Yuval Noah Harari stellt das Wissen der Evolutionspsychologie vor

Um die Natur, Psyche und Geschichte des modernen Menschen zu verstehen, muss man einen Blick in den Kopf der Jäger und Sammler der Steinzeit werfen. Der Homo sapiens lebte die längste Zeit seiner Geschichte vom Wild und den Früchten des Waldes. Die Vertreter des neuen Gebiets der Evolutionspsychologie gehen davon aus, dass die heutigen Gesellschaften … Weiterlesen …

Entscheidungen der reinen Vernunft sind oft nicht die richtigen

Viel zu lange konnte ein riesiger Irrtum sein Unwesen treiben, der da hieß: Emotionen behindern eine vernünftige Entscheidungsfindung. Inzwischen haben Wissenschaftler aber bewiesen, dass es eine enge und unbedingte Zusammenarbeit zwischen kognitiven und emotionalen Vorgängen bei der Beurteilung von Situationen und Aufgaben gibt. Alexander Goebel erklärt: „Entscheidungen werden von beiden Gehirnen getroffen, dem emotionalen und dem kognitiven.“ David Tucker beschreibt in seinem Buch „Die verborgenen psychologischen Dimensionen der Finanzmärkte“, wie emotional beeinflusst die Entscheidungen der Verantwortlichen im Finanzskandal 2008 waren, als sie sich weit mehr von den Vorstellungen des Erfolges ihrer seltsamen und wirtschaftlich völlig unvernünftigen Konstrukte haben leiten lassen als von unternehmerischer Vernunft. Der portugiesische Neurowissenschaftler António Damásio geht davon aus, dass Entscheidungen, die der reinen Vernunft entsprechen und vermeintlich unter Ausschluss von Emotionen getroffen werden, sehr oft nicht die richtigen sind. Alexander Goebel ist seit 40 Jahren erfolgreich im Emotionsgeschäft unterwegs.

Weiterlesen …

Die Gesprächstherapie hat im sokratischen Dialog ihren Ursprung

Von Sokrates, der von 469 bis 399 vor Christus lebte, gibt es keine schriftlichen Überlieferungen. Deshalb wird er gerne als der „sprechende Philosoph“ bezeichnet. Über seine Gedanken und sein Leben wissen wir durch seinen Schüler Platon. Sokrates wandte in seiner Philosophie als zentrale Methode nicht die Lehre eines systematischen Denkens an, das den Gesetzmäßigkeiten der Logik und Kausalität folgt, sondern er benutzte eine dialogische Technik, die den Gesprächspartner selbst durch die Fragen des Philosophen zu den richtigen Erkenntnissen führt. Den Prozess der Erkenntnisgewinnung machen dabei die Antworten und weitere Fragen aus. Es kommt hierbei auf die genaue Einschätzung des Lehrers in Bezug auf die Antworten des Schülers an, um im Fortlauf des Dialogs den Wandel von Nichtwissen in Wissen zu befördern.

Weiterlesen …

Bei einer Therapie verliert der Patient auf keinen Fall seine Würde

Es kann geschehen, dass Menschen in ihrem Leben plötzlich in eine seelische Sackgasse geraten. Die Probleme mit der Familie, den Kindern, dem Lebenspartner, vielleicht auch mit den Kollegen am Arbeitsplatz, werden immer bedrückender und die Zahl der Freunde wird immer weniger. Peter Bieri, geboren 1944 in Bern, studierte Philosophie und Klassische Philologie und lehrte als Professor für Philosophie in Bielefeld, Marburg und an der Freien Universität Berlin.

Weiterlesen …

Die Menschen leben heute in einer industriellen Oralphase

Der Philosoph Günther Anders hat schon vor rund einem halben Jahrhundert festgestellt, dass der zentrale Leitbegriff der Kultur, nach dem die Menschen ihr Verhältnis zur Welt organisiert ist, die Oralität ist: „Modell der Sinnesaufnahme ist heute weder, wie in der griechischen Tradition, das Sehen; noch wie in der jüdisch-christlichen Tradition das Hören, sondern das Essen. Wir sind in eine industrielle Oralphase hineinlaviert worden, in der der Kulturbrei glatt hinuntergeht.“ Günther Anders spielt hier ganz bewusst auf einen bedeutenden Begriff der Psychoanalyse von Sigmund Freud an. Sigmund Freud unterschied verschiedene Phasen der psychosexuellen Entwicklung. Dabei ist jede Periode durch die Vorherrschaft bestimmter erogener Zonen gekennzeichnet, die er als Zentren der Lust bezeichnet. Der um den Mund zentrierten oralen Phase folgen bekanntlich die anale und die ödipale Phase und, nach einer Latenzperiode, die genitale Phase.

