Die meisten Handlungen sind nicht autonom

Wer die Welt liebt, wird geliebt. Denn das Lebendige zieht an. Michaela Brohm-Badry schreibt: „Autonomie und Verbundenheit, Autonomie und Liebe: Und wenn dann nach einem Krach jeder eine Zeit lang was alleine macht, bis die Autonomie wieder hergestellt ist, dann spürt man plötzlich wieder die Sehnsucht, dem anderen nahe sein zu wollen und zu fragen, ob alles in Ordnung ist, und zu sagen, dass alles in Ordnung ist.“ Allerding ist ein hoher Anteil der Handlungen eines Menschen oft eher nicht autonom, sondern durch äußeren oder inneren Druck hervorgerufen, was die persönliche Selbstbestimmung untergräbt. Widerspricht eine Handlung jedoch den eigenen Werten, den eigenen Interessen oder dem Wollen, spüren Menschen, dass dieses Verhalten eben nicht stimmig, sondern kongruent ist – innere Konflikte entstehen. Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry ist Professorin für Lernforschung. Sie war langjährige Dekanin des Fachbereichs Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie und Psychologie an der Universität Trier.

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Menschen können sich lebenslang verändern

Radikale Veränderungen der Persönlichkeitspräferenzen sind zwar selten – aus dem Introvertierten wird selten ein stark extrovertierter Mensch –, aber tendenziell können sich Personen alle im Laufe der Zeit verändern und den 50 veränderbaren Prozent eine Richtung geben. Michaela Brohm-Badry fügt hinzu: „Durch diese Plastizität ist die Persönlichkeit weit weniger fixiert, als Psychobiologen bisher angenommen hatten. Wir entfalten uns in einem Möglichkeitsraum, den wir aus Wechselwirkungen zwischen genetischer Anlage, unserem Umfeld und unseren individuellen Entscheidungen eingerichtet haben. IN diesem Möglichkeitsraum handeln wir.“ Bahnbrechende Erkenntnisse über das menschliche Handeln und die damit verbundene Entfaltung lieferten die US-amerikanischen Psychologen Edward Deci und Richard Ryan. Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry ist Professorin für Lernforschung. Sie war langjährige Dekanin des Fachbereichs Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie und Psychologie an der Universität Trier.

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Menschen wünschen sich Verbundenheit

Die Grundmotivation psychisch durchschnittlich gesunder Menschen ist darauf ausgerichtet, sich sozial akzeptiert, mit anderen Menschen verbunden und zugehörig zu wissen. Das auf soziale Verbundenheit gerichtete Grundmotiv setzt nicht voraus, dass das Zusammensein mit anderen immer „Spaß“ machen muss. Joachim Bauer weiß: „Gemeinsam einer schwierigen Situation ausgesetzt zu sein hat meistens sogar eine sozial besonders verbindende Wirkung.“ Auch wenn sich Menschen soziale Verbundenheit auch dann wünschen, wenn keine hedonistischen, also keine genüsslichen Aspekte im Spiel sind, machen gelingende Gemeinschaft, Kooperation und Gegenseitigkeit den meisten Menschen große Freude. Allerdings hat sich die Annahme als falsch erwiesen, dass schon von alleine sozusagen alles gut wird, wenn Menschen sich verbinden und verbünden. Joachim Bauer ist Arzt, Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Bestsellerautor von Sachbüchern.

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