Die Debatte über die frühe Fremdbetreuung von Kindern polarisiert in Deutschland laut Jörg M. Fegert wie in kaum einem andern Land. Er macht darauf aufmerksam, dass man in der englischsprachigen Debatte von „early child care“ spricht. Der Begriff „care“ schließt jenes führsorgliche Beziehungselement ein, das für gelingende Betreuung und für eine gute Entwicklung eines Kindes eine grundlegende Voraussetzung ist. Jörg M. Fegert fügt hinzu: „Unstrittig ist in diesem Zusammenhang, dass die Entwicklungschancen und –risiken eines Säuglings oder Kleinkinds von der Qualität früher Bindungen bestimmt werden, allem voran von der Feinfühligkeit der zentralen Bezugsperson (caregiver).“ Professor Dr. Jörg M. Fegert ist Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm sowie Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
Stress
Fernsehen statt Frühstück ist ein Verbrechen an Kindern
Manfred Spitzer zufolge wird es manchen Menschen überraschen, dass es einen klaren Zusammenhang zwischen Stress und Selbstkontrolle gibt. Stress ist auf keinen Fall dasselbe wie eine körperliche Anstrengung, ganz im Gegenteil wird er durch die richtige körperliche Ertüchtigung eher abgebaut. Stress resultiert aus mangelnder Kontrolle. Stress verursacht unter anderem Bluthochdruck, Infektionskrankheiten, Magengeschwüre, Libidoverlust, Krebsgeschwülste und abgestorbene Gehirnzellen. Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer leitet die Psychiatrische Universitätsklinik in Ulm und das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen. Zu seinen bekanntesten Büchern zählen „Lernen“ und „Vorsicht Bildschirm!“.
Warum viele Menschen an Übernatürliches glauben
Laut Bruce Hood betrachten Kinder die Welt als eine existierende und ordnende Kraft, in der alles in der Natur für einen Zweck geschaffen worden ist. Als Erwachsene haben sie gelernt, diese Sichtweise zu unterdrücken. Die Neigung zum Aberglauben ist bei vielen Erwachsenen von ihrer kindlichen Weltsicht erhalten geblieben. Bruce Hood sagt: „Das merkt man bei wissenschaftlichen Aussagen, die der Intuition widersprechen. Die meisten Erwachsenen vermuten zum Beispiel noch, dass schwere Objekte schneller zu Boden fallen als leichte.“
Jesper Juul rät zu mehr Gelassenheit bei der Erziehung
Ein Kind benötigt eine gute Beziehung zu seinen Eltern, an deren Leben es teilhaben will. Besonders, wenn sie in den Kindergarten oder in die Kinderkrippe gehen, sehnen sie sich nach Zeit mit den Erwachsenen, die ein entsprechendes Erwachsenenleben führen. Denn im Kindergarten lernen die Kinder seiner Meinung nach nur etwas über das Kind sein und nichts über Erwachsene. Jesper Juul behauptet: „Wir sehen schon die ersten Folgen. Viele Jungendliche habe keine Lebenskompetenz. Sie werden depressiv, weil sie nicht wissen, wie man mit Enttäuschungen umgeht.“
Die Autorität verfügt sowohl über Macht als auch über Mitgefühl
Robert M. Sapolski, Professor in Stanford, behauptet, dass Menschen in der sozialen Hierarchie nur oben bleiben, wenn sie über soziale Intelligenz und psychologisches Geschick verfügen. Der Wissenschaftler beschreibt das Erfolgsgeheimnis von Führungspersönlichkeiten mit folgenden Worten: „Um seine Autorität und damit seine Macht zu festigen, muss der Chef wissen, mit wem er Koalitionen schmieden sollte. Und von wem er sich besser fernhält.“ Ganz wichtig ist für den Forscher auch die Impulskontrolle. Wenn die Angelegenheit nicht wirklich wichtig sei, könne man einen anderen Menschen einfach ignorieren, auch das schaffe Autorität.
Die emotionale Intelligenz sorgt für den Berufserfolg
Akademische oder technische Fertigkeiten sind laut Daniel Goleman nur noch Voraussetzungen für den Einstieg in bestimmte Jobs. Was erfolgreiche Menschen in ihren speziellen Fachgebieten besonders auszeichnet sind Eigenschaften wie Durchhaltevermögen, Tatkraft, Optimismus, Anpassungsfähigkeit und Empathie. In einem umkämpften Wirtschaftsumfeld sind es vor allem die emotional intelligenten Fähigkeiten, die ein Unternehmen erfolgreich machen.
Wenn Frauen die Lust am Sex verlieren
Uwe Hartmann kennt die Klagen der frustrierten Frauen und sagt: „Behauptungen, sexuelle Probleme von Frauen seinen eine Erfindung der Pharmaindustrie, finde ich unerhört.“ Neue Forschungen im Bereich der Sexualität bestätigen alte Vermutungen: Frauen können Sex haben, wollen aber nicht. Männer wollen Sex haben, können aber nicht. Für Männer ist der Geschlechtsverkehr ein probates Mittel, um Stress abzubauen, während Frauen abschalten müssen, um sich auf die sexuellen Spiele der Liebe einzulassen.
Ständiger Stress macht die Menschen krank
Die Zwänge des Lebens rufen Angst hervor. Stress schwächt die Immunfunktion des Körpers dermaßen, dass dadurch die Metastasenbildung von Krebs beschleunigt wird, die Anfälligkeit für Virusinfektionen steigt, das Herzinfarktrisiko erhöht sowie Asthmaanfälle auslöst. Hält der Stress über einen längeren Zeitraum an, kann er selbst die Funktionsfähigkeit des Gehirns in Mitleidenschaft ziehen, beispielsweise den Hippocampus und damit die Gedächtnisleistung schädigen. Außerdem häufen sich die Belege, dass das Nervensystem durch stressige Erfahrungen angegriffen wird.