Weiterlesen …

Viele Menschen unterschätzen die wahren Werte des Lebens

Sigmund Freud schreibt zu Beginn seiner Abhandlung über das Unbehagen in der Kultur: „Man kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass die Menschen mit falschen Maßstäben messen und Macht, Erfolg und Reichtum für sich anstreben und bei anderen bewundern. Die wahren Werte des Lebens aber würden sie unterschätzen.“ Diese wahren Werte waren für Plato das Schöne und das Gute. Rotraud A. Perner erklärt: „Was man darunter versteht, beruht letztlich auf subjektiven Lustempfindungen und allenfalls gesellschaftlicher Vereinbarung einer Mehrheit Gleichgesinnter. Dieses Lustempfinden ist erlernt wie jedes Wahrnehmen und Reagieren und meist durch Manipulation von Bezugspersonen oder Einwirkung von audiovisuellen Medien geprägt.“  Rotraud A. Perner ist Juristin, Psychotherapeutin, Psychoanalytikerin und absolvierte postgraduale Studien in Soziologie und evangelischer Theologie.

Weiterlesen …

Abscheuliche Empfindungen erzeugen auch eine rätselhafte Lust

Die Lust an der Scham hat für Ulrich Greiner noch eine andere, eine dunklere Seite. Sie besteht ganz allgemein gesprochen in einer Faszination am Abscheulichen: „Das Abscheuliche, Beschämende, Angsterregende und ähnliche widrige Empfindungen haben nicht nur eine abstoßende Kraft, sondern auch eine anziehende.“ Søren Kierkegaard schreibt in seiner Abhandlung „Der Begriff Angst“ folgendes dazu: „Das Leben bietet überdies Erscheinungen genug dar, bei denen das Individuum nahezu begehrlich auf die Schuld starrt, und gleichwohl sie fürchtet. Schuld hat für des Geistes Auge die Macht, die der Blick der Schlange hat, die des Zauberbanns.“ Ulrich Greiner war zehn Jahre lang der Feuilletonchef der ZEIT. Als Gastprofessor lehrte er in Hamburg, Essen, Göttingen und St. Louis. Außerdem ist er Präsident der Freien Akademie der Künste in Hamburg.

Weiterlesen …

Werner Bartens erklärt den Zugang zu den eigenen Gefühlen

Die Seele, die Psyche, die Emotionen – das ist wie eine „Black Box“ für manchen Menschen. Werner Bartens erklärt: „Sie wissen, dass da irgendetwas jenseits ihrer rationalen Welt ist, sie spüren es auch irgendwie, doch in den Griff bekommen sie ihre Gefühle nicht.“ Zwar spüren viele Menschen, wenn sie gestresst und leer sind und irgendwie bedürftig – doch was ihnen in dieser Situation fehlt, was ihnen guttut und welche negativen Gefühle sie gerade haben und welche positiven sie wieder hervorrufen könnten und sollten, ist den meisten nicht mehr bewusst. Werner Bartens erläutert: „Sie lassen sich von nichts und niemanden mehr berühren und verlieren so den Zugang zu den Tiefen ihres möglichen Erlebens – wie auch zu ihren emotionalen Höhenflügen und anderen Formen des Überschwangs.“ Werner Bartens ist Autor von Bestsellern wie „Das Ärztehasser-Buch“, „Körperglück“ und „Was Paare zusammenhält“.

Weiterlesen …

Jeder Mensch befindet sich im Strom seiner Familiengeschichte

Ob es die Menschen wollen oder nicht, ob sie es wahrhaben wollen oder nicht, sie befinden sich mitten im Strom ihrer Familiengeschichte. Dabei ist es äußerst spannend und wichtig zu erfahren, welche Ereignisse, Erlebnisse, welche Kräfte der Gefühle und welche Personen aus der Tiefe der Vergangenheit auf den jeweiligen Menschen Einfluss genommen haben könnten. Uwe Böschemeyer fügt hinzu: „Wir können dann selbst entscheiden, ob wir dieses Erbe weiterleben wollen oder nicht.“ Dass jedes Individuum der Gattung Mensch angehört, bezweifelt bekanntlich niemand. Dass jeder Mensch einzigartig ist, bejaht jeder gerne. Im Jahr 1975 erwarb Uwe Böschemeyer bei Prof. Viktor Frankl sein Zertifikat in Logotherapie und Existenzanalyse. 1982 gründete er das Institut für Logotherapie in Hamburg. Die Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Wertimagination und die Wertorientierte Persönlichkeitsbildung.

Weiterlesen …

Zehn Dinge machen die Menschen glücklich

Katastrophen, Kriege und Krisen vermiesen den Alltag. Es vergeht kein Tag, an dem nicht die eine oder andere Hiobsbotschaft auf einen niederprasselt. Trotzdem sollten die Menschen versuchen, die vielen positiven Dinge in ihrem Leben die entsprechende Beachtung zu schenken. Die persönliche Einstellung zum Glück beeinflusst, wie viele glückliche Momente man erlebt. Wer mehr Aufmerksamkeit auf das Schöne und das Gute legt, erlebt es auch intensiver. Glück ist Ansichtssache, egal ob es sich dabei um den blühenden Baum vor dem Fester oder den duftenden Kaffee handelt. Im Übrigen ist das Glück nur bedingt eine Geldsache. Zwar steigt das Wohlbefinden mit dem Einkommen, doch die Glücksforscher haben herausgefunden, dass mit einem Einkommen von 5.000 Euro pro Monat eine Grenze des Glücks erreicht ist. Die meisten Menschen wissen, dass sie das Glück nur im Kleinen und in sich selbst finden können.

Weiterlesen …