen bekämpft, dann wird derjenige über kurz oder lang in sozialer Isolation landen, weil sich die Menschen in seiner Umgebung vor dieser Person schützen müssen. Rotraud A. Perner ergänzt: „Oder man weiß um die eigene Unfairness, dann baut man damit den Zwang auf, die behauptete Schuldlosigkeit immer wieder verteidigen zu müssen, und verliert noch mehr an eigener Wahrhaftigkeit, weil man irgendwann nicht mehr weiß, was Tatsache war und was Fiktion.“ Rotraud A. Perner ist Juristin, Psychotherapeutin, Psychoanalytikerin und absolvierte postgraduale Studien in Soziologie und evangelischer Theologie.

Weiterlesen …

Es gibt verschiedene Spielarten der Empathie

Bei der emotionalen Empathie schließt sich ein Mensch mit seinen Gefühlen einem anderen Menschen an – welche Tonart von Freude oder Trauer der andere auch mitmacht, sie halt im mitfühlenden Körper wider. Die kognitive oder emotionale Empathie führt dagegen nicht zwangsläufig zu Sympathie oder zur Sorge um das Wohlergehen des anderen. Bei einer Onlinediskussion kann man andere Menschen nur danach beurteilen, was sie sagen. Online sind die Menschen auf die kognitive Empathie angewiesen, jene Form des Gedankenlesens, mit deren Hilfe Schlüsse darüber gezogen werden, was im Kopf eines anderen vorgeht.

Weiterlesen …

Ulrich Greiner stellt Strategien der Schamverbergung vor

Es versteht sich beinahe von selbst, dass die meisten Menschen unangenehme Gefühle fürchten. Mit dem Begriff Schamangst ist jedoch r so war. Ulrich Greiner erklärt: „Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte es zum Idealbild eines gebildeten und kultivierten Menschen, dass er seine Gefühle und damit seine Empfindsamkeit und Empfindungsfähigkeit zeigt.“ Ulrich Greiner war zehn Jahre lang der Feuilletonchef der ZEIT. Als Gastprofessor lehrte er in Hamburg, Essen, Göttingen und St. Louis. Außerdem ist er Präsident der Freien Akademie der Künste in Hamburg.

Weiterlesen …

Viele Menschen verwenden zu wenig Zeit in ihre Lebenserfüllung

Die Mitteleuropäer leben auf einem Fleck der Erde, der eine so hohe Lebensqualität garantiert, dass sie viele Bewohner anderer Kontinente darum beneiden. Viele riskieren sogar ihr Leben, um in Europa eine neue Heimat zu finden. Andreas Salcher stellt sich die berechtigte Frage, woher dann die kollektive Angst der Europäer vor der Zukunft herrührt. Außerdem ist es verwunderlich, dass die Menschen in Europa so viel Zeit zur Befriedigung der Grundbedürfhr als 50.000 verkauften Exemplaren. Sein aktuelles Werk heißt „Erkenne dich selbst und erschrick nicht“.

Weiterlesen …

Reinhard Haller stellt die Techniken der Narzissten vor

Ein Narzisst ist ein Meister im Schweigen. Wenn ein Mensch nichts sagt, bedeutet dies unter anderem Rückzug, innere Sammlung, Konzentration auf das Wesentliche oder im Falle eines Narzissten Gekränktheit. Narzisstische Menschen instrumentalisieren ihr Schweigen aber keinesfalls im positiven Sinn, sondern setzen es als Defensiv- beziehungsweise Offensivwaffe ein. Durch keine andere Emotion kann die eigene Empfindlichkeit und Verletztheit so deutlich zum Ausdruck gebracht werden wie durch das Schweigen. Der Narzisst zelebriert dadurch im Prinzip einen sogenannten Primitivreflex, den Mutismus.

Weiterlesen